Kulturbrugg
«Es ist ratsam, sich früh ein Ticket zu kaufen»: Die Organisatoren der ersten Brugger Kulturnacht zu Highlights und Herausforderungen

Ende Oktober bestreiten 15 Brugger Veranstalter gemeinsam den neuen Anlass Kulturbrugg. Nun steht das definitive Programm.

Maja Reznicek
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Newcomerin Nana tritt im Salzhaus Brugg im Wechsel mit den Musikern Lucas Niggli und Roberto Caruso auf.

Newcomerin Nana tritt im Salzhaus Brugg im Wechsel mit den Musikern Lucas Niggli und Roberto Caruso auf.

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Ein Abend voller kultureller Leckerbissen soll es werden. Was auf dem Teller landet, entscheidet man selbst: Am 30. Oktober erlaubt das Ticket für 25 Franken den Zutritt zu einer ganzen Reihe an Veranstaltungen.

Stephan Filati, Betriebsleiter «Odeon».

Stephan Filati, Betriebsleiter «Odeon».

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Stephan Filati, Betriebsleiter des Kinos Odeon, erklärt zum Konzept:

«Die erstmals stattfindende Kulturbrugg lädt dazu ein, Brugg eine Nacht lang in vielen neuen Facetten zu erleben.»

Insgesamt 15 Veranstalter aus der Region beteiligen sich an dem Anlass. Immer zur vollen Stunde gibt es Musik, Theater, Tanz. Ein einziges Programm-Highlight möchte Koordinatorin Irene Simmen nicht nennen: «Da kann ich mich nicht für eines entscheiden. Es ist ein so vielfältiges Programm entstanden und zum Glück muss man sich auch nicht für eines entscheiden.»

Beim Blick auf die Website von Kulturbrugg wird klar: Besonders Musikbegeisterte kommen am Veranstaltungssamstag auf ihre Kosten.

Unter anderem erwarten die Besucherinnen und Besucher im Flusshaus mit Bruno Amstad und Björn Meyer zwei namhafte Künstler der schweizerischen World-Jazz-Szene. «Wir lassen die Musik im Rhythmus der Aare eine eigene Flussklangwelt formen», heisst es dazu im Programm.

In der Musikwerkstatt Windisch-Brugg finden gleich mehrere Konzerte Platz: etwa der Liederabend «Dichterliebe von Robert Schumann» des Baritons Daniel Pérez und des Pianisten Simone Rüedi genauso wie der «klezmerisch-balkanöser Eintopf» von der Band Otrava. Im Salzhaus Brugg treten im Wechsel Newcomerin Nana und die Musiker Lucas Niggli sowie Roberto Caruso auf.

Klassischer geht es in der reformierten Kirche Brugg zu. Hier spielt das etwa 50-köpfige Siggenthaler Jugendorchester Mozarts 40. Sinfonie in g-Moll.

Fast alle Lokalitäten nur wenige Gehminuten voneinander entfernt

Kultubrugg fokussiert aber nicht nur auf ein musikalisches Repertoire. Ein Einblick: Der Verein Il Vaporetto (ehemals Dampfschiff) zeigt Improvisationstheater – und setzt dafür auf ein nicht unbekanntes Trio:

«‹Die Freischwimmer› bieten eine spassige, kurzweilige, energiegeladene und zuweilen selbst für die Spielerinnen und Spieler überraschende Show, denn alles wird ab dem ersten Moment improvisiert.»

Das Publikum ist aktiv am Geschehen beteiligt – und kann den Verlauf der Geschichte ändern.

Die Freischwimmer spielen improvisiertes Theater.

Die Freischwimmer spielen improvisiertes Theater.

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Weitere Liveperformance finden sich mit Kabarettistin Uta Köbernick auf der Bühne des Kulturhauses Odeon und bei der Pumpe Rütschi, wo verschiedene Disziplinen wie Theater, Tanz, Musik und Installation verschmolzen werden. Ebenfalls mit Projektionen arbeiten die Künstler der Ausstellung Magma in der Galerie Zimmermannhaus.

Fast alle Veranstaltungslokalitäten sind laut Programm wenige Gehminuten vom Bahnhof wie auch voneinander entfernt. Für grössere Distanzen steht ein Shuttlebus bereit (Haltestellen: Taxistand Bahnhof, Vorstadt, Eisi, Unterführung SBB, Aarauerstrasse 96).

Künstlerduo Frölicher I Bietenhader stellen gemeinsam mit Sarah Burger im Rahmen der Ausstellung Magma im Zimmermannhaus aus.

Künstlerduo Frölicher I Bietenhader stellen gemeinsam mit Sarah Burger im Rahmen der Ausstellung Magma im Zimmermannhaus aus.

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Im Cinema Excelsior (u. a. Steinofenpizzas und Popcorn), in der Galerie Immaginazione (Chili con Carne und Focaccia), im Kulturhaus Odeon (u. a. Hummus-Plättli, vegane Pinsas) und bei der Pumpe Rütschi (griechisches Fladenbrot (Pita)) wird Verpflegung geboten.

Maximal 2000 Tickets sollen vergeben werden

Initiiert hat die erste Brugger Kulturnacht der Verein Kult4 (Odeon, Piccadilly, Salzhaus und Zimmermannhaus). Im April dieses Jahrs wurde erstmals über den Anlass informiert.

Irene Simmen, Koordinatorin Kulturbrugg.

Irene Simmen, Koordinatorin Kulturbrugg.

Michael Hunziker

Rückblickend bezeichnet Irene Simmen vor allem die Kommunikation unter den 15 Veranstaltern als grosse Herausforderung:

«Pandemiebedingt konnten wir uns mit allen Mitwirkenden in der Planungsphase nie persönlich treffen und die ganze Planung hat entweder per Zoom oder E-Mail stattgefunden.»

Ein klarer und transparenter Austausch mit diesen Medien sei eine wichtige Voraussetzung gewesen – es habe aber «wunderbar» funktioniert.

Langsam nimmt laut Stephan Filati auch der Ticketverkauf Fahrt auf. Bis letzten Freitag wurden über 50 sogenannte Kulturpässe vertrieben. «Nachdem bereits im September einige Pässe verkauft wurden, sind es jetzt im Oktober bereits deutlich mehr», erklärt der «Odeon»-Betriebsleiter. «Es ist also ratsam, sich früh einen Pass zu kaufen.»

Aktuell sind Billette sowohl online, als auch an der Kasse im Kulturhaus Odeon erhältlich. Maximal 2000 Kulturpässe vergeben die Organisatoren.

Für den Anlass gelten die aktuellen BAG-Regelungen. Filati führt aus: «Wie im Moment üblich arbeiten wir mit dem Zertifikat, das man am Abend einmal zeigen muss. Dann bekommt man das Kulturbrugg-Armband, das sich nur durch Aufschneiden entfernen lässt.» Dafür könne man danach alle Veranstaltungen ohne Wartezeiten und weitere Kontrollen besuchen.

Kulturbrugg Samstag, 30. Oktober. Weitere Infos: www.kulturbrugg.ch.

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