Bözen
In diesem Dorf soll die Bevölkerung nichts für den Strom im letzten Jahr bezahlen

Das Stimmvolk entscheidet an der Gemeindeversammlung über das Geld aus dem Verkauf der Elektra. Profitieren vom Mitteleinsatz dürften alle Generationen. Dazu ist die Gründung einer Stiftung vorgesehen.

Claudia Meier
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Der Gemeinderat Bözen und die Jury schlagen vor, den Buchgewinn von total 5,49 Millionen Franken zu verteilen.

Der Gemeinderat Bözen und die Jury schlagen vor, den Buchgewinn von total 5,49 Millionen Franken zu verteilen.

Bild: Sandra Ardizzone
(3. Juni 2020)

Ende Januar dieses Jahres entschieden die Stimmberechtigten, die gemeindeeigene Elektra für 4,8 Millionen Franken an die AEW zu verkaufen. Zusätzlich wird das Vermögen der Elektra von 685'148 Franken in die Gemeinde Bözen überführt. Zur Verwendung des Verkaufserlöses startete der Gemeinderat einen Ideenwettbewerb, bei dem über 30 Ideen aus der Bevölkerung eingingen. Diese sind von einer neunköpfigen Jury nach Kriterien beurteilt worden. Womöglich sollen die Projekte aus den Ideen in Bözen umgesetzt werden, einzigartig und nachhaltig sein sowie allen Generationen der Einwohner dienen.

Der Gemeinderat Bözen und die Jury schlagen vor, den Buchgewinn von total 5,49 Millionen Franken wie folgt zu verteilen: Der Strom von der Elektra für das vergangene Jahr soll gratis sein (-553'000 Franken), in die Stiftung mit dem klaren Zweck zur Umsetzung der eingereichten Ideen sollen über 3,3 Millionen Franken fliessen und an die Einwohnergemeinde Bözen gut 1,6 Millionen Franken.

Unterstützt werden Projekte zur Bewegungsförderung

Über sieben Stiftungsräte verfügt die neue Stiftung Elektra, wobei fünf aus dem künftigen Ortsteil Bözen der Fusionsgemeinde Böztal stammen und mindestens ein Stiftungsrat von Amtes wegen Mitglied des Gemeinderats sein muss. Die ersten Mitglieder des Stiftungsrats werden von der Gemeindeversammlung Bözen für eine Amtsdauer von vier Jahren ernannt. Danach wird der Stiftungsrat von den Einwohnern der Gemeinde Böztal gewählt. Wiederwahl ist möglich.

Die Stiftung bezweckt die Förderung von sportlichen Aktivitäten, die nicht einen einzelnen Anlass zum Gegenstand haben. Ausserdem sollen Projekte zur Förderung von nachhaltigen und ökologischen Energieerzeugungsmassnahmen für öffentliche oder dem Gemeinwohl dienende Zwecke unterstützt werden. Ebenso Vorhaben zum Erhalt von kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen in öffentlichen Gebäuden und zur Schaffung von öffentlichen Begegnungsstätten, die auch für private Anlässe genutzt werden können.

Zur Fusionsumsetzung ist eine Infoveranstaltung geplant

Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gmeind vom Freitag über die Verwendung des Buchgewinns, die Gründung der Stiftung und wählen die sieben Stiftungsräte. «Investitionen, die als typische Pflichtaufgabe einer Gemeinde erscheinen, können nicht über die Stiftungsgelder finanziert werden», heisst es in der Botschaft an das Stimmvolk.

Ebenfalls zur Diskussion stehen an der Gemeindeversammlung der Rechenschaftsbericht und die Rechnung 2020 sowie drei Kreditabrechnungen und das Konzessionsgebühren-Reglement, das rückwirkend mit dem Verkauf der Elektra an die AEW auf den 1. Januar 2021 in Kraft treten soll. Unter «Verschiedenes» wird der Gemeinderat über die Schule der künftigen Gemeinde Böztal und den Stand der Fusionsumsetzung informieren. Zum zweiten Punkt ist eine Informationsveranstaltung geplant.

Gemeindeversammlung Freitag, 25. Juni, Turnhalle, 19.30 Uhr Ortsbürger, 20 Uhr Einwohner.