Schinznach-Bad
«Bewusstes Störmanöver»: Komitee Pro Fusion Schinznach-Bad/Brugg ärgert sich über Gegner

Das Komitee, das sich für die Fusion mit Brugg einsetzt, äussert sich zu den aktuellen Ereignissen. Unter anderem zur Unterschriftensammlung in Schinznach.

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Das Komitee Pro Brugg in Schinznach-Bad (von rechts nach links): Agostino Failla, Rebekka Failla, Ernst Hess, Christoph Ziltener, Alexander Lipp, Beat Schirmer, Othmar Roos, Ersoy Ali, Valentin Trentin. Nicht auf dem Bild: Hansruedi Marti.

Das Komitee Pro Brugg in Schinznach-Bad (von rechts nach links): Agostino Failla, Rebekka Failla, Ernst Hess, Christoph Ziltener, Alexander Lipp, Beat Schirmer, Othmar Roos, Ersoy Ali, Valentin Trentin. Nicht auf dem Bild: Hansruedi Marti.

zvg

Das Komitee Pro Fusion Schinznach-Bad/Brugg stört sich ob der jüngsten Ereignisse rund um die Zusammenschlussverhandlungen. So heisst es in der gestrigen Medienmitteilung: «Die geplante und sinnvolle Fusion von Schinznach-Bad mit Brugg wird jetzt nicht nur in den betroffenen Gemeinden verhandelt und von den Gegnern mit allerhand Nebenargumenten bestritten. Sie tun dies mit Bildern von Kindern und etwa übertriebener Dramaturgie. Und in Schinznach haben sich nun auch noch Personen um zwei Grossräte geschart.»

Zur Erinnerung: In Schinznach hat das Komitee Pro Schinznach-Bad Unterschriften gesammelt, um zu beweisen, dass man für die Schwestergemeinde Schinznach-Bad da ist, wenn diese die Fusion mit Brugg ablehnt.

«Ein bewusstes Störmanöver»

Auch zum Begriff «Schwestergemeinde» äussert sich das Komitee Pro Fusion Schinznach-Bad/Brugg. Der Begriff sei zu fantasievoll gewählt und voreilig dazu. Das gelte im Übrigen auch für den Zeitpunkt der Unterschriftensammelaktion. Diese sei eine «unangemessene Einmischung in den laufenden gemeindeinternen Fusionsprozess», heisst es. «Man denkt an ein bewusstes Störmanöver zur falschen Zeit, um nicht gleich von einer durchschaubaren Polit-Charade reden zu müssen.»

In der Medienmitteilung will das Komitee auf «die nicht eben komfortable finanzielle und fiskalische Grosswetterlage in Schinznach hinweisen». Es führt aus: «Mit einem Steuerfuss von gegenwärtig 108 Prozent, neu 105 Prozent, liegt das Weinbaudorf nur gerade 2 Prozentpunkte unter demjenigen der Bädergemeinde, nämlich gegenwärtig 110, neu 107 Prozent, dies natürlich nur als Einzelgänger ohne Fusion.»

Man sei auf die Reaktionen gespannt, wenn der Bevölkerung klar werde, dass mit der Fusion mit Brugg ein Steuerfuss von 97 Prozent resultiert. «Dies notabene mit der publizierten Versicherung des Finanzvorstehers von Brugg, Leo Geissmann, versehen, dass es dabei von 2018 bis 2021 bleiben wird», führt das Komitee aus. «Wir fragen uns auch, ob den Stimmberechtigten bewusst ist, dass eine Fusion mit Schinznach die finanzielle Lage nicht verändern wird. Im Gegenteil: Für die Schinznach-Bader wäre es gar ein finanzieller Reinfall. Warum alles in der Welt soll man also unter diesen Umständen mit einer Gemeinde fusionieren, die acht Prozentpunkte mehr einkassieren wird?» Vor allem wenn man bedenke, dass eine Steuerfusserhöhung ab 2021 für hohe Investitionen bevorstehe.

Chance auf bessere Verbindung

Das Komitee Pro Fusion Schinznach-Bad/Brugg befürwortet ausdrücklich nur den Zusammenschluss mit Brugg. «Die Vorteile liegen auf der Hand», heisst es. «Schinznach-Bad bewahrt seine Identität, wird aber stärker. Denn die Finanzkraft wird gesichert. Gewicht und Bedeutung in der Region und im Kanton nehmen zu.»

Zudem würde sich die Chance auf bessere öV-Anbindungen erhöhen. Die Suche nach Behördenmitgliedern werde erfolgreicher. Und zehn Prozentpunkte tiefere Steuern seien auch nicht einfach zu ignorieren.