Birrfeld
Gemeindeammann von Lupfig übt Pauschalkritik an den Jungen

Weil sich von den 16- bis 25-Jährigen «nur» 175 Personen an der Umfrage zu einem möglichen Zusammenschluss von Birr, Birrhard, Habsburg, Lupfig und Mülligen beteiligt haben, ist Richard Plüss klar gegen das Stimmrechtsalter 16.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Gemeindeammann und Brugg-Regio-Präsident Richard Plüss (SVP). Fotografiert am 17. August 2021.

Gemeindeammann und Brugg-Regio-Präsident Richard Plüss (SVP). Fotografiert am 17. August 2021.

Sandra Ardizzone / AGR

Geht es nach der gross angelegten Umfrage, welche die fünf Gemeinden Birr, Birrhard, Habsburg, Lupfig und Mülligen vor den Sommerferien bei allen Stimmberechtigten sowie Jugendlichen ab 16 Jahren (ohne Ausländer) durchführten, werden sich die vier Kommunen (ohne Habsburg) bis zirka 2026 oder 2027 zu einer grossen politischen Gemeinde im Birrfeld zusammenschliessen.

So deutlich das Umfrageergebnis ausgefallen ist, so enttäuschend ist für die Verantwortlichen die Beteiligung der 16- bis 25-Jährigen. Weil es sich bei der Veränderung der Gemeindestruktur um ein Thema handle, bei dem es um die Zukunft der Jungen gehe, habe man die Teilnahmeschwelle bei der Umfrage bewusst auf 16 Jahre gesenkt, sagte Gemeindeammann Richard Plüss aus Lupfig am Montag, als die Resultate präsentiert wurden.

Mehr Antworten von Jungen als von über 80-Jährigen

Von den in den fünf Gemeinden insgesamt 5871 Teilnehmeberechtigten haben 2389 (40,7%)bei der Umfrage mitgemacht. Nicht ganz alle haben beim Ausfüllen des Fragebogens angegeben, zu welcher Alterskategorie sie gehören. Dennoch zeigt die aufgeschlüsselte Auswertung, dass der Rücklauf von den über 80-Jährigen am geringsten war. Nur 134 Personen haben den Fragebogen ausgefüllt und ihre Meinung zur Fusionsthematik preisgegeben.

Unwesentlich höher war die Beteiligung in der jüngsten Kategorie der 16- bis 25-Jährigen mit 175 Personen, wobei anzumerken ist, dass diese Gruppe lediglich zehn Jahrgänge umfasst. Wie viele der 16- und 17-Jährigen mitgemacht haben, wurde laut Martin Hitz von der beauftragten AWB Comunova AG nicht separat ausgewertet.

«Das Stimmrechtsalter 16 ist eine Worthülse»

Dennoch sagte Richard Plüss, der sich seit Jahrzehnten in der Politik engagiert und bis Ende 2016 für die SVP auch im Grossen Rat sass: «Das Stimmrechtsalter 16 ist eine Worthülse. Wir senkten zwar die Jugendschwelle. Aber es gelang uns nicht, die Jungen zur Teilnahme an dieser Umfrage zu motivieren.» Einer Senkung des Stimmrechtsalters von 18 auf 16 Jahre würde er nie zustimmen. Das lohne sich nicht.

Nicht ganz unerwartet war der Rücklauf (1123 Antworten) bei den 41- bis 65-Jährigen am grössten. Diese Alterskategorie umfasst einerseits Personen, die sich in der Regel familiär und beruflich in einer gefestigten Position befinden, aber mit 25 Jahrgängen auch eine deutlich grössere Bevölkerungsschicht als bei den Jungen.

Austausch mit verschiedenen Interessengruppen ist wichtig

Bei den 66- bis 80-Jährigen machten 603 Personen bei der Fusionsumfrage mit, was einem Viertel der Teilnehmenden entspricht. Noch gut halb so hoch (330) fiel die Zahl der ausgefüllten Fragebögen bei den 26- bis 40-Jährigen aus.

Der ausführliche Bericht aus der Umfrage «Zusammenschluss Birrfeld» kann auf der Website der Eigenämter Gemeinden eingesehen werden. Die an der Bevölkerungsumfrage beteiligten Gemeinden legen grossen Wert auf einen Austausch mit den verschiedenen Interessengruppen und laden deshalb alle Interessierten am 23. Oktober um 10 Uhr zum Infoanlass auf dem Flugplatz Birrfeld ein.

Aktuelle Nachrichten