Ausstellung

Brugg ehrt den Maler des Alltags

Wird mit Ausstellung geehrt

Willi Helbling

Wird mit Ausstellung geehrt

Die Galerie Zimmermannhaus widmet dem Maler Willi Helbling eine Retrospektive. Heute Abend ist Vernissage.

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Dann nickt Willi Helbling dem Gast zu – auch der Maler liebt dieses Bild, das eine Alltagsszene festhält: drei Frauen, die mit ihren Hunden spazieren. Dem Regen trotzt das Trio mit bunten Transparent-Schirmen. «Plastikschirme», lächelt Willi Helbling, «die jeder kennt.» Es bereitet dem bekannten Maler sichtlich Vergnügen, auf Details hinzuweisen.

Brugg treu geblieben

Helbling deutet auf eine Stelle, die der Besucherin sofort aufgefallen ist. Er habe nie etwas übermalt, sondern stets mit Weiss einen zarten Schleier über die neu zu bemalende Stelle gelegt. Als «eine Art schöpferischen Prozesses» bezeichnet Helbling diesen Vorgang und ergänzt: «Es ist, wie wenn die Bilder atmen würden». Welch schöner Satz für den bald 90-Jährigen, der auf ein reiches künstlerisches Œuvre zurückblicken kann. Anders als seine drei Söhne, die ins Ausland gingen, ist Helbling «seinem» Brugg treu geblieben. Diese Liebe findet ihren Niederschlag in vielen Bildern. Helbling ging etwa gerne an der Aare spazieren. Zurück im Atelier, hielt er das Gesehene dann fest: Seine Bleistiftskizzen gleichen so einem Tagebuch.

Er hat schon als Bub gezeichnet

Schon der kleine Bub zeichnet. Als Willi Helbling 16 ist, geht er an die Kunstgewerbeschule Zürich; als 19-Jähriger malt er mit Heinrich Danioth an einem Wandbild für die «Landi» 1939. Helbling hat vieles erprobt – und das mit einer Würde, die insbesondere den betagten Maler auszeichnet. Dass die Galerie Zimmermannhaus ihn nun mit einer Retrospektive ehrt, freut ihn – aber auch seine Söhne Arnold, Lorenz und Samuel. Sie sind aus Amerika, China und Kanada angereist, um mit ihrem Vater zu feiern.

Ausstellung Bis 16. Oktober; Mi–Fr 14.30–18 Uhr; Sa/So 11–16 Uhr.
Vernissage: Heute Abend, 19 Uhr.

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