Brugg
Der Stadtrat will auf einen kommunalen Schutz der Villen verzichten – Eigentümer möchten ihre Liegenschaften erhalten

Die Rückweisungen zur Nutzungsplanung stehen zur Diskussion an der kommenden Sitzung des Brugger Einwohnerrats. Thema ist etwa die kommunale Schutzwürdigkeit der Villa Friedheim, Villa Stapferstrasse 32 und Villa Paradiesstrasse 2, aber auch der Fröhlich-Scheune.

Michael Hunziker
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Bei der Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse bleibt eine kommunale Unterschutzstellung möglich.

Bei der Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse bleibt eine kommunale Unterschutzstellung möglich.

Claudia Meier (20. Februar 2021)

Die revidierte Nutzungsplanung in Brugg ist teilgenehmigt und seit Mitte Mai dieses Jahres rechtskräftig. Ausgenommen sind diejenigen Bereiche, die von einer Beschwerde betroffen sind oder die durch den Einwohnerrat zurückgewiesen wurden im November 2019.

Der Stadtrat hat die insgesamt 23 Rückweisungen geprüft und über den geplanten Umgang entschieden. Bei rund der Hälfte handelt es sich um sogenannt «unwesentliche Änderungen», die dem Einwohnerrat ohne erneute kantonale Vorprüfung, Mitwirkung und öffentliche Auflage direkt zur erneuten Beschlussfassung unterbreitet werden können an der nächsten Sitzung am 3. September.

Ein weiteres Mal zur Sprache kommen werden die Hochhausthematik sowie die kommunale Unterschutzstellung von mehreren Liegenschaften: Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse; Villa Friedheim im Bereich der Vorstadt; Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstrasse 20/22; Ensemble «Ammelemähli» an der Baslerstrasse; Villa Stapferstrasse 32; Villa Paradiesstrasse 5.

Der Einwohnerrat hatte den Stadtrat beauftragt, die kommunale Schutzwürdigkeit dieser im kantonalen Bauinventar aufgeführten Bauten erneut zu prüfen und den Eigentümerschaften Gelegenheit zu geben, sich zu äussern.

Eigentümer haben in ihre Liegenschaften investiert

Der Stadtrat hat die Gespräche geführt. Es habe sich gezeigt, dass die von den Rückweisungen betroffenen Grundeigentümerschaften in den letzten Jahren alle in ihre Liegenschaften investiert hätten und diese grundsätzlich erhalten möchten, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat.

Zu bedenken gaben die Eigentümer, dass dies wirtschaftlich nur dann tragbar sei, wenn auch künftig genügend Freiraum für weitere Umbauten, respektive Sanierungen bestehe, um die Gebäude ohne Einschränkungen an die künftigen Nutzungsbedürfnisse anpassen zu können.

Der Stadtrat hat sich gegen eine Unterschutzstellung entschieden. Einzig bei der Fröhlich-Scheune an der Zurzacherstrasse konnte mit der Armasuisse – diese ist unter anderem für Gebäude und Anlagen des Militärs zuständig – laut Behörde eine weitere potenzielle kommunale Unterschutzstellung erwirkt werden. Es bedarf nun einer erneuten kantonalen Vorprüfung und öffentlichen Auflage.

Zusätzlich geprüft wurde die kommunale Schutzwürdigkeit des ehemaligen Maschinenhauses des Elektrizitätswerks an der Museumstrasse, das nicht im Bauinventar erfasst ist. Die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege nahm eine Neubeurteilung vor. Gemäss Kurzbericht ist eine Schutzwürdigkeit des Gebäudes aufgrund der erfolgten baulichen Eingriffe aus fachlicher Sicht nicht gegeben.

Die IBB Energie AG als heutige Eigentümerin will das Gebäude erhalten, kann Anpassungen – insbesondere in Bezug auf Sicherheitsaspekte – nicht gänzlich ausschliessen. Gestützt auf diese Ausführungen verzichtet der Stadtrat auf eine kommunale Unterschutzstellung.

Für schulische Nutzungen bleibt eine Reserve

Weiter ein Thema sein wird im Einwohnerrat im Zusammenhang mit der Ortsplanungsrevision «Raum Brugg Windisch» die Zone Campus. Der Stadtrat tritt nicht auf den Rückweisungsantrag ein und unterbreitet dem Einwohnerrat den entsprechenden Absatz in unveränderter Form zur Beschlussfassung. Festgehalten ist: «Für Bauten ist die Energieversorgung mit erneuerbaren Energiequellen und die Bauweise nach Minergiestandard anzustreben.»

Geprüft worden ist überdies die Zonierung im Bereich Sommerhalde/Langmatt. Der Stadtrat unterbreitet auch diese dem Einwohnerrat in unveränderter Form zur erneuten Beschlussfassung. Um eine bauliche Entwicklung zu ermöglichen, ist eine Umzonung der östlichen Fläche in eine dreigeschossige Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht vorgesehen. Die westliche Fläche bleibt als langfristige Reserve für schulische Nutzungen in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen erhalten. Der Stadtrat stellt fest:

«Die kürzlich aktualisierte Schulraumplanung bestätigt die bereits in der Schulraumplanung 2013 gewonnene Erkenntnis, dass an diesem Standort mittel- bis langfristig mit einer markanten Zunahme der Einwohner- respektive Schülerzahlen zu rechnen ist.»

Einwohnerrat Freitag, 3. September, 19.30 Uhr, Campussaal.

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