Krimiliebhaber wissen, was der strenge Blick der Kommissarin auf die Uhr bedeutet: Der Countdown läuft, der Verbrecher muss dringend gefasst werden. Der Countdown läuft derzeit auch für die Vernissage von TransForm II.

Selbst wenn keine Kommissarin, sondern Kunstschaffende im Spiel sind, ist die Spannung nicht minder hoch. Zwar wissen die Künstlerinnen und Künstler, was sie an der Vernissage im Dezember präsentieren wollen – eine Box im A5-Format und mit einer Auflage von 500 Exemplaren – «doch so richtig vorstellen können wir uns das derzeit noch nicht», sagt Silvia Hintermann mit einem Lächeln.

Das Echo war überwältigend

Sie ist eine von neun Kunstschaffenden, die 2012 am Ausstellungs- und Kulturprojekt TransForm I im Spinnereiareal Unterwindisch mitgewirkt hat (siehe Box).

Silvia Hintermann sowie ihre Kolleginnen und Kollegen aus Windisch und anderen Orten wollten damit einerseits die Transformation eines geschichtsträchtigen Geländes aufzeigen –das bald zu einem neuen Quartier mit Hunderten Bewohnern wird – und andererseits auf die morbid-charmanten Räumlichkeiten mit Kunst und Installationen reagieren.

Das Echo darauf war überwältigend. Nicht zuletzt darum, weil das Rahmenprogramm und die Führungen nicht allein Ortsansässige, sondern auch Auswärtige anlockte.

Dass TransForm I jetzt einen Nachfolger bekommt, entspringt dem Wunsch der Kunstschaffenden, das erste Kulturprojekt zu dokumentieren und fortzusetzen. Das aber nicht, um das eigene Tun zu beweihräuchern, sondern um sowohl den jetzigen Quartierbewohnern wie den Neuankömmlingen zu verdeutlichen, was war, ist und wird.

«Tranformation bedeutet fortwährende Veränderung für alle und alles», bringt es Silvia Hintermann auf den Punkt.

Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die abgebrochenen oder leer geräumten Werkhallen. Das habe schon geschmerzt, betont sie, um sogleich zu ergänzen: «Aber es entsteht ja Neues, nämlich Lebensraum für viele Menschen.» Welche Bedeutung der Ort hat,wo diese künftig leben, kann mit TransForm II erfahren werden. Ein Buch werden Interessierte nicht in den Händen halten, dafür eine vom Kuratorium wie von der Gemeinde Windisch finanziell unterstützte Box.

Sie birgt rund 80 Karten: Surprisen, die Geschichten fortspinnen, die 2012 begonnen wurden. «Uns hat nach der Beendigung von TransForm I auch interessiert, was danach passiert», sagt Silvia Hintermann. Anders gesagt: Wie hat die Ausstellung ihre Macher und ihre nachmaligen Arbeiten verändert? Die Box bietet mit Fotos, Texten und Materialen zweierlei: Spannende Rückschau wie spannender Ausblick.

Die Buchvernissage von TransForm II findet am Sonntag, 8. Dezember, im Diesellokal im Kunzareal, Unterwindisch, um 11 Uhr statt.