Wahlen 2019

Bezirk Brugg: 15 Politiker möchten einen Sitz in Bern

Von den Kandidaten aus dem Bezirk Brugg wird vielleicht einer neu in den Nationalrat gewählt.

Dem Aargauer Stimmvolk steht ein spannender Wahlherbst bevor. Die Gesamterneuerungswahlen des National- und Ständerats finden am 20. Oktober statt. Von den 200 Nationalratssitzen hat der Aargau Anspruch auf deren 16 und für die kleine Kammer gilt es spätestens im zweiten Wahlgang 2 neue Ständeräte zu wählen. Denn die beiden Bisherigen Pascale Bruderer Wyss (SP) und Philipp Müller (FDP) treten nicht zur Wiederwahl an.

Aus dem Bezirk Brugg sind bisher Gemeindeammann Roland Frauchiger (EVP) aus Thalheim und Nationalrat Beat Flach (GLP) aus Auenstein als Ständeratskandidaten bekannt. Dieses Vorgehen wird von kleineren Parteien gerne gewählt, um während der Wahlkampagne etwas mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Entscheidend dürfte aus Brugger Sicht jedoch sein, ob der bisherige FDP-Nationalrat Thierry Burkart aus Baden den Ständeratssitz von Philipp Müller holen kann, denn dadurch könnte neu ein Brugger die Wahl in den Nationalrat schaffen. Die Rede ist von FDP-Grossrat und Historiker Titus Meier.

Kann die FDP drei Sitze halten?

Aktuell hat die FDP Aargau drei Nationalratssitze. Corina Eichenberger-Walther tritt allerdings im Gegensatz zu Burkart und Matthias Samuel Jauslin aus Wohlen nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit anderen Worten: Kann die Partei die drei Sitze halten und schafft Burkart die Neuwahl in den Ständerat, haben Grossrätin Maja Riniker aus Suhr (Listenplatz 3) und Titus Meier (Listenplatz 4) reelle Chancen, neu in den Nationalrat einzuziehen.

Meier sitzt seit 10 Jahren im Grossen Rat, ist seit 13 Jahren Mitglied des Einwohnerrats Brugg und seit 5 Jahren der Finanzkommission der Einwohnergemeinde Brugg. Bei der letzten Stadtammannwahl unterlag er gegenüber der Grünen-Kandidatin Barbara Horlacher. Als Historiker hat sich Titus Meier in den letzten Monaten mit seiner Dissertation über die Kaderorganisation P-26 einen Namen über die Kantonsgrenze hinaus gemacht. Grossrätin und Apothekerin Martina Sigg aus Schinznach-Dorf ist mit Platz 15 eine Listenfüllerin.

Zwei Bisherige unter Chancenlosen

Im Wahlkampf können aus dem Bezirk Brugg einzig der Auensteiner Beat Flach (GLP) und Irène Kälin (Grüne) aus Oberflachs bereits politische Erfahrung in Bern vorweisen. Kälin, die bei den letzten Wahlen noch in Lenzburg wohnte und im November 2017 für den zurückgetretenen Parteikollegen Jonas Fricker in die grosse Kammer nachrutschen konnte, führt die Liste der Grünen an. Auf Platz 8 und 9 sind mit Connie Fauver (Villigen) und Grossrat Robert Obrist (Schinznach) zwei weitere Brugger vertreten.

Schaut man sich die anderen Parteien an, so fällt auf, dass es bei der SVP niemand aus dem Bezirk Brugg auf die offizielle Liste geschafft hat. Einzig Gemeinderat Sandro Wächter aus Schinznach-Bad ist auf Listenplatz 10 der Jungen SVP Aargau vertreten.

Bekannte Gesichter aus Brugg sind mit den beiden Grossräten Martin Brügger (SP-Listenplatz 14) und Jürg Baur (CVP-Listenplatz 8) auszumachen. Auf der queer-feministischen Liste der SP sind Daniela Gassmann (Brugg) und Ligia Vogt (Windisch) aus dem Bezirk Brugg dabei. Für die EVP kandidieren Roland Frauchiger (Thalheim) und Fredy Bärtschi (Hausen). Auf der Liste «Team65plus» buhlen FDP-Einwohnerrat Peter Haudenschild aus Brugg und Theologin Claudia Bandixen aus Hausen um Stimmen für den Nationalrat. Die BDP hat keine Kandidaten aus dem Bezirk Brugg nominiert.

In fünf Kantonen – darunter auch im Aargau – möchte sich die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) an den Nationalratswahlen beteiligen. Im Hinblick darauf fand in Brugg am Montag, 8. April, eine Plakat-Verteilaktion statt. Die Frist für das Einreichen von Wahlvorschlägen (Listen) endet am Montag, 5. August, 12 Uhr (Eingang bei der Staatskanzlei). Ständeratskandidaten sollten sich für den ersten Wahlgang bis zum Freitag, 23. August, 12 Uhr, bei der Staatskanzlei anmelden.

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