Brugg

Brugg: «Die Skulptur wird erst jetzt gemacht»

Gillian White beim Aufstellen ihres «Hermes» im Friedhof Brugg. lp

Gillian White beim Aufstellen ihres «Hermes» im Friedhof Brugg. lp

Auf dem Friedhof ist das Kunstwerk «Hermes» von Gillian White aufgestellt worden. Mit dem Ja zum Kredit für die Erweiterung der Urnenfeldanlage wurde die «künstlerische Intervention» beim Gemeinschaftsgrab möglich.

«Noch ein wenig nach aussen», kommandiert Gillian White. «Und etwas weniger schräg. Das darf nicht so schräg sein. Das Ganze muss das Gefühl vermitteln, dass es rund ist.» Die beiden Helfer bewegen das beinahe vier Meter hohe Element aus Stahl, das sicher in den Gurten am Kranarm hängt, in die gewünschte Richtung.

«Das ist es», sagt Gillian White zufrieden. «Du kannst jetzt schweissen.» Mit einigen Schweisspunkten wird das zweite Element des Kunstwerkes auf den stählernen Bodenplatten befestigt. Wenig später ist auch das dritte Element der Stahlfigur «Hermes» an seinem Platz beim künftigen Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Brugg.

Erinnerung an die Verstorbenen

Mit der Zustimmung zum Kredit für die Erweiterung der Urnenfeldanlage und die Neugestaltung des Gemeinschaftsgrabes hatte der Brugger Einwohnerrat im vergangenen Herbst auch grünes Licht für eine «künstlerische Intervention» beim Gemeinschaftsgrab gegeben. Die Intervention soll an die Verstorbenen erinnern, die im Gemeinschaftsgrab anonym beigesetzt werden. In einem Wettbewerb war die Arbeit «Hermes» der Bildhauerin Gillian White ausgewählt worden. «Die Figur kann als Tor, als Kreuz, als Gesicht oder auch als das Muster eines Gebetsteppichs gesehen werden», erklärt Gillian White. «Der Götterbote Hermes steht für alle Religionen.»

Entstanden sind die Elemente des Kunstwerks zwar im Atelier von Gillian White in Leibstadt. «Aber die Skulptur wird erst jetzt gemacht», gibt sie beim Aufstellen des Kunstwerks zu bedenken.

Bei der Arbeit an den drei Elementen des «Hermes» hat Gillian White, wie sie sagt – wie stets bei grossen Aufträgen – auf die Mitarbeit eines Lehrlings des Metallbaubetriebes Hans Erne AG in Leuggern zählen dürfen. «Ich finde das fantastisch», erklärt sie. «Diese Lehrlinge sind alles wunderbare Leute.»

Auch für ihren «Hermes» hat Gillian White ihr bevorzugtes Material, den Cortenstahl, verwendet. Diese Legierung, die unter anderem auch Kupfer enthält, zeichnet sich dadurch aus, dass unter der eigentlichen Rostschicht eine Schicht aus Sulfaten oder Phosphaten besteht, welche das Metall vor weiterer Korrosion schützt. Im Laufe der Zeit wird sich zudem die Farbe des Stahls verändern. «Ich liebe das», erklärt Gillian White. «Das Metall wird erst gelb, dann orange und schliesslich braun. Es ist spannend zu sehen, wie das Metall langsam rostet.»

Besinnliche Einweihung im Juni

Gearbeitet wird auf dem Friedhof Brugg aber nicht nur am neuen Gemeinschaftsgrab, sondern auch an den beiden neuen Urnengrabfeldern. «Noch wirken die Umfassungsmauern der neuen Urnengrabfelder etwas wuchtig», räumt Stefan Zinniker vom Bauamt der Stadt Brugg ein. «Aber das wird sich durch die Anpassungen noch ändern.» Es gehe jetzt rassig, freut sich Stefan Zinniker. «Noch vor Ostern sollte der bauliche Teil abgeschlossen werden können. Dank dem guten Wetter konnte die Zeit optimal genutzt werden. Im Mai und Juni wird die Bepflanzung erfolgen. Und voraussichtlich Mitte Juni wird die Anlage mit einem besinnlichen Akt eingeweiht.»

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