Windisch
Bossarthaus und Bossartschüür: Verkaufen oder sanieren lautet die Frage

Der Einwohnerrat hat es in der Hand, wie es mit dem Bossarthaus und der Bossartschüür weitergeht. Zwar hat sich die finanzielle Situation der Gemeinde Windisch in den letzten Jahren verbessert. Allerdings stehen Investitionen an, besonders im Bereich der Schulraumplanung. Anders gesagt: Die Verschuldung wird wieder zunehmen.

Michael Hunziker
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Der Gemeinderat möchte sich die Kosten für die Instandsetzung und Erneuerung der markanten Liegenschaft an der Dorfstrasse sparen. mhu

Der Gemeinderat möchte sich die Kosten für die Instandsetzung und Erneuerung der markanten Liegenschaft an der Dorfstrasse sparen. mhu

Michael Hunziker

Entweder das Bossarthaus und die Bossartschüür werden verkauft oder aber es müssen bauliche Sofortmassnahmen getroffen und eine Sanierung angegangen werden: Der Windischer Einwohnerrat entscheidet über die Zukunft der markanten Liegenschaft an der Dorfstrasse.

Die finanzielle Situation der Gemeinde Windisch hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert. Allerdings stehen Investitionen an, besonders im Bereich der Schulraumplanung. Anders gesagt: Die Verschuldung wird wieder zunehmen. «Diese Entwicklung erfordert weiterhin eine umsichtige Finanzpolitik», führt der Gemeinderat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat aus.

In Finanzworkshops wurden mögliche Massnahmen diskutiert. Eine davon ist der Verkauf des Bossarthauses und der Bossartschüür. «Damit kann die Verschuldung reduziert werden», hält die Behörde fest. Zudem hätte die Gemeinde die dringend notwendigen Kosten für die Instandsetzung und Erneuerung der Liegenschaft nicht selber zu finanzieren. Verbleibe das Gebäude im Eigentum der Gemeinde, müsse mit Kosten von 1,926 Mio. Franken gerechnet werden – unter Vorbehalt der nicht abschliessend beurteilten Themen wie Erdbebensicherheit, Mietausfall oder erhöhte Anforderungen an die Schadstoffsanierungen.

Nutzungen sind unterschiedlich

Der Verkauf des Bossarthauses – ohne Scheune – war bereits Mitte Oktober 2013 ein Thema im Einwohnerrat. Dieser beschloss damals allerdings, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Diesmal geht es nicht nur um den Verkauf des Wohnteils, sondern der gesamten Liegenschaft inklusive Bossartschüür. Zudem liegen zwischenzeitlich Zahlen vor zum Investitionsbedarf für Instandsetzung, Erneuerung und Unterhalt, schreibt der Gemeinderat. Mit dem Wohnteil mit den sechs vermieteten Wohnungen sowie dem Kulturteil werde das Gebäude unterschiedlich genutzt, fährt die Behörde fort. «Die technischen Installationen werden teilweise von beiden Nutzern beansprucht. Daher machte es Sinn, die beiden Gebäudeteile gemeinsam zu untersuchen.»

Anforderungen sind hoch

Für die nähere Zukunft braucht es laut Gemeinderat verschieden tiefe bauliche Eingriffe, «wobei dem alten, maroden Ziegeldach und den Natursteinarbeiten besondere Beachtung geschenkt werden müssen». Weil die Liegenschaft unter Substanzschutz stehe, müssten für Eingriffe an der Gebäudehülle und im Gebäudeinnern planerisch, technisch und gestalterisch höhere Anforderungen erfüllt werden.

Bei einem Verkauf dagegen fallen die Investitionen für die Sanierung weg. Die Rede ist von einem Verkaufspreis von mindestens 1,58 Mio. Franken für das Bossarthaus inklusive sechs Parkplätze sowie von mindestens 620 000 Franken für die Bossartschüür. Wird der Verkauf abgelehnt, beantragt der Gemeinderat einen Kredit für die Projektierung der Sanierung sowie einen Nachtragskredit für bauliche Sofortmassnahmen.

Einwohnerrat Mittwoch, 25. Januar, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.

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