Bözberg

Bözberger Schulpflege äussert sich zum Vorfall mit Softairwaffe

An der Primarschule Bözberg kam es zu einem Vorfall mit einer Softair-Pistole.

An der Primarschule Bözberg kam es zu einem Vorfall mit einer Softair-Pistole.

Über zwei Wochen sind seit dem Vorfall mit der Softair-Pistole an der Schule Bözberg vergangen. Nun äussert sich die Schulpflege. Sie hält fest, dass sich Eltern nicht aufgrund der Waffen-Demonstration an die Schulleitung wandten.

Ein Bözberger Lehrer führte seinen Schülern im Unterricht eine Softair-Pistole vor. Zuvor wurden zwei Schüler mit einer solchen Waffe erwischt. In einer Medienmitteilung vom Freitagmorgen bestätigt die Schulpflege Bözberg, dass das Thema im Unterricht thematisiert wurde.

«Aufgrund einer auf dem Pausenplatz eingezogenen Softairgun vereinbarten Schulleitung und Lehrperson, dass die Gefährlichkeit von Waffen und das Waffengesetz im Unterricht thematisiert werden», heisst es im Schreiben.

Der Lehrer S. P.* vereinbarte mit der Schulleitung per E-Mail, dass in der Zeichenstunde die Vorführung stattfinden soll. «Bei der Schulleiterin konnte ich dann im Büro die Softair-Waffe abholen», erklärte S. P. bereits vor zwei Wochen gegenüber der az. Die Waffe war jene der zwei Schüler, die vor einigen Wochen damit erwischt wurden.

S. P. organisierte einen Abfalleimer als Kugelfang und vier Blätter, um den Schülern zu zeigen, was so eine Softair-Pistole anrichten kann. «Ich habe das Waffengesetz am Beamer gezeigt. Zusätzlich habe ich vier wichtige Regeln im Umgang mit Schusswaffen präsentiert», führt S. P. aus. «Diese vier Punkte habe ich auf einen Zettel gedruckt und diesen dann den Schülern abgegeben.»

Den Zettel klebten die Schüler in ihr «Heft für Allgemeinbildung», wie es S. P. nennt. Dieses Heft hat er initiiert, damit die Schüler aktuelle Ereignisse oder wichtige Themen ausserhalb des obligatorischen Schulstoffs festhalten können.

Im Schulzimmer geschossen

Im Schulzimmer geschossen: Ein Lehrer zeigte den Schülern von Bözberg, was eine Softairgun anrichten kann

Es entstand Verunsicherung

Nach dieser Aktion wandten sich offenbar laut Schulpflege noch keine Eltern an die Schulleitung. Die Meldung an die Schulleiterin erfolgte aufgrund eines zweiten Vorfalls. «In derselben Woche berichtete ein Schüler zu Hause über eine Geste des Lehrers mit einer anderen Spielzeugpistole während des Unterrichts», heisst es in der Medienmitteilung.

«Dass diese Meldung, die kein schulisches Problem mit einem Schüler, sondern das Verhalten der Lehrperson betrifft, an die Schulleitung und nicht an die Lehrperson gemacht wurde, ist aus Sicht der Schulpflege legitim.» Die anschliessenden Vorgänge, in die Inspektorat, Schulleitung, Schulpflege und Polizei involviert waren, hätten dazu geführt, dass aufgrund einer «entstandenen Verunsicherung» schlussendlich die Polizei anrückte, wie die Schulpflege schreibt.

Wie die az bereits geschrieben hat, war es Vizeammann Carmen Stahel, die die Meldung an die Schulpflege machte. Anschliessend wurde ihr vorgeworfen, dass sie den Lehrer S. P. sowieso loswerden wollte. Dieser hatte bereits vor diesen Vorfällen per Ende Januar 2016 seine Stelle an der Schule Bözberg gekündigt. Die Schulpflege distanziert sich in ihrem Schreiben davon, dass im Rahmen dieses Vorfalls das Ziel verfolgt wurde, die Lehrperson loszuwerden.

Lehrer unterrichtet weiterhin

Zu den weiteren Entwicklungen im Fall äussert sich die Schulpflege nicht. «Die Schulpflege ist keine Ermittlungsbehörde. Was genau im Unterricht vorgefallen ist, untersucht die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach», heisst es.

Die Ermittlungsergebnisse werden laut Staatsanwaltschaft im Januar 2016 erwartet. Schuldig bleibt die Schulpflege Antworten beispielsweise auf die Frage, warum die Schulleitung und die Schulpflege keinen Kontakt mit dem betroffenen Lehrer aufgenommen hatten, bevor sie die Polizei einschalteten.

Im Moment begleitet die Schulpflege den Unterricht, vor allem jenen der 5. und 6. Klasse, besonders eng, um allfälligen Störungen umgehend begegnen zu können. Die Schulleiterin ist seit dem Vorfall krankgeschrieben. Das bestätigte die Schulpflege gegenüber der az.

Ganz im Gegensatz zum betroffenen Lehrer S. P., der weiterhin unterrichtet. «Ich habe noch Projekte im Werken oder Zeichnen, auf die sich die Kinder gefreut haben und die ich vor Weihnachten noch beenden möchte», sagte er gestern gegenüber der az.

«Den Sechstklässlern steht ja im Sommer der Übertritt in die Oberstufe bevor, und da möchte ich alles so gut wie möglich aufgleisen.» S. P. wird folglich bis Ende Semester am 5. Februar in Bözberg unterrichten.

* Name der Redaktion bekannt

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