Bözberg
«Darf ich den Bus lenken?» – Der Postautokurs soll an der Schule regelmässig durchgeführt werden

Im Zweijahresrhythmus sollen die Kindergarten- und Schulklassen der Gemeinde zukünftig über das korrekte Verhalten im Bus informiert werden. Das Team bestehend aus drei Angestellten von PostAuto Schweiz und der Puppe Moritz zeigt, wie es geht.

Carla Honold
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Alexandra Kramer von PostAuto Schweiz AG erklärt, wie sich die Schüler während der Fahrt verhalten sollen.

Alexandra Kramer von PostAuto Schweiz AG erklärt, wie sich die Schüler während der Fahrt verhalten sollen.

Carla Honold

Zum zweiten Mal fand die Postautoschulung mit Kindern aus dem Kindergarten sowie der ersten bis dritten Primarschulklasse in Bözberg statt. Markus Lang, Schulleiter der Schule Bözberg, weiss um die Wichtigkeit des Kurses:

«Wir sind eine der wenigen Gemeinden, in welchen die Kinder schon ab dem Kindergarten mit dem Postauto unterwegs sind.»

Im letzten Jahr hätten sie einen Unfall auf dem Schulweg gehabt. «Ein Kind hatte sich beim starken Bremsen des Fahrers nicht rechtzeitig festgehalten und erlitt leichte Verletzungen.» Auch die PostAuto AG schätze die Schulungen. «Es besteht ein gegenseitiges Interesse daran, dass die Kinder sich richtig verhalten und sicher ans Ziel kommen», erklärt Lang. So übernimmt PostAuto auch die Kosten der Kurse.

Wo die Schultasche während der Fahrt hin muss

Drei Mitarbeitende begrüssen die Kinder an der Haltestelle Bözberg, «Ursprung». In zwei Gruppen üben die 18 Erstklässlerinnen und Erstklässler die Verhaltensweisen für den öffentlichen Verkehr. An der Bushaltestelle erklärt André Hiltbrunner, der für PostAuto fährt und Billetts kontrolliert, die Regeln der einen Klassenhälfte, während die andere eine Testfahrt im Bus unternimmt.

André Hiltbrunner, Alexandra Kramer und Ali Tuglu (von links) führen die Schulung gemeinsam durch.

André Hiltbrunner, Alexandra Kramer und Ali Tuglu (von links) führen die Schulung gemeinsam durch.

Carla Honold

Aus der Reihe der Schülerinnen und Schüler hört man: «Darf ich den Bus lenken?» oder «Können wir mit hundert durch den Kanton fahren?» Hiltbrunner muss die Fragen zur Enttäuschung des Publikums verneinen. Auf die Verhaltensrichtlinien kommen die Kinder nach einigen Witzen danach schnell.

Sie wissen, dass die Schuhe nicht aufs Polster gehören und haben alle ein Ticket dabei. Hiltbrunner erklärt, wo der Rucksack hin muss – zwischen die Beine – und für wen die Kinder zusammenrücken und Sitze freigeben sollen – ältere Passagiere.

«Eine Auffrischung schadet nie»

Unterwegs im Postauto weist Alexandra Kramer, die hauptsächlich in der Ticketkontrolle arbeitet, die Kinder an, wie und wo sie während der Fahrt sitzen sollen. «Wer von euch hat ein Hündlein?», fragt sie in die neunköpfige Runde. Zahlreiche Hände schiessen in die Höhe und ein Primarschüler ruft dazwischen: «Ich habe kein Hündlein. Ich habe einen Hund.» Kramer erklärt den Kindern, dass ihr Hündlein oder ihr Hund genauso ein Billett braucht, wie die Besitzer selbst.

Die Kinder grüssen Ali Tuglu, der das Postauto fährt, per Handschlag.

Die Kinder grüssen Ali Tuglu, der das Postauto fährt, per Handschlag.

Carla Honold

Das Ein- und Aussteigen muss die Gruppe einige Male üben, bevor es Kramer und Ali Tuglu, der hinter dem Steuer des Busses sitzt, zufriedenstellt. Beim Einstieg rufen die Kinder brav: «Hallo Ali.» Sie wollen den Chauffeur bei jeder Wiederholung mit einem Handschlag begrüssen, bis Kramer erklärt, dass ein «Grüezi» vom Eingang aus reicht.

Besonders schnell oder leise sind die Kinder auch am Ende der Testfahrt nicht, aber Kramer und Tuglu sind zufrieden. Den Schulweg werden sie erfolgreich meistern können. Schulleiter Lang weiss:

«Gewisse Primarschüler sind schon zum zweiten Mal dabei, aber eine Auffrischung schadet nicht.»

Alle zwei Jahre soll der Kurs zukünftig stattfinden. «Wir wollen die Schulung in Bözberg institutionalisieren.»

Moritz fällt mit etwas Hilfe aus dem Sitz

Zum Höhepunkt kommt es, sobald beide Neunergruppen zurück an der Haltestelle «Ursprung» sind. Hauptattraktion ist Puppe Moritz, mit der Tuglu und Kramer demonstrieren, was bei einer Vollbremse passieren kann, wenn sich der Passagier nicht festhält. Nach dem abrupten Stopp muss Kramer zwar noch etwas nachhelfen und Moritz vom Sitz ziehen, doch das fällt den Kindern nicht auf. Die Demonstration ist gelungen.

Puppe Moritz ist auch Teil des Postautoteams. Er kommt für die Unfalldemonstration zum Einsatz.

Puppe Moritz ist auch Teil des Postautoteams. Er kommt für die Unfalldemonstration zum Einsatz.

Carla Honold

Auch André Hiltbrunner gefällt die Schulung. «Die Kurse neben dem Busfahren und Billettkontrollieren durchzuführen, macht meinen Job sehr vielfältig.» Seit 16 Jahren ist er bei PostAuto tätig und seit rund einem Jahr in Brugg stationiert.

Postautoschulungen werden zunehmend öfter durchgeführt

«Schulungen wie diese gibt es vermehrt erst seit 2010», berichtet Hiltbrunner. Als Fahrer sei man sehr froh, wenn die Kinder ruhig und sicher unterwegs sind. «Lärm ist eine grosse Ablenkung während des Fahrens.» Zahlreiche Schulen würden das Angebot mittlerweile nutzen. Hiltbrunner ergänzt:

«Auch Frick, Mönthal und Villmergen führen mit ihren Schulkindern den Kurs durch.»

In Bözberg fragt Hiltbrunner zum Schluss in die Runde: «Gibt es noch Fragen?» «Nein», hallt es unisono zurück. Zufrieden gehen die Kinder mit einem Regelbüchlein und einem Leuchtarmband in der Hand zurück in den Unterricht.

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