Remigen
Blasmusik zu Sauerkraut und Rippli – Musikstubete der Musikgesellschaft Remigen

Weil die Musikgesellschaft Remigen dieses Jahr ihren 125. Geburtstag feiert, hat sie dieses Jahr gleich sechs statt vier Vereine zur Musikstubete eingeladen. Das Dargebotene stiess auf grosse Begeisterung.

Irene Hung-König
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Jeweils 45 Minuten spielen die Musikgesellschaften, hier die MG Sulz
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Die MG Sulz und ihr Dirigent André Schreyer rufen zur Party auf
Musikstubete in Remigen
Das Programm der MG Villnachern mit Dirigent Tobias Zwicky besteht aus Märschen und Rock'n'roll
Jede der sechs auftretenden Musikgesellschaften spielt zur Freude des Publikums
Die Musik gefällt, das Publikum und die Riniker Musikanten (rote Gilets) klatschen mit
Gemüse- und Früchtekörbe aus der Verlosung werden abgeholt
Glück gehabt Sein Zettel wurde aus der Milchkanne gezogen, MG-Remigen-Präsident Hans-Urs Zwicky (r.)
Die Glücksfee greift tief in die Milchkanne

Jeweils 45 Minuten spielen die Musikgesellschaften, hier die MG Sulz

Irene Hung-König

Bierzelt und Weinbrunnen stehen bereit, die Musikanten der MG Riniken treffen ein. Hans-Urs Zwicky, Präsident der MG Remigen, begrüsst die Kolleginnen und Kollegen und versorgt sie mit Wissenswertem, wie etwa damit, wo sie sich einspielen können. Doch bevor es an die Arbeit geht, wird am Weinbrunnen ein Apéro ausgeschenkt. «Weil wir dieses Jahr 125 Jahre MG Remigen feiern, haben wir sechs anstatt vier Vereine zur Musikstubete eingeladen», sagt Hans-Urs Zwicky.

So haben sich am letzten Samstag die Musikgesellschaften aus Riniken, Villnachern, Sulz, Hausen, Hornussen und Gansingen die Ehre gegeben. Die letzten beiden Musikstubeten seien so gut besucht gewesen, dass sie handeln mussten. In der Turnhalle sind 280 Plätze vorhanden. «Einmal hatten wir Angst, dass die Musikanten nach ihrem Auftritt keinen Platz mehr finden», sagt Zwicky. Deshalb steht dieses Jahr das Bierzelt mit weiteren Plätzen zur Verfügung. Das tolle Spätsommerwetter passt perfekt dazu. «Wir haben es extra bestellt», lacht Hans-Urs Zwicky.

Märsche und Rock 'n' Roll

Die MG Riniken macht den Anfang auf der Turnhallenbühne. Unter der Leitung von Rafal Jastrzebski spielt sie durchwegs rassige Stücke, einige mit Jazz- aber auch Samba-Einfluss. Anders als bei herkömmlichen Musikabenden herrscht hier eine ungezwungenere Atmosphäre: Die Musikgesellschaften spielen je 45 Minuten, währenddessen werden Rippli, Wienerli, Saucisson, Sauerkraut und Kartoffeln serviert. «Wir haben an jedes Konzert eine besondere Erinnerung: letzte Woche spielten wir am Fischessen, heute ist es das Sauerkrautessen», sagt Tobias Zwicky, Dirigent der MG Villnachern. Die Villnacherer spielen querbeet von «Cleopatra» über «a tribute to Elvis» bis zum Jazzstück aus den 60er-Jahren «King of the road».

Gemüse und Speck als Preis

Gespielt wird nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum. Anstelle eines Losverkaufes schreiben die Gäste ihre Adresse auf gekaufte Zettel, die sie in die bereitgestellte Milchkanne werfen. Nach jedem Auftritt werden Gemüsekübel, Speck, Brote oder Warenkörbe verlost. Immer wieder pilgern die Zuschauer durch die Reihen zur Milchkanne, um ihrem Glück auf die Sprünge zu helfen. André Schreyer, Dirigent der MG Sulz, heisst die Gäste in der nun vollbesetzten Turnhalle zur Party willkommen und fordert sie auf mitzuklatschen, zu tanzen. «Steht auf die Tische, schaut einfach, dass nichts runterfällt.» Die Musikstubete – ein ganz und gar unkonventioneller Anlass.