Brugg
Auch bei den Strassen gilt: Der Markt bildet den Preis

Die Brugger Einwohnerrätin Barbara Geissmann (Die Mitte) hat Fragen zu den Krediten für Strassensanierungen. Der Stadtrat gibt Antwort.

Michael Hunziker
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Der Sanierung der Habsburgerstrasse hat der Einwohnerrat Anfang September zugestimmt.

Der Sanierung der Habsburgerstrasse hat der Einwohnerrat Anfang September zugestimmt.

mhu (22. Juni 2015)

Von viel zu hohen Kosten werde seit ein paar Jahren ausgegangen bei geplanten Sanierungen von Strassen und Schmutzwasserleitungen in Brugg, stellt Einwohnerrätin Barbara Geissmann (Die Mitte) fest. Die Folge seien Bruttokreditunterschreitungen von bis zu über 50%.

Schaue man weiter zurück, seien solche Projekte früher deutlich genauer budgetiert worden, führt Barabara Geissmann aus. Sie erinnert an die Einwohnerratssitzung Anfang September. An dieser stand die Erneuerung von Enzianweg und Habsburgerstrasse zur Diskussion – für einen Betrag von insgesamt 1,435 Mio. Franken. Rechne man die Kosten pro Quadratmeter aus und vergleiche sie mit ähnlichen Strassen, «muss man zum Schluss kommen, dass weiterhin viel zu hoch budgetiert wird», so die Einwohnerrätin.

In einer Kleinen Anfrage erkundigte sie sich beim Stadtrat danach, warum das so ist und welche Anstrengungen unternommen werden, damit künftige Kreditanträge zu Strassen- und Leitungssanierungen wieder realistischer sind.

Auch Unsicherheiten müssen abgebildet werden

In seiner jetzt vorliegenden Antwort verweist der Stadtrat auf die Erfahrungswerte sowie Einheitspreise, die aus abgeschlossenen Projekten ermittelte werden und auf deren Basis die Kalkulation eines Kostenvoranschlags erfolgt. Diese Einheitspreise widerspiegeln, hält die Behörde fest, einerseits einen Mittelwert und decken andererseits die Herstellungskosten einer Unternehmung ab. Weiter müssten in den Kostenvoranschlägen auch Unsicherheiten abgebildet werden, die bei der Planung nicht vollständig eruiert werden könnten.

Barbara Geissmann ist Einwohnerrätin (Die Mitte).

Barbara Geissmann ist Einwohnerrätin (Die Mitte).

zvg

Ein Beispiel dafür sind laut Stadtrat schadstoffbelastete Böden. «In der Stadt Brugg muss bei Strassensanierungen erfahrungsgemäss mit Rückständen aus Teertränkungen gerechnet werden. Die Entsorgung dieser Stoffe ist aufwendig und teuer.» Ein anderes Beispiel sei anstehender Fels, der etwa im Fall der Reinerstrasse für die Verlegung der Werkleitungen entfernt werden müsse. «Unter all diesen Aspekten wird verständlich, dass ein Kostenvoranschlag in aller Regel höher ausfallen muss als Unternehmerofferten.»

Die Konkurrenzsituation hat weiter zugenommen

Zudem weichen die effektiven Offerten der Unternehmungen wenig bis stark von den Kostenvoranschlägen ab – je nach Konkurrenzsituation sowie Submissionsverfahren, fährt der Stadtrat fort. Denn grundsätzlich bilde der Markt die Preise. Die Konkurrenzsituation habe, dies zeigen gemäss Behörde die Erfahrungen bei den letzten Vorhaben, weiter zugenommen.

Bei der Habsburgerstrasse und beim Enzianweg, geht der Stadtrat auf konkrete Projekte ein, sei die Umsetzung aufgrund der engen Platzverhältnisse und der vielen Liegenschaften komplexer als beispielsweise bei einer Fröhlichstrasse oder einer Schöneggstrasse:

«Der Aufwand für Logistik, Zu- und Wegfahrt, Bauphasen und Liegenschaftsanschlüsse etc. ist hier grösser.»

Die Abteilung Planung und Bau habe sich im Vorfeld mit der Thematik der hohen Kreditabweichungen befasst und die Einheitspreise für die Kalkulation dieser Kredite bereits leicht gesenkt. Je nach Ergebnis der Submission könnten weitere Schlüsse für nächste Kredite gezogen werden, so die Behörde.

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