Brugg
Brugg im Banne der «Dampfrösser»

Zum dritten Mal hat der Bahnpark seine Tore geöffnet – Bahnfans kamen in hellen Scharen. Es wurde aber auch einiges geboten: Es begann bereits beim Shuttlebetrieb zwischen Bahnhof und Bahnpark.

Louis Probst
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Tag der offenen Tore im Bahnpark Brugg
9 Bilder
Mit Muskelkraft voran
Mini-Lokomobil in Fahrt
Die gewaltige Mikado
Fahrten mit der Feldschlösschen-Werklok
Der «Elefant» (C5/6) auf der Drehscheibe
Feldschlösschen-Werklok auf der Drehscheibe
Draisine des Vereins Mikado
Volles Haus im Rundschuppen.

Tag der offenen Tore im Bahnpark Brugg

Louis Probst

«Gring ache», fordert der Mann hinten in der Menge ultimativ in breitestem Berndeutsch. Es geht ihm dabei aber nicht - wie einst der Athletin Anita Weyermann - ums «Seckle», sondern ums Fotografieren. Schliesslich steht auf der Drehscheibe vor dem Rundschuppen im Bahnparkareal Brugg der «Elefant». Die einstige Schnellzugs-Dampflok des Typs C 5/6 ist mit einem Extrazug aus Biel nach Brugg gedampft - zum Tag der offenen Tore im Bahnpark.
Anlass zur dritten Auflage dieses Tages der offenen Tore haben einige Jubiläen gegeben: Zum einen werden die Gebäude, in denen der Bahnpark seine Heimstätte gefunden hat, 120, respektive 100 Jahre alt. 100 Jahre alt wird auch die Dampflok des Typs Eb 3/5, genannt «Habersack» - von dem zwei Maschinen in Brugg stehen.

Zischen, Fauchen, Pfeifen, Bimmeln

Zwar nicht ganz 100 aber doch 97 Jahre alt wird das Jodeldoppelquartett Brugg, das einst von Eisenbahnern gegründet worden ist. Darum mischt sich in das Zischen, Fauchen, Pfeifen und Bimmeln der Dampflokomotiven der Jodelgesang. Und über alles legt sich der leicht beissende Geruch des Steinkohlerauchs - für die wahren Fans der Dampfrösser lieblicher als alle Wohlgerüche Arabiens.

«Das gefällt mir jetzt», meint jedenfalls ein Besucher zu seinem Kollegen. Gregor Tomasi, Präsident der Stiftung Bahnpark, lobt bei der Begrüssung die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen - SBB Historic, Dampfgruppe Zürich, Verein Seetalkrokodil und Verein Mikado 1244 - die den Bahnpark möglich machen. «Die Stiftung Bahnpark versucht jetzt, einen regelmässigen Museumsbetrieb auf die Beine zu stellen», sagt er. «Wir sind gespannt, wie die Idee ankommen wird.»
Lucky Susy zischt vor sich hin
Der Tag der offenen Tore jedenfalls kommt gut an. Die Besucher strömen in Scharen herbei. «Es übertrifft alles Bisherige», stellt Gregor Tomasi schon bei Halbzeit fest. Es wird aber auch einiges geboten. Das beginnt bereits beim Shuttlebetrieb zwischen Bahnhof und Bahnpark, bei dem eine ehemalige Werk-Dampflok der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur eingesetzt wird.
Draussen, rund um den Rundschuppen und das Langhaus, dampft es gewaltig. Der Dampftriebwagen der ehemaligen Üerikon-Bauma-Bahn und die Schnellzug-Dampflok A3/5 stehen für Extrafahrten bereit. Neben den Schienen zischt leise die 100 Jahre alte Dampfwalze Lucky Susy vor sich hin. Auf der ehemaligen Feldschlösschen Werklok kann man gar im Führerstand mitfahren. Und jüngste Bahnfans mühen sich auf der handbetriebenen Draisine ab.

Im Rundschuppen stossen die Bahnexponate und die Festwirtschaft auf Interesse. Und zumindest einige Besucher lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, auf einer Original-Drittklasswagen-Sitzbank «Holzklasse-Feeling» zu geniessen. Einer der Hauptanziehungspunkte ist aber der Betrieb auf der historischen Drehscheibe.

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