Brugg
Das hat den Kanton geprägt: «Zeitgeschichte Aargau» setzt Massstäbe in der Regionalgeschichtsschreibung

Wirtschaft und Bildung in der Region Brugg von 1950 bis 2000: Das Stadtmuseum Brugg lädt ein zum Vortrag «Zeitgeschichte Aargau» mit Astrid Baldinger und Titus J. Meier.

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Zentrum der Landwirtschaftspolitik: Das Bild zeigt das Grossraumbüro des Schweizerischen Bauern­verbands in Brugg 1948.

Zentrum der Landwirtschaftspolitik: Das Bild zeigt das Grossraumbüro des Schweizerischen Bauern­verbands in Brugg 1948.

zvg/Schweizerischer Bauernverband

640 Seiten stark präsentiert sich das Buch «Zeitgeschichte Aargau». Es bildet das wissenschaftliche Rückgrat eines vierjährigen Projekts, das die jüngste Geschichte des Kantons unter die Lupe nimmt. Damit ist der Aargau der erste Kanton der Schweiz, der seine Vergangenheit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufarbeiten liess. Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport, Medien, Raumplanung, Bevölkerungsentwicklung und der facettenreiche Alltag bilden die einzelnen Kapitel, die umfassend in Wort und Bild dargestellt sind.

Reicher Schatz von audiovisuellen Beständen

Am Sonntag, 16. Januar, stellen zwei der neun Historikerinnen und Historiker des neuen Bands ihr Werk im Stadtmuseum Brugg vor. Astrid Baldinger aus Riniken erläutert am Beispiel von «Brugg als Werkplatz und Bankenzentrum» ihre Erkenntnisse aus dem Wirtschaftskapitel. Der Brugger Titus J. Meier geht auf die Entwicklung des Staatswesens ein. Am Beispiel der Höheren Technischen Lehranstalt zeigt er, wie sich das Aargauer Bildungswesen entwickelte. Das weite Feld des Gesundheitswesens führt er mit den Veränderungen vom Stadtspital Brugg bis zum Gesundheitszentrum vor.

Rüfenach 1965: Das schweizweit erste Gewächshochhaus ersetzte mit seinen 18 Metern Höhe ein herkömmliches Treibhaus von 320 Quadratmeter Fläche. Der Glasturm bot Platz für 7000 Topfpflanzen, die zur Pflege und zum Giessen auf einem Förderband zirkulierten. Das Patent setzte sich letztlich nicht durch.

Rüfenach 1965: Das schweizweit erste Gewächshochhaus ersetzte mit seinen 18 Metern Höhe ein herkömmliches Treibhaus von 320 Quadratmeter Fläche. Der Glasturm bot Platz für 7000 Topfpflanzen, die zur Pflege und zum Giessen auf einem Förderband zirkulierten. Das Patent setzte sich letztlich nicht durch.

zvg/Unbekannt © Staag/Rba4-3-112-1572_2

Die Autorinnen und Autoren schöpften bei ihrer Arbeit aus den üblichen Text- und Bildquellen, aber auch aus dem nach 1950 reich sprudelnden Schatz von audiovisuellen Beständen und von Fotoarchiven. Besonders ergiebig gestalteten sich die über 60 Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die einerseits in das wissenschaftliche Grundlagenwerk einflossen und anderseits in ganzer Länge der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Zeitzeugengespräche sollen die Inhalte und Erkenntnisse des Projekts nach aussen tragen.

Auch Filme gehören zum Projekt

Diese Absicht verfolgt man auch mit den zehn Kurzdokumentarfilmen, die typisch aargauische Themen wie die Atomenergie, das Shoppi Tivoli in Spreitenbach, das Kulturgesetz und die Explosion der Sprengstofffabrik Dottikon aufgreifen. Gleichzeitig fliessen die Ergebnisse von «Zeitgeschichte Aargau» in die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz ein. (az)

Vortrag «Zeitgeschichte Aargau» am Sonntag, 16. Januar, 11.15 Uhr, im Stadtmuseum Brugg; mit Einblick in den Film «Stromland Aargau»; Eintritt gratis, Zertifikatspflicht.

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