Bözen
Bözen schreibt Geschichte und weiht ein junges Quartier für Alte ein

Vor über zehn Jahren hatte der Gemeinderat die Idee, in Bözen Alterswohnungen zu bauen. Damit könnte für viele Hausbesitzer der Umzug ins Altersheim hinausgeschoben werden.

Claudia Meier
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Der Begegnungsplatz ist das Herzstück der Siedlung Gässlimatt
11 Bilder
Auf dem Balkon der Neubauwohnung liesse es sich gut leben
Blick aus einer neuen Wohnung auf Nachbarhäuser und Kirche
Das junge Quartier für Alte
Künftige Nachbarn lernen sich kennen
In den kommenden Wochen ziehen die neuen Bewohner und die Spitex ein
Das Badezimmer ist rollstuhlgängig
Das Haus der ersten Bauetappe ist seit vier Jahren bewohnt
Die neuen Wohnungen stossen auf grosse Akzeptanz
Vizepräsident Urs Frei berichtet von historischen Fiunden am Standort
Genossenschaftspräsidentin Vreni Erb vor den Häusern der zweiten Bauetappe

Der Begegnungsplatz ist das Herzstück der Siedlung Gässlimatt

Claudia Meier

Nun ist auf der Gässlimatt im Dorfzentrum eine Siedlung mit 24 Wohnungen und Begegnungsplatz fertiggestellt worden. Die Mieter und Eigentümer der zweiten Bauetappe werden in den kommenden Wochen einziehen. Die 700-Seelen-Gemeinde geniesst für die Umsetzung dieses Pionierprojekts weit über die Dorfgrenze hinaus grosse Beachtung.

Möglich wurde der Neubau der Siedlung durch die 2006 gegründete Genossenschaft «Wohnen im Alter Bözen und Umgebung». Mittlerweile zählt die Genossenschaft gut 150 Mitglieder. Die Gemeinde stellte das an zentraler Lage gelegene Land im Baurecht zur Verfügung. Die ersten beiden Häuser mit zwölf Wohnungen waren bereits 2008, also zwei Jahre danach bezugsbereit. Die Nachfrage war damit aber noch nicht gestillt.

Alterswohnung auch für Jüngere

Schon bald wurde klar, dass die Genossenschaft zwei weitere Häuser bauen wollte. Dank vieler privater Darlehensgeber und der unentgeltlichen Arbeit der Vorstandsmitglieder konnte auch die zweite Bauetappe kostengünstig umgesetzt werden. Entstanden sind zehn Wohneinheiten mit 3,5 Zimmern und zwei mit 2,5 Zimmern. Diese können gemietet oder gekauft werden. Der Spitex-Stützpunkt Oberes Fricktal wird neu eine Wohnung im Parterre beziehen.

Der Schritt vom Eigenheim in eine Wohnung ist verständlicherweise nicht einfach. Eine Person krebste zurück und will die reservierte
3,5-Zimmer-Wohnung nun doch nicht beziehen. Erstaunlich ist auch, dass sich unter den weit über hundert Genossenschaftern nicht 23 Wohnparteien finden lassen, die in den Alterswohnungen leben wollen. Die Genossenschaft vermietet die hellen Wohnungen deshalb auch an jüngere Interessierte. «Oh, ist das schön hier», sagten mehrere Besucherinnen spontan anlässlich der Einweihung am Samstag.

«Der Vorstand hat mit diesem Projekt in Bözen Geschichte geschrieben», betonte Architekt Beat Klaus aus Brugg. Genossenschaftspräsidentin Vreni Erb liess sich trotz heiserer Stimme den Humor nicht nehmen: «Die Nachbarn mussten während der Bauphase sicher öfters Staub schlucken. Jetzt sind sie eingeladen, ihn mit einem guten Tropfen Bözer runter zu spülen.» Die künftigen Nachbarn lernten sich so gleich kennen.