Die Frage, ob in die Brugger Hofstatt ein Baum gehört oder nicht, wurde in der Vergangenheit oft diskutiert, aber unterschiedlich beurteilt. Jetzt scheint eine Lösung in Sicht. Der Quartierverein Altstadt und Umgebung (QVA) hat gestern bei der städtischen Abteilung Planung und Bau eine Baueingabe zum Projekt «Mehr Grün in der Altstadt» eingereicht. Auf einem Rundgang, an dem auch Vizeammann Andrea Metzler teilnahm, erklärten QVA-Präsident Konrad Zehnder, Aktuarin Nicole Zaugg sowie Landschaftsarchitekt Felix Naef, wie die Altstadt mit relativ wenig Aufwand aufgewertet werden kann.

Rückblick: Früher gab es auf der alten Stützmauer vor dem Salzhaus eine Platane. Diese musste aber entfernt werden, weil die Wurzeln das Bauwerk beschädigten. Im Sommer 2016 fragte QVA-Präsident Zehnder auf vielseitigen Wunsch der Altstadtbewohner bei der Stadt an, ob man auf dem Platz beim Eingang zur Hofstatt nicht einen neuen Baum pflanzen könnte, sodass die Durchfahrt mit dem Auto nicht behindert würde. Die Stadt erachtete den Vorschlag als nicht sinnvoll und lehnte ab. Der Standort sei falsch gewesen, rechtfertigte sich Vizeammann Andrea Metzler diesen Frühling an der Versammlung des QVA und versprach, das Thema nochmals zu prüfen.

Gepflanzt wird bei Neumond

Seither sind verschiedene Gespräche – auch mit der Denkmalpflege – geführt, Bestandesaufnahmen gemacht und Abklärungen getroffen worden. Landschaftsarchitekt Felix Naef bekam vom QVA ein Mandat und verfasste auch das Dossier für die Baueingabe.
In der Hofstatt soll eine Winterlinde zwischen Pfadi- und Salzhaus gepflanzt werden. Der neu gewählte Standort sei auch optimal betreffend dem Verkehrsfluss für grosse Fahrzeuge in alle Richtungen. Zudem würden keine Werkleitungen betroffen, heisst es in der Dokumentation. Für private Pflanzrabatten sollen an diversen Orten in der Altstadt wie beispielsweise vor dem reformierten Pfarrhaus auf einer kleinen Fläche die Pflastersteine entfernt und bei der Stadt deponiert werden.

Der QVA plant, Anfang November mit den baulichen Massnahmen zu beginnen, damit am Samstagmorgen, 18. November, ab 10 Uhr ein «grosser Pflanz-event mit der feierlichen Setzung der Linde und Kletterpflanzen» durchgeführt werden kann. «An diesem Datum ist Neumond, was für das Gedeihen der Pflanzen ideal ist», betonte Landschaftsarchitekt Felix Naef. Freiwillige Helfer können sich beim QVA melden.

Für QVA-Präsident Zehnder ist dies «ein Anfang, damit die Altstadt ein anderes, gepflegteres Gesicht bekommt und vielleicht weitere Privatpersonen motiviert, sich für mehr Grün im Quartier einzusetzen». Die Stadt selbst prüft attraktivere Alternativen eventuell mit Sitzmöglichkeiten bei der Rabatte vor dem Amtshaus und vor dem Salzhaus.