Brugg
Blumen sammeln, bis das Wägeli voll ist

Wir haben Talisha und Ana beim Einsammeln der Blumen für das Jugendfest begleitet.

Janine Müller
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Die Stadt Brugg gleicht am Tag vor dem Jugendfest einem Bienenhaus. Überall herrscht geschäftiges Treiben, damit am wichtigsten Tag im Jahr alles perfekt ist. Zum perfekten Tag gehören natürlich die Blumengestecke und -kränze. Hier leisten die Primarschüler der 4. Klassen einen wichtigen Beitrag: Jeweils am Mittwochmorgen, also 24 Stunden vor dem Rutenzug mit Morgenfeier, sammeln sie Blumen ein, die dann für die Kränze verwendet werden. Bereits letzte Woche haben Talisha (11) und ihre Schulfreundin Ana (11) gemeinsam mit ihren Klassenkameraden im Gebiet Kaserne bis Lauffohr Zettel verteilt, damit die Einwohner nicht vergessen, die Blumen beim Hauseingang zu deponieren.

Die lange Suche nach Blumen

Um 7.30 Uhr am Mittwochmorgen geht es beim Schulhaus Au-Erle los. Zuerst müssen die Schülerinnen und Schüler ein Problem lösen: Wie sollen sie die Blumen von den Hauseingängen bis zum Schulhaus transportieren? Von den versprochenen Leiterwagen ist irgendwie doch keiner mitgekommen. Viertklasslehrerin Deborah Künzi und ihr Kollege improvisieren, organisieren kurzerhand Leiterwägeli und andere Transportmittel. Auch Talisha und Ana müssen sich noch ein Wägeli besorgen. Sie werden im Kindergarten Sommerhalde fündig. Dann ziehen sie los. Zuerst sind Blockwohnungen dran. Blumen? Fehlanzeige. Die Suche geht weiter. Während sie das Leiterwägeli gemeinsam ziehen, plappern Ana und Talisha über die Schule und darüber, wie sehr sie sich auf das Jugendfest freuen. «Am meisten auf die Chilbi-Bahnen», sind sie sich einig.

Aber auch das Blumensammeln macht ihnen Spass. Es sei eine schöne Abwechslung zur Schule und sie seien gerne zusammen unterwegs. Dann endlich, in einem ruhigen Quartier, verbuchen die Mädchen den ersten Erfolg: Bei einem Reihenhaus wartet eine ältere Frau mit einem Arm voll rosa Hortensien. Ana und Talisha strahlen, bedanken sich höflich, wünschen einen schönen Tag. «Jetzt sind wir froh, dass wir doch noch Blumen bekommen haben», sagen sie. Und bald darauf strahlen die Schülerinnen wieder. Dieses Mal hat eine jüngere Frau einen grossen Kübel mit Hortensien vor den Hauseingang gestellt.

Ana und Talisha finden an diesem Morgen genau noch an einem Ort Blumen im Hauseingang. Einigermassen voll ist das Wägeli trotzdem. «Es ist schon etwas schade, dass wir nur an wenigen Orten Blumen erhalten haben», meinen sie. Talisha ergänzt aber rasch: «Ich finde es mega schön, dass die Bevölkerung mit diesen Blumen das Brugger Jugendfest unterstützt. Dafür bin ich dankbar.»

Wieder im Schulhaus Au-Erle angekommen, stellen sie die Blumen in Kübel, die mit Wasser gefüllt sind. Ana und Talisha putzen das Wägeli, wischen sich danach die Hände ab. Die Arbeit ist gemacht. Und heute dürfen die zwei gemeinsam mit vielen anderen Kindern die Blumenpracht geniessen. Im Wissen darum, dass auch sie einen Teil dazu beigetragen haben.