Brugg
Einst Bergtouren mit Blazer und Krawatte – die SAC-Sektion Brugg feierte ihren 100. Geburtstag

Mit verschiedenen Reden, einem schmackhaften Festbankett und musikalischer Unterhaltung wurde am Samstagabend das 100-Jahr-Jubiläum des Schweizer Alpenclubs Sektion Brugg gefeiert.

Irene Hung-König
Drucken
Sektionspräsident Alois Wyss begrüsste die Gäste im Campussaal.

Sektionspräsident Alois Wyss begrüsste die Gäste im Campussaal.

Irene Hung-König

«Es ist schön, die Leute einmal in anderer Kleidung zu sehen als auf den Touren», sagte ein SAC-Mitglied an der Jubiläumsfeier im Campussaal. Sektionspräsident Alois Wyss sprach von einem gesunden Generationen- und Geschlechtermix der Sektion.

1400 Mitglieder zählt die Sektion, diese sind zwischen 6 und 104 Jahren alt. Alljährlich werden rund 300 Touren angeboten in den Bereichen Familienbergsteigen, Klettern in der «Blockchäfer»-Halle, Werktagswanderer oder Sommer- und Wintertouren.

«Ich habe Mitglieder gefragt, was sie am SAC-Sektion Brugg schätzen», so Alois Wyss. Die Vielfalt im Angebot, die Toleranz und Unkompliziertheit, gute und langjährige Kameradschaften und gemeinsame Erlebnisse seien einige der Aussagen gewesen.

Ab 1922 auf eigenen Beinen

Zwischen den Reden unterhielt die Steelband Fassbodechlopfer aus Wettingen die Gäste mit ihren karibischen Klängen. Das Historiker-Paar Barbara und Jürg Stüssi-Lauterburg, beide SAC-Mitglieder, erzählten einige Müsterchen aus der langjährigen Geschichte.

Ein voller Campussaal mit SAC-Mitgliedern – sie geniessen den Abend bei einem feinen Essen.

Ein voller Campussaal mit SAC-Mitgliedern – sie geniessen den Abend bei einem feinen Essen.

Irene Hung-König

So seien die Brugger zunächst in der Subsektion Lägern aktiv gewesen, ehe man im Dezember 1921 die Trennung von den Badenern beschloss, um ab Januar 1922 auf eigenen Beinen zu stehen. Die erste Generalversammlung der Sektion Brugg ging am 22. Januar 1922 über die Bühne.

Monatliche Touren mit Blazer und Krawatte standen dazumal auf dem Programm. Aus dem Archiv ist zu lesen, dass bei einem vierstündigen Zug-Aufenthalt in Glarus die Mitglieder spazierten oder ins Kino gingen, andere machten gar eine Fuchsjagd. «Die Geselligkeit war ganz grossgeschrieben», so Jürg Stüssi-Lauterburg und für ein ganzes Menu zahlte man 1927 3.50 Franken.

Der SAC Brugg besitzt seit 1925 die Gelmer-Hütte im Haslital. Diese liegt auf 2412 Metern oberhalb des Gelmersees. Historikerin Barbara Stüssi-Lauterburg erzählte unter anderem von einem Besuch dieser Hütte im Jahr 1943.

Die Steelband Fassbodechlopfer unterhielt die Gäste mit ihren Klängen.

Die Steelband Fassbodechlopfer unterhielt die Gäste mit ihren Klängen.

Irene Hung-König

Als die Wandergruppe in Richtung Hütte wanderte, kam ihnen der Hüttenwart entgegen. «Wenn der Hüttenwart ins Tal geht, dann muss das Wetter schlecht sein», so dachte man. Doch es kam heraus, dass er ans Turnfest nach Meiringen wollte. So behalf sich die Gruppe selbst.

1994 war eine Brugger Gruppe unterwegs zum Schnebelhorn, dem höchsten Punkt des Kantons Zürich. Der Tourenleiter war begeistert und meinte: «Es gibt Optimisten, Pessimisten und SACler. Letztere waren am Start.»

Geschenk in Form eines Checks an die Jugend

Stefan Goerre, SAC-Zentralpräsident, sprach vom Einsatz der Freiwilligen als Erfolgsrezept. «Ich wünsche euch, dass ihr den guten Geist, die Einsatzbereitschaft an eure Jungen weitergeben könnt.» In diesem Sinne überreichte er Julia Geissmann, Leiterin der Jugendorganisation, einen Check.

Auch Frau Stadtammann Barbara Horlacher würdigte die Verdienste des SAC Brugg. «In all den Jahren gelang es, gesellschaftliche Veränderungen mitzumachen.» Sie ging auf den Frauen-Alpenclub ein, der 1935 gegründet wurde. Denn erst 1980 fusionierten die Männer und Frauen, seither sind alle gemeinsam unterwegs.

Julia Geissmann, Leiterin der Jugendorganisation, nimmt das Geschenk von Zentralpräsident Stefan Goerre entgegen.

Julia Geissmann, Leiterin der Jugendorganisation, nimmt das Geschenk von Zentralpräsident Stefan Goerre entgegen.

Irene Hung-König