Böztal
Wasserverbrauch: Die Hornusser zahlen bald 1.80 anstatt 1 Franken pro Kubikmeter Frischwasser

Bis 2031 fallen in der neuen Fusionsgemeinde bei Wasser und Abwasser Investitionen in der Höhe von 16,3 Mio. Franken an. Wie sich das auf die Gebührenstruktur für die Bewohner von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen auswirkt, wurde an einem Infoabend erläutert.

Claudia Meier
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Effingen bezieht das Wasser auch aus Schinznach.

Effingen bezieht das Wasser auch aus Schinznach.

Claudia Meier
(20. August 2020)

Was seit den Fusionsabklärungen in der Luft lag, steht jetzt schwarz auf weiss da: Die Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Frischwasser beträgt in der neuen Gemeinde Böztal 1.80 Franken. So sieht es das «Reglement zur Finanzierung von Erschliessungsanlagen» vor, über das die Stimmberechtigten von Böztal am 4. Dezember an ihrer ersten Gemeindeversammlung vor der eigentlichen Fusion per 2022 in der Gewerbehalle der Gebrüder Herzog in Hornussen abstimmen werden.

Momentan zahlen die Bözer 2 Franken Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Frischwasser, die Elfingerinnen 1.90, die Effinger 2.20 und die Hornusser nur 1 Franken. Es verwundert daher nicht, dass die Kritik zum höheren Wasserpreis aus Hornussen kam am zweiten Informationsabend über die Reglemente der Fusionsgemeinde.

Preisüberwacher empfahl, die Gebühren zu korrigieren

Zusätzlich zur Verbrauchsgebühr ist eine Grundgebühr von 150 Franken pro Zähler vorgesehen. Die Steuerungsgruppe, welche den Zusammenschluss vorbereitet und dem gewählten Gemeinderat entspricht, wollte zuerst eine tiefere Grundgebühr von 75 Franken und dafür eine um 50 Rappen höhere Verbrauchsgebühr von 2.30 Franken pro Kubikmeter einführen. Doch Preisüberwacher Stefan Meierhans regte an, das Gebührenmodell zu korrigieren. Denn mit der Grundgebühr sollten die Fixkosten gedeckt werden.

In den nächsten zehn Jahren fallen in allen vier Dörfern Investitionen in Wasser- und Abwasseranlagen in der Höhe von insgesamt 16,3 Mio. Franken an. Das heisst: Aus dem Vermögen des Wasserwerks Böztal von knapp 2 Mio. Franken wird bereits ab 2022 eine Schuldenlast, die mittelfristig nicht abnehmen wird. Gemeinderat Roger Frey, Leiter der Arbeitsgruppe 3, hielt deshalb fest:

«Investitionen in die Eigenwirtschaftsbetriebe müssen durch die Tarife finanziert werden.»

In der Wasserversorgungsberechnung ist eine halbe Mio. Franken aus dem Fusionsbeitrag eingeflossen.

Bruno Brack, bis Ende Jahr noch Gemeinderat in Hornussen, sagte: «Vom Gebührenanstieg in Hornussen sind vor allem die Landwirte betroffen.» Er regte deshalb eine abnehmende Verbrauchsgebühr für grössere Wassermengen an und ergänzte, das im Juni an der Gmeind beschlossene Hochzonen-Projekt sei «total überrissen».

Es ist genau diese Investition in der Höhe von etwa 4,5 Mio. Franken, welche im Finanzplan der Wasserversorgung den grössten Brocken bildet und von der zwölf Landwirtschaftsbetriebe und ein Generalunternehmen in Hornussen profitieren.

Für jedes Dorf dreistufige Erschliessungspläne

Ammann Andreas Thommen aus Effingen ging mit Brack einig, dass das Hochzonen-Projekt überrissen sei. Er fügte aber an: «Ihr habt jahrelang von einer Gebühr von 1 Franken pro Kubikmeter profitiert. Jetzt finanziert Böztal das Projekt mit.» Den Landwirten sagte Thommen: «Nutzt das Dachwasser!» In der Konsultativabstimmung waren wenige der etwa 60 Anwesenden für das Umkehren des Tarifmodells. Eine Mehrheit sprach sich für die Präzisierung aus, dass jede Wohnung und nicht das Haus einen Zähler hat.

Bözen ist einer von vier Ortsteilen der künftigen Gemeinde Böztal, Blick Richtung Hornussen.

Bözen ist einer von vier Ortsteilen der künftigen Gemeinde Böztal, Blick Richtung Hornussen.

Claudia Meier
(23. Oktober 2021)

Während knapp zweieinhalb Stunden wurden am Mittwochabend in der Turnhalle Effingen auch die neuen Reglemente für Strassen, Wasser und Abwasser erläutert sowie die Abwasser- und Erschliessungsgebühren erklärt. Aus dem Fusionsbeitrag des Kantons sollen 2,5 Mio. Franken für die Abwasserbeseitigung eingesetzt werden. Die Verbrauchsgebühr beträgt 2.50 Franken pro Kubikmeter und die Grundgebühr 100 Franken pro Wohnung.

Zu allen Reglementen, die vom Ingenieurbüro Koch + Partner aus Laufenburg verifiziert wurden, gibt es neu dreistufige Richtpläne für die Basis-, Grob- und Feinerschliessung.

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