Untendurch: ein Gang durch die Süssbachunterführung in Brugg.

Simone Morger

Brugg
Die wohl gruseligste Unterführung im Kanton und warum die Sanierung seit Jahren auf sich warten lässt

Sie wäre eine praktische Verbindung zwischen Windisch und Brugg: die Süssbachunterführung. Doch sie ist ganz schön schummrig und nicht mit dem Velo befahrbar. Und damit wohl die übelste Unterführung im Aargau.

Simone Morger
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«Brugg freut sich» – «Licht am Ende des Tunnels» – «Besserung in Sicht». Wer sich durch Artikel zur Süssbachunterführung in Brugg klickt, begegnet solchen Erfolgsmeldungen immer wieder. 2015 hat das Departement für Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons «ein umfangreiches Variantenstudium» zur Umgestaltung der Unterführung gemacht, heute, sechs Jahre später, bietet sich noch immer dasselbe Bild: Die Unterführung zwischen dem Industrieareal auf der Windischer Seite des Bahnhofs und dem Westen der Stadt Brugg ist dunkel und eng.

Die Fussgänger gelangen zusammen mit dem Süssbach unter den Gleisen und der Aarauerstrasse hindurch:

Der Bach ist durch eine 1,5 Meter hohe Mauer vom Gehweg abgegrenzt. Das ist denn auch das Problem: In der Unterführung ist zu wenig Platz für kreuzende Velos und Personen, die zu Fuss unterwegs sind, zudem ist die Rampe auf Brugger Seite steil und so gilt ein allgemeines Fahrverbot in der Unterführung, an das sich viele Velofahrerinnen und Velofahrer nicht halten. Das alles und auch die kümmerliche Beleuchtung sollten sich mit einer Umgestaltung ändern.

Der Gehweg neben dem Süssbach unter den SBB-Gleisen in Brugg.

Der Gehweg neben dem Süssbach unter den SBB-Gleisen in Brugg.

Simone Morger

Der lange Weg zur Besserung – Ende noch nicht in Sicht

2017 titelte die AZ: «Die neue Süssbach-Unterführung verzögert sich». Grund: Die Berechnung der Kosten brauchte mehr Zeit als angenommen, die Bruggerinnen und Windischer wurden aufs nächste Jahr vertröstet.

Nicht ein, sondern zwei Jahre später dann die frohe Kunde: «Velofahrer müssen in der Süssbachunterführung nicht mehr absteigen». Wenn alles reibungslos laufe, beginne die Umgestaltung der Unterführung 2020, berichtete die AZ im Herbst 2019. Immerhin konnte in der Zwischenzeit die Kostenfrage geklärt werden: Da es sich um eine nationale Veloroute handle, bezahle der Kanton Aargau die gesamten für das Projekt budgetierten 0,9 Millionen Franken.

Fragen warf allerdings noch immer die Rampe auf Brugger Seite auf. Hier schaltete sich der überparteiliche Verein Pro Velo Brugg-Windisch ein. Die Mitglieder waren mit dem aufgelegten Projekt nicht einverstanden, die Rampe sei so auch nach der Umgestaltung noch zu steil, die Kurve in den Tunnel hinein zu eng. Velotauglich sei das nicht. Der Verein reichte eine Einsprache ein.

Mit Erfolg: Es konnte ein «praktikabler Kompromiss» gefunden werden, «Pro Velo zieht die Einwendung gegen das Projekt Süssbachunterführung zurück», berichtete die AZ am 13. August 2021.

Die Rampe auf der Brugger Seite ...

Die Rampe auf der Brugger Seite ...

Simone Morger
... und deren scharfe Kurve in den Tunnel hinein.

... und deren scharfe Kurve in den Tunnel hinein.

Simone Morger

Es sind allerdings insgesamt drei Einwendungen gegen das Projekt eingegangen. Eine ist mittlerweile ebenfalls zurückgezogen worden, bei der Letzten erwartet der Kanton eine Rückmeldung bis Ende August.

Und dann? Bevor die Baumaschinen auffahren können, sind noch einige Schritte nötig – die Gutheissung durch den Regierungsrat, die Erstellung einer Finanzierungsvereinbarung mit dem Kanton, der Erwerb von zusätzlich benötigtem Land, die öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten.

Weil unklar ist, wie viel Zeit diese Schritte in Anspruch nehmen werden, ist auch unklar, wann die Umsetzung des Projekts startet. Guido Sutter, Projektleiter beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, sagte Mitte August:

«Eine verlässliche Aussage zum Terminprogramm ist zurzeit leider nicht möglich.»

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