Herbst in Brugg
Blätter, Kürbis und Erkältung – Die Besonderheiten der goldenen Jahreszeit

Farbige Blätter säumen den Weg, die Temperaturen sinken immer häufiger unter 15 Grad und der Duft von Marroni liegt in der Luft: Der Herbst ist endlich da. Die az zeigt, warum es sich lohnt, diese Jahreszeit in der Natur in Brugg zu geniessen.

Timea Hunkeler
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Timea Hunkeler

Timea Hunkeler

Herbst nach Hause geholt

Um auch zu Hause eine herbstliche Stimmung einziehen zu lassen, kann mit allerlei Gaben, die die Natur zu dieser Jahreszeit bereit hält, dekoriert werden. «Der Klassiker sind natürlich Kürbisgestecke», bestätigt Claudia Rämi, Inhaberin von Blueme Kari AG. In den Filialen in Brugg seien aber auch Laternen sehr gefragt. «Die Leute mögen die schönen und vielseitigen Laternen sehr», sagt die 45-Jährige. Ein klarer Trend in diesem Jahr könne sie jedoch nicht ausmachen, da man diesen immer auch ein wenig selbst steuern könne. Gefragt seien im Herbst zudem häufig Friedhofsbepflanzungen, da im November traditionell ein Grab wieder neu geschmückt werde. Oft werden die Aussenpflanzen in den eigenen Gärten wieder aufgefrischt.

«Ich empfehle einen Strauss mit Früchten, Beeren, Kürbis und Laub. Dieser repräsentiert die Jahreszeit perfekt», sagt Rämi. Doch man könne auch ganz einfach die Dekoration für zu Hause selbst machen. Dazu eignen sich besonders die Dinge, die man bei einem Herbstspaziergang im Wald sammeln könne. «Mit den Kindern kann sehr einfach nach dem Spaziergang im Wald etwas Schönes gebastelt werden. So können beispielsweise etwas Laub und Kastanien aufgefädelt und anschliessend aufgehängt werden», weiss die 45-Jährige. Kränze, die man aus Kastanien und Baumnüssen mit Heissleim klebt, eignen sich ebenfalls sehr gut als Innendekoration. «Auch die Kastanientierchen mit Zahnstochern kommen immer super an», sagt Rämi.

Timea Hunkeler

Kastanie ist nicht gleich Kastanie

Das Sammeln von Kastanien gehört bei einem Herbstspaziergang dazu. Sie werden vor allem zum Basteln und Dekorieren genutzt. Doch sie sind auch für den Verzehr geeignet. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. «Man muss unterscheiden zwischen der Edelkastanie (Castanea Sativa), welche in der Schweiz hauptsächlich im Tessin vorkommt und der in der Nordschweiz häufigeren, in Pärken und Städten gepflanzten, Rosskastanie (Aesculus Hypocastanum)», erklärt Micha Plüss, Leiter des Forstbüros Brugg. «In den Wäldern des Forstbetriebs Brugg gibt es nur vereinzelte Exemplare, hauptsächlich Rosskastanien, die vermutlich durch Vögel verbreitet wurden», sagt er weiter.

Wie der botanische Name zeige, unterscheiden sich die beiden Sorten. Direkt essbar seien nur die Edelkastanien. Die Früchte der Rosskastanie hingegen sind laut Plüss ungekocht leicht giftig. Mit der richtigen Zubereitung seien aber auch diese essbar und können sogar als Heilmittel verwendet werden.

Timea Hunkeler

Die schönsten Routen für Herbstspaziergänge in der Region

Bei einem schönen Herbstspaziergang können die Bäume, die ihr Blätterkleid nun neu eingefärbt haben, bewundert werden. In der Region gibt es dafür einige geeignete Routen. «Für einen Herbstspaziergang würde ich den Wasserschloss-Panoramaweg empfehlen», sagt Verena Rohrer, Leiterin Brugg Regio. Das Wasserschloss sei ein einmaliger Naturraum von nationaler Bedeutung und ein Erlebnis, dort entlang zu wandern. Man könne auf den Bruggerberg steigen und eine herrliche Aussicht auf die Flusslandschaft sowie das Gebenstorferhorn geniessen. «Dabei kann weitherum der Herbst eingeatmet und prächtig gesehen werden», sagt Rohrer. Ebenfalls sei es keine Seltenheit, dass man am Bruggerberg auf Gämse stösst. «Die Vögel sind entlang dem Wasserschloss ausserdem noch munter am Zwitschern», sagt sie weiter. Dank der vielfältigen Bäume den Weg entlang lassen sich die Farben des Herbstes geniessen und an den Bäumen verschieden ablesen. Seit kurzem sei der Panoramaweg ausserdem mit Start am Bahnhof oder beim Sportplatz Brugg im Schachen komplett aussignalisiert. Deshalb sei es nun möglich, für die rund 10 Kilometer lange Wanderung den Wegweisern folgen zu können. «Auch typisch für unsere Region sind die vielen Rebberge», weiss Rohrer. Diese können am besten bei der Besteigung des Gebenstorfer Horns betrachtet werden.

