Brugg
Fragen zum Rutenzug: Warum nicht die Brunnen schmücken wie sonst jedes Jahr?

Das diesjährige Brugger Jugendfest findet ‒ soviel steht fest ‒ nicht im gewohnten Rahmen statt. FDP-Einwohnerrat Titus Meier erkundigt sich nun beim Stadtrat nach dem Alternativprogramm.

Michael Hunziker
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Die versammelte Festgemeinde vor dem Stapferschulhaus am Brugger Jugendfest am 4. Juli 2019.

Die versammelte Festgemeinde vor dem Stapferschulhaus am Brugger Jugendfest am 4. Juli 2019.

Bild: Alex Spichale

Brugg ohne Jugendfest vor den Sommerferien? Ohne Rutenzug und Morgenfeier, ohne Zapfenstreich und Festwirtschaft, ohne Tänze und Spiele, ohne Konzerte und Feuerwerk? Für viele nur schwer vorstellbar. Bis anhin.

Doch zum zweiten Mal in Folge muss der Traditionsanlass – unbestritten einer der Höhepunkte im Festkalender – gestrichen werden. Diesen Entscheid fällte der Stadtrat im März aufgrund der Planungsunsicherheit durch die Coronapandemie.

In einer Medienmitteilung wurde darauf hingewiesen, dass den Schülerinnen und Schülern ein attraktives Alternativprogramm angeboten wird. Der Stadtrat stelle der Schule für die Organisation ein Budget zur Verfügung und prüfe, hiess es weiter, die Möglichkeit für Aktivitäten ausserhalb des schulischen Rahmens.

Der Anlass ist mit vielen Emotionen verbunden

FDP-Einwohnerrat Titus Meier erkundigt sich nun beim Stadtrat mit einer Kleinen Anfrage nach diesem Alternativprogramm. Er fragt, welche Vorgaben gemacht werden und welche Aktivitäten vorgesehen sind.

Titus Meier ist FDP-Einwohnerrat, Historiker und Bezirksschullehrer.

Titus Meier ist FDP-Einwohnerrat, Historiker und Bezirksschullehrer.

Britta Gut (Spreitenbach, 4. Mai 2021)

Auch will Meier wissen, warum der Stadtrat alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Rutenzug – inklusive Dekoration der Stadt – abgesagt hat und nicht nur diejenigen, bei denen dies aufgrund der epidemiologischen Lage unumgänglich ist. Schliesslich interessiert es den FDP-Einwohnerrat ebenfalls, ob 2022 – vorausgesetzt die Lage lässt es zu – wieder mit einem Rutenzug im gewohnten Rahmen zu rechnen ist oder ob der Stadtrat Änderungen plant in Bezug auf die Durchführung.

In der Begründung seines Vorstosses erwähnt Meier, dass der Rutenzug ein wichtiger Anlass sei, der mit vielen Emotionen verbunden sei. «Tradition ist bekanntlich nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers», stellt Historiker und Bezirksschullehrer Meier fest. Und:

«Unterbrüche können Traditionen beschädigen und sollten vermieden werden.»

Viele Elemente, beispielsweise das Kränzen, werden von Jahr zu Jahr weitergegeben, fährt Meier fort. «Die Kinder und Jugendlichen schauen den oberen Jahrgängen zu im Wissen darum, in einem Jahr an ihrer Stelle zu stehen.»

Der Rutenzug schafft ein Gemeinschaftsgefühl

Trotz Masken und vermehrten Impfungen sei es unwahrscheinlich, dass am 1. Juli dieses Jahres Menschen dicht gedrängt in der Brugger Altstadt stehen dürfen, räumt Meier ein. Allerdings gebe es Elemente, die durchaus konform mit den Auflagen realisiert werden könnten, wenn auch mit allfälligen Anpassungen.

«Warum also nicht die Brunnen der Stadt schmücken wie sonst jedes Jahr? Warum nicht einen kleinen Lunapark auf der Schützenmatt, der nur für die Schülerinnen und Schüler geöffnet ist und sie nichts kosten würde?», fragt der FDP-Einwohnerrat. Und weiter: «Warum nicht ausnahmsweise statt einem Feuerwerk, mehrere kleinere Feuerwerke über die Stadtteile verteilt abbrennen lassen? Warum nicht ausnahmsweise einzelne Elemente in den Quartieren stattfinden lassen?»

Der Rutenzug sei das Fest der Brugger Jugend, hebt Meier hervor, sei gleichzeitig aber auch ein wichtiger Anlass für die Einwohnerinnen und Einwohner, stifte Identität und schaffe ein Gemeinschaftsgefühl.