Brugg
Einwohnerrat hat entschieden: Der Naturrasen macht das Rennen

Der Brugger Einwohnerrat genehmigt die drei Kredite von insgesamt 1,592 Mio. Franken für die Sanierung der Spielfelder.

Michael Hunziker
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Wie auf dieser Visualisierung soll der Eingangsbereich des Stadions Au künftig daherkommen.

Wie auf dieser Visualisierung soll der Eingangsbereich des Stadions Au künftig daherkommen.

zvg

Kunstrasen oder Winterrasen hat die – stark umstrittene – Frage geheissen im Brugger Einwohnerrat am Freitagabend. Letzterer hat, so viel vorweg, schliesslich das Rennen gemacht nach einer intensiven und lebhaften Debatte, bei der sowohl ökologische als auch finanzielle Aspekte ins Feld geführt worden sind.

Mit grosser Mehrheit bewilligt worden sind der Kredit von 711'000 Franken für Sanierung des Rasenspielfelds Geissenschachen, der Kredit von 469'000 Franken für die Sanierung des Rasenspielfelds Stadion Au sowie der Kredit von 412'000 Franken für die Sanierung des Rasenspielfelds Schinznach-Bad.

Rückweisungsantrag wurde hauchdünn abgelehnt

Um Klarheit zu haben zur Frage eines Kunstrasens – «wir kommen nicht um eine Abstimmung herum» –, stellte Barbara Geissmann (Die Mitte) den Antrag für einen Kredit von 1,7 Mio. Franken für die Erstellung eines Kunstrasens mit einer Beteiligung des FC Brugg als Hauptnutzer von 340'000 Franken. Ein solcher Anteil sollte möglich sein, zeigte sie sich überzeugt. Miro Barp (SVP) hielt dagegen. Diese Summe könne sich der Verein nicht leisten. Er sprach sich aus für eine Beteiligung von 99'000 Franken. Beide Anträge fanden aber keine Mehrheit.

Blick auf die Rasenfläche im Stadion Au.

Blick auf die Rasenfläche im Stadion Au.

Maja Reznicek

Gleich zu Beginn hatte Barp einen Rückweisungsantrag gestellt, der hauchdünn mit 23 zu 24 Stimmen nicht durchkam. Die Vorlage, lautete seine Begründung, entspreche nicht dem Auftrag, den der Stadtrat erhalten habe mit der im Januar dieses Jahres überwiesenen Motion «Anschaffung eines Kunstrasenplatzes». Es seien, forderte der SVP-Einwohnerrat, ein neuer Bericht und ein neuer Antrag vorzulegen.

Eine knappe Mehrheit war allerdings der Ansicht, dass eine Auslegeordnung vorgenommen wurde, die relevanten Angaben vorliegen, eine Entscheidungsgrundlage vorhanden sei und eine Rückweisung eine unnötige Zusatzschlaufe darstelle.

Das Stadion Au erhält ein neues Erscheinungsbild

Klar genehmigt worden ist bei einer Enthaltung der Baukredit von 1,865 Mio. Franken für die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Stadions Au sowie – auf Antrag von Yves Gärtner (Grüne) – die gleichzeitige Installation einer Fotovoltaikanlage.

Nadine Christen (Die Mitte) und Martin Brügger (SP) begrüssten, dass die Nutzungs- und Raumbedürfnisse von verschiedenen Vereinen und Gruppierungen berücksichtigt sind. Markus Lang (GLP) unterstützte die geplante Änderung des Stadion-Erscheinungsbilds, denn die Sportanlage sei auch Visitenkarte der Stadt. Miro Barp (SVP) freute sich bereits auf die Eröffnungsfeier sowie auf die Begegnungen mit den Sportlerinnen und Sportlern.

Bedarf bei Schule Umiken ist unbestritten

Mit 37 Ja- zu 10 Nein-Stimmen deutlich angenommen haben die 49 anwesenden Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte – von insgesamt 50 – weiter den Wettbewerbskredit von 340'000 Franken für die Erweiterung der Schule Umiken. Unbestritten war von links bis rechts, dass Handlungsbedarf vorhanden ist.

Die Schule Umiken – hier die Primarschule– kann erweitert werden.

Die Schule Umiken – hier die Primarschule– kann erweitert werden.

Claudia Meier

Die Anpassungen der Infrastruktur seien nötig, sagte Julia Grieder (Grüne). Für Markus Lang (GLP) ist die Zeit reif für die Vorlage. Der geplante Bau überzeuge. Julia Geissmann (Die Mitte), Titus Meier (FDP) und Ulrich Merholz (SP) vermissten in der Vorlage allerdings Ausführungen zu einer Tagesschule. Stadtrat Reto Wettstein (FDP) versprach, dass die Erweiterbarkeit sowie flexible Nutzung der Räume gewährleistet bleibt.

Doris Erhardt (EVP) und Serge Läderach (FDP) taten sich schwer mit den hohen Kosten. Letzterer forderte mit einem Zusatzantrag ein Dach bei den Investitionskosten von maximal 11 Mio. Franken, der mit 31 Ja- zu 16 Nein-Stimmen angenommen wurde. Daniel Zulauf (SVP) sah Sparpotenzial beim Wettbewerbskredit. Sein Änderungsantrag für eine Senkung auf 250'000 Franken kam nicht durch.

Mit 36 zu 11 Stimmen bewilligt wurde der Kredit von 147'000 Franken für die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Hofstatt mittels Sitzgelegenheiten. Diskussionslos zugestimmt haben die Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte ebenfalls sämtlichen Einbürgerungen.

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