Brugg
Ein Pilotprojekt: 200 verschiedene Arten wachsen in diesem Naturgarten auf 600 Quadratmetern

Der noch karge Platz bei den Alterswohnungen der Schönegg Brugg AG soll eine «grüne Brücke» bilden. Schon bald bietet er Schutz, Unterschlupf und Nahrung für viele Lebewesen – auch für die Brugger Bevölkerung.

Janine Walthert
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Verwaltungsratpräsident der Eigentümerfirma Schönegg Brugg AG Livio Plüss (links) und Landschaftsarchitekt Felix Naef im Naturgarten nördlich der Alterswohnungen.

Verwaltungsratpräsident der Eigentümerfirma Schönegg Brugg AG Livio Plüss (links) und Landschaftsarchitekt Felix Naef im Naturgarten nördlich der Alterswohnungen.

Bild: Janine Walthert

Es ist ein Pilotprojekt: Der Naturgarten bei den Alterswohnungen der Schönegg Brugg AG an der Fröhlichstrasse bietet unzähligen Pflanzen- und Tierarten einen neuen Lebensraum.

Mit dem neu gebauten Parkhaus in der Fröhlichstrasse wurden die 34 Parkplätze nördlich des Hochhauses überflüssig. So entschied sich der Verwaltungsrat der Schönegg Brugg AG im Herbst dafür, den Platz in einen öffentlich zugänglichen Naturgarten umzuwandeln, inspiriert von einem Pflegezentrum in Köniz BE. Im April begannen die Bauarbeiten. «Wir setzten uns gegen den herkömmlichen Rasen ein und wollten bewusst viel Lebensraum erstellen», sagt Verwaltungsratspräsident Livio Plüss. Dafür sprechen auch die zehn Mauerseglernester, direkt unter dem Dach des Hochhauses.

Die Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr, Umwelt des Kanton Aargaus unterstützte die Vorhaben der Aktiengesellschaft mit 20'000 Franken. Der Naturgarten, nördlich der Seniorenwohnungen, alleine kostete 120'000 Franken.

Es soll ein Treffpunkt für Bewohnende entstehen

Im grünen Innenhof lassen sich essbare, klimaresistente, einheimische und gärtnerisch attraktive Pflanzen finden. Livio Plüss sagt:

«Die Idee ist, aus dem Innenhof ein Treffpunkt zu machen. Es soll durchgelaufen und genascht werden.»

So etwa können Bewohnende Gewürze aus den Hochbeeten nehmen, von den Quitten probieren oder die Ernte des ersten Pekannussbaums in Brugg bestaunen.

Doch auf was am meisten geachtet wurde: «Wir setzten auf einheimische Arten», sagt Felix Naef, Landschaftsarchitekt und Bauleiter des Projekts. «Es sollen schliesslich auch Gartenerinnerungen hochkommen.» Exoten wurden gepflanzt und saisonale Höhepunkte durch zeitlich unterschiedlich blühendes Gehölz gesetzt.

Der noch etwas karge Naturgarten bei den Alterswohnungen. Schon bald werden hier 200 verschiedene Pflanzenarten zu bestaunen sein.

Der noch etwas karge Naturgarten bei den Alterswohnungen. Schon bald werden hier 200 verschiedene Pflanzenarten zu bestaunen sein.

Bild: Janine Walthert

Verschiedene Lebensräume wurden erstellt

Im Naturgarten nördlich der Alterswohnungen wurden auf 600 Quadratmetern gut 200 verschiedene Pflanzenarten angepflanzt. Artenreicher Schotterrasen ist angesät, ein sonniger Platz und ein schattiger Bereich sind hergerichtet. Zwei Teiche, zwei Unterschlupfmöglichkeiten für Eidechsen, Sandhaufen für Erdbienen und Totholz sind ebenso Bestandteil des Projekts. Felix Naef sagt:

«Wir versuchen, verschiedene Lebensräume zu imitieren.»

Die Seniorenwohnungen sollen mit Hilfe der Natur mit dem Pflegezentrum auf der anderen Strassenseite zu einer Einheit verschmelzen. So soll laut Naef der Naturgarten eine «grüne Brücke» bilden.

Gepflegt wird die Umgebung von Bernhard Finsterwald, einem Naturparkpfleger. Trotzdem darf der Naturgarten uneingeschränkt, wachsen können. Der neue Garten trift bei den Bewohnenden laut Livio Plüss nach erstem Zweifeln auf rege Begeisterung. Die Eigentümerin erhofft sich von den Besuchenden, dass der Natur Respekt gezollt und auf die heranwachsenden Pflänzchen acht gegeben wird.