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Brugg büsst im Gemeinderanking über 200 Plätze ein – Windisch vor Bezirkshauptstadt

Die Gemeinde Windisch hat besonders im Bereich Wohnen zugelegt. Als Beispiel wird die Fehlmannmatte (weisse Überbauung Bildmitte) genannt. Claudia Meier

Die Gemeinde Windisch hat besonders im Bereich Wohnen zugelegt. Als Beispiel wird die Fehlmannmatte (weisse Überbauung Bildmitte) genannt. Claudia Meier

Es ist nicht nur der Steuerfuss, der eine Gemeinde attraktiv macht – das zeigt das neuste «Weltwoche»-Ranking.

Das Gemeinderanking des Wochenmagazins «Die Weltwoche» sorgt bei den einen Gemeinden für Stirnrunzeln oder Kopfschütteln, bei anderen für Freude. Freuen darf sich in diesem Jahr beispielsweise die Gemeinde Windisch (Rang 392, Vorjahr 314), die trotz viel höherem Steuerfuss an der Bezirkshauptstadt Brugg (Rang 414, Vorjahr 199) erstmals vorbeigezogen ist.

Die «Weltwoche» liess von der Zürcher Beraterfirma für Immobilien und Standortfragen (IAZI) alle Gemeinden der Schweiz mit über 2000 Einwohnern untersuchen, 919 insgesamt. Die Datengrundlage bildeten die öffentlichen Statistiken. Jede Gemeinde wurde gemäss «Weltwoche» anhand 50 Einzelindikatoren bewertet. Zusammengefasst wurden die Resultate in sieben Kategorien: Wohnen, Arbeitsmarkt, Bevölkerung, Steuern, Erreichbarkeit, Versorgung und Sicherheit.

Infogram Gemeinderanking Bezirk Brugg Entwicklung

Um es vorwegzunehmen: Sämtliche untersuchten Gemeinden im Bezirk Brugg sind im Rating zurückgefallen. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass neue Indikatoren (50 statt bisher 40) dazugekommen sind. Zudem werden die Immobilienpreise neu zu 50 Prozent, die anderen sieben Faktoren zu je 7 Prozent gewichtet. Trotzdem lässt sich von der Statistik ableiten, wie die Gemeinden im Bezirk Brugg unterwegs sind.

Hausen belegt unter den Brugger Gemeinden nach wie vor Rang 1, gefolgt von Lupfig und Windisch. Die Gemeinde Windisch nahm von 2014 auf 2015 einen grossen Sprung und ist im Gegensatz zu den anderen Gemeinden im Jahr 2016 nicht allzu stark zurückgefallen.

«Die Strategie trägt Früchte»

Zurückzuführen sei dies auf die Strategie von Windisch, hält Gemeindeschreiber Stefan Wagner fest. Die Strategie: konsequentes Wachstum, stetige Entwicklung in einer gesunden Balance mit den knappen finanziellen Mitteln. «Das trägt nun Früchte», sagt Wagner. Er gibt aber zu bedenken, dass es schwierig sei, das Ranking über verschiedene Jahre zu vergleichen, da nicht immer dieselben Parameter verwendet würden. Vor allem im Bereich Wohnen hat die Gemeinde Windisch erneut zugelegt. «Im Gegensatz zu Brugg hat Windisch bezüglich Überbauungen noch Entwicklungspotenzial», meint Wagner.

Die Steigerung beim Wohnen sei vor allem auf die Entwicklung des Kunz-Areals und des Dorfkerns (Fehlmannmatte) zurückzuführen. Auch im Arbeitsmarkt platziert sich Windisch vor Brugg. Das sei auf die grosse Anzahl neuer Arbeitsplätze bei der Fachhochschule und beim Reisezentrum von Eurobus zurückzuführen, heisst es bei der Gemeinde Windisch. Überhaupt hat Windisch der FHNW viel zu verdanken. «An der Entwicklung von Windisch hat der Standort der Fachhochschule Nordwestschweiz einen grossen Anteil und Einfluss», sagt Stefan Wagner. Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen Brugg und Windisch bei der Sicherheit. Eine mögliche Erklärung: «Windisch konnte bis jetzt seinen dörflichen, ländlichen Charakter beibehalten, somit ist auch das Städtische bei uns noch nicht so spürbar, was auch einen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl hat», meint Wagner.

Die Stadt Brugg will sich auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht zum Rating äussern. Für eine Beurteilung des Rankings würden detaillierte Angaben fehlen, heisst es.

Infogram Gemeinderanking Bezirk Brugg 2016

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