Weitere Routen:

Herbstzeit lässt keine kulinarischen Wünsche offen

Der Herbst birgt für viele Leute auch ein kulinarisches Highlight. Denn es ist wieder Wildzeit. " Der absolute Renner bei uns im Herbst ist jedoch Metzgete", sagt Sonja Keller, Wirtin im Gasthof Bären in Remigen. Reh- und Hirschpfeffer stehen natürlich dennoch auf der Karte. " Unser Hit unter den Menüs ist eindeutig die Schlachtplatte", sagt Keller. Diese könne für eine oder gleich für zwei Personen bestellt werden. Sie beinhalte Blut- und Leberwurst, Brat- und Rauchwurst sowie Rösti, Sauerkraut und Apfelschnitze.

Herbstliches Rezept vom Restaurant Bären in Remigen

Perfekt zum Wild: Eierspätzli nach Bären- Art:

Zutaten (für ca. 4 Personen):

- 3 Eier

- Rapsöl

- 1 dl Milch

- 300g Mehl

- 50g Hartweizengriess

Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen

Zubereitung:

- Teig rühren bis er Blasen wirft

- In heisses Salzwasser schaben

- 5 Minuten ziehen lassen

- Im kalten Wasser abkühlen

- In Butter anbraten und wenn nötig nachwürzen

Erfolgreich gegen Grippe- und Erkältungsviren

Jeder kennt es: Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf dröhnt. Viele plagt in dieser Jahreszeit eine Erkältung oder gar eine Grippe. «Es ist wahr, dass Grippe- und Erkältungsviren zu dieser Jahreszeit vermehrt vorkommen. Die Kunden kommen im Herbst nämlich öfters mit den auftretenden Symptomen zu uns », sagt Christoph Tschupp, Inhaber der Apotheke Tschupp in Brugg. Das liege vor allem daran, dass unser Körper bei der Umstellung von Sommer auf Winter unser Immunsystem bereits enorm fordert. So seien wir anfälliger auf die Viren. Eine Erkältung dauere durchschnittlich etwa eine Woche. Bei länger anhaltenden Symptomen soll aber laut Tschupp auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. «Auch die Grippe geht meist eine Woche. Wobei es Grippeerkrankungen gibt, die länger dauern», erklärt der 49-Jährige. Er empfiehlt präventiv die klassischen Hausmittel. Dazu gehöre beispielsweise, sich gesund zu ernähren, um Vitamine aufzunehmen. Vor allem sei auch genügend Schlaf wichtig.

Ein weiterer Tipp von Tschupp ist, sich nicht lange im Regen aufzuhalten und auch nicht mit nassen Haaren nach draussen zu gehen. «Ich empfehle als Schutz vor einer Grippe vor allem auch die Grippeimpfung», sagt der Apotheker. Hat es einen aber trotzdem erwischt, so helfen immunstimulierende Medikamente auf pflanzlicher Basis oder auch einmonatige Kuren mit Vitaminpräparaten. Für die direkte Symptombekämpfung nützen laut Tschupp die allgemein bekannten Arzneimittel.

«Ich fühle mich müde, schlapp und antriebslos», das sind Sätze, die der Apotheker auch vermehrt im Herbst von seinen Kunden zu hören bekommt. «In dieser Saison vermute ich dann häufig, dass es sich um eine sogenannte Herbstdepression handelt», sagt Tschupp. Die saisonal-affektive Störung, wie die Herbstdepression auch genannt wird, ist vorübergehend und tritt auf, wenn dem Körper das Vitamin D fehlt, das unter anderem über das Sonnenlicht aufgenommen werden kann. «Das fehlende Licht in trüben Herbsttagen schlägt auf die Stimmung», weiss auch der 49-Jährige. In diesem Fall gebe es jedoch wirkungsvolle Hilfsmittel. Mit speziellen Tageslichtlampen kann eine solche Herbstdepression beispielsweise behandelt werden. Deren künstliches Licht ähnelt jenem des natürlichen Tageslichts.