Die neue Demenzstation im Brugger Pflegezentrum Süssbach ist eröffnet. Über 100 Besucherinnen und Besucher sahen sich am Vormittag die Räumlichkeiten an und setzten sich beim «Hirntheater» mit dem Krankheitsbild «Demenz» auseinander.

Bequeme Sofas und Sessel in Grün laden zum Sitzen ein und Wände in sonnigem Gelb bringen Wärme in die Räume mit Möbeln aus hellem Holz. Der breite Gang der neuen Demenzstation lässt viel Platz, um sich zu bewegen.

Auf so manchem Bett in den Zimmern liegen farbenfrohe «Nuschi-Decken», mit deren Hilfe die Bewohner verschiedene Oberflächen und Materialien spüren und greifen können. Die Station und das freundliche Pflegepersonal sind bereit für die Menschen, die hier in Zukunft wohnen werden.

In einer der grosszügigen lichtdurchfluteten Küchen ist Ursi Läuchli, Leitung Alltagsgestaltung, zusammen mit mehreren Bewohnerinnen. Sie sitzen an einem Tisch und backen in fröhlicher Runde «Bretzeli» für die Gäste.

«Man muss die Menschen dort abholen, wo sie sind», sagt Läuchli. Daher gibt es überall Dinge aus früheren Zeiten: ein Waschbrett, eine alte Nähschatulle, daneben ein Buch vom damaligen «Zuschneide-Unterricht» aus dem Jahre 1922. Für die Besucher ist es eine Reise in die Vergangenheit, für die Bewohner die Gelegenheit, sich zu erinnern.

Demenz geht uns nahe

Im voll besetzten Süssbachsaal begrüsst Geschäftsführer Hanspeter Müller die Gäste. Franziska Maria von Arb moderiert das interaktive «Hirntheater» und drei Schauspieler stellen eine Szene dar: Der an Demenz erkrankte Herr Bach erinnert sich nicