«Argovia Fäscht»

Bis zu 30 Seiten Extrawünsche: Das verlangen die Stars für ihre Auftritte

"Kokoswasser statt Alkohol": Andrea Moser über die Vorlieben der Argovia-Fäscht-Stars

"Kokoswasser statt Alkohol": Andrea Moser über die Vorlieben der Argovia-Fäscht-Stars

Wie sind die Stars und Sternchen, die am Argovia Fäscht auftreten, eigentlich Backstage? Andrea Moser, seit 18 Jahren für die Bandbuchungen und -betreuung zuständig, gewährt der az einen kleinen Einblick hinter die Kulissen.

Sex, Drugs und Rock’n’Roll: Wer in Verbindung mit Weltstars an Alkohol- und Drogenexzesse denkt, der irrt sich gewaltig. Zumindest bei den Sängern und Bands, die am «Argovia Fäscht» auftreten.

«Früher war das noch eher so, aber heute achten die meisten Künstler auf eine gesunde Ernährung», sagt Andrea Moser von Radio Argovia. Seit 18 Jahren kümmert sie sich um die Bandbuchungen wie auch die Bandbetreuung. Statt Burger und Wodka wünschen sich Stars heute Bio oder Kokosnusswasser. «Immer mehr Künstler sind Vegetarier oder sogar Veganer. Sie verlangen leichte Küche, die gut bekömmlich ist.»

Eine Künstlerin habe an einem vergangenen «Fäscht» extra nach einer Treppe hinter der Bühne verlangt – sie kam mit ihren hohen Stöckelschuhen nicht die Rampe hoch. Wincent Weiss, der am diesjährigen «Argovia Fäscht» auftrat, wäre eine Rampe wohl lieber gewesen: Vergangene Woche stürzte er während eines Auftritts in Stuttgart eine Treppe herunter.

30 Seiten Extrawünsche

Das Management der Stars listet bereits im Vorfeld der Veranstaltung die Anforderungen in einem sogenannten «Rider» klar auf. Von Catering bis zu Garderoben-Wünsche. «Wir haben auch schon Riders erhalten, die waren 30 Seiten lang», sagt Moser.

So schön war das Beizlifest:

Bereits im Herbst beginnt Moser mit den Vorbereitungen fürs «Argovia Fäscht». Dann stellt sie eine Liste von rund 100 Bands und Künstlern zusammen, die zu Radio Argovia passen. 50 von ihnen fragt sie schliesslich an. «Dann beginnt das grosse Warten, das manchmal über Monate andauert. Es kann sehr nervenaufreibend sein.»

Das Team von Radio Argovia ist sehr kulant, wenn es um die Wünsche ihrer Künstler geht. Nur beim Programm bleiben sie strikt. Während wir das Interview mit Andrea Moser führen, kommt ein Manager und fragt, ob sein Schützling ein wenig länger spielen dürfe. «Wir können auf keinen Song verzichten» Moser schüttelt den Kopf. Es herrschen klare Richtlinien. Um zwei Uhr nachts wird der Stecker gezogen. Wenn ein Künstler länger spielt, geht dies auf Kosten eines anderen. Der Manager zieht ab – wenn auch etwas widerwillig.

Immer nett die Hand geben

So ist es denn auch, dass die Manager Probleme bereiten können – viel eher als die Stars: «Bis jetzt habe ich noch keinen Star kennengelernt, der unfreundlich war. Alle geben immer ganz nett die Hand», sagt Moser.

Doch der Job als Bandbetreuerin verlangt nicht nur nach organisatorischen Fähigkeiten, sondern auch nach Spontanität: «Eine Band verlangte explizit nach Stühlen ohne Lehnen. Die musste ich dann noch spontan am Samstagabend organisieren.»

In unserem Liveticker halten wir Sie auf dem Laufenden:

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