Birrhard
Blindgänger nahe Schulhaus geborgen - «Souvenir» einer Gletscherwanderung

Eine scharfe Granate nahe der Schule sorgte heute in der Aargauer Gemeinde Birrhard für Aufregung. Ein Bewohner hatte sie bereits am Freitag von einer Gletscherwanderung mitgebracht, aber erst heute früh gemeldet.

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Der Blindgänger von Birrhard.
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Das unbewohnte Grundstück, zu dem das Bienenhäuschen gehört. Hinten der Laster mit Spezialanhänger der Schweizer Armee.
Blick auf das Bienenhäuschen, wo der Blindgänger deponiert worden war.
Blindgänger in Birrhard geborgen

Der Blindgänger von Birrhard.

Kapo AG

Spezialisten der Schweizer Armee bargen den rund einen halben Meter grossen Blindgänger gestern gegen 17 Uhr und verfrachteten ihn in einen speziellen und sicheren Transportanhänger. Für den Abtransport wurde die Dorfstrasse für einige Minuten gesperrt.

Ein Bewohner hatte heute Vormittag Alarm geschlagen und die 8,5 Kilogramm schwere Minenwerfergranate der Blindgängermeldezentrale per Telefon gemeldet.

Das Besondere: «Der Mann hatte sie selbst bei einer Gletscherwanderung am Freitag in den Bergen gefunden und sie nach Hause genommen», wie Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei, ausführt.

Als ihm klar wurde, dass sie scharf sein könnte, deponierte er sie unterhalb eines Bienenhäuschens, das zu einem unbewohnten Bauernhof nahe der Reuss gehört. Publik gemacht hatte den Fund blick.ch.

Was machen bei Fund eines Blindgängers?

Als Blindgänger bezeichnet man Munition, die nicht oder nicht vollständig explodiert ist. Möglich ist dies etwa, weil sie im Wasser, im Schnee oder in weichem Boden gelandet oder durch Steine abgelenkt worden ist, wie die Schweizer Armee schreibt. Blindgänger und Munitionsreste fänden sich häufig auf Schiessplätzen, in Zielgebieten in den Bergen, auf Gletschern – aber auch im Nachlass von Verstorbenen, als Erinnerung an die Dienstzeit. Dies sei jedoch verboten und gefährlich.

Um Unfälle zu verhindern, soll man folgenden Grundsatz befolgen: «Blindgänger nie berühren – Markieren – Melden.» Telefonisch kann ein Blindgänger-Fund bei der Blindgängermeldezentrale in Spiez (Telefon: 033 223 57 27) unter sonst unter der Telefonnummer 117 gemeldet werden.

Kurz vor 12.30 Uhr orientierten ausgerückte Fachleute der Schweizer Armee die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Aargau über den Granaten-Fund. Rasch rückten Patrouillen der Kantons- und Regionalpolizei Brugg aus. Das Gelände wurde abgesperrt.

Das Grundstück mit dem Bienenhäuschen liegt zirka 150 Meter von der Schulanlage Birrhard entfernt und nicht in einem Wohngebiet.

Von der Granate gehe keine Gefahr aus, so lange sie unberührt am Boden liegt, so Pfister. Deshalb hatte der Fund auch keine Auswirkungen auf den Betrieb der Primarschule. Die Bergung wurde erst vorgenommen, als sich keine Privatpersonen in der Zone um den Fundort – und damit auch auf dem Schulgelände – befanden.

«Die Lehrer waren informiert», sagte Ursula Berger, Ammann von Birrhard. Die Kinder seien angewiesen worden, nach Schulende um 15.15 Uhr gleich nach Hause zu gehen.

Der Schulbetrieb an sich sei nicht beeinträchtigt worden. Eine Evakuierung – auch von Anwohnern – war gemäss Roland Pfister nicht nötig. Berger bestätigt das. «Militär und Polizei hatten alles unter Kontrolle und strahlten die nötige Ruhe aus», sagte sie.

Vor dem Abtransport wurden bei einzelnen Häusern sicherheitshalber die Fensterläden geschlossen. Die Granate wird nun fachgerecht entsorgt. (pz)