Brugg

Brugg feiert am Dienstag den 250. Geburtstag von Albrecht Rengger

Büste von Albrecht Rengger im Brugger Ratssaal.

Büste von Albrecht Rengger im Brugger Ratssaal.

In der Brugger Agenda geht dieser Geburtstag nicht unter: Albrecht Rengger, Brugger Bürger, Minister der Helvetik und Aargauer Regierungsrat, könnte am Dienstag einen stolzen Geburtstag feiern.

Am 8. Juli 1764 kam Albrecht Rengger in Gebenstorf zur Welt, wo sein Vater als reformierter Pfarrer wirkte. Bereits als Vierjähriger besuchte der Brugger Bürger die Kleinkinderschule und für wenige Jahre die Lateinschule in Brugg. 1773 zog er mit seinem Vater nach Bern und schloss mit 18 Jahren das Theologiestudium ab. 1783 trat er eine Stelle als Hauslehrer im Schloss Wildenstein an. Später studierte er Medizin in Göttingen und betrieb eine Arztpraxis in Bern. 1791 wurde er Mitglied der Helvetischen Gesellschaft und setzte sich für Reformen in der Alten Eidgenossenschaft ein.

1798, kurz vor der Helvetischen Revolution, rief der Berner Rat aus allen Landvogteien und Städten Abgeordnete nach Bern. In einem schon fast revolutionären Vorgehen bestimmten die Brugger den 34-Jährigen als ihren Vertreter im erweiterten Grossen Rat. Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft bekleidete Rengger zuerst das Präsidium des helvetischen Gerichtshofs und kurze Zeit später wurde er zusammen mit einem weiteren berühmten Brugger Bürger, Philipp Albert Stapfer, ins fünfköpfige Direktorium der Helvetischen Republik gewählt.

In der obersten Exekutive war er Minister des Innern und kümmerte sich in dieser Funktion um den Aufbau einer modernen Verwaltung im neuen Staat. Nachdem er 1803 bei den Wahlen in den Aargauer Regierungsrat übergangen worden war, zog er nach Lausanne, wo er als Arzt praktizierte.

1814-15 trat er am Wiener Kongress entschieden für die Erhaltung der Mediationskantone und gegen die Machtgelüste Berns ein. Von 1815 bis 1821 setzte er sich als Regierungsrat für die Geschicke des jungen Kantons Aargau ein, ehe er sich aus der Politik zurückzog und naturwissenschaftlichen Studien widmete.

Am 23. Dezember 1835 verstarb Rengger in Bern. Die Stadt Brugg war stolz auf ihren berühmten Sohn und liess im 19. Jahrhundert sein Porträt am Rathaus aufmalen. Heute erinnert eine Strasse neben der katholischen Kirche an den berühmten Aargauer Staatsmann.

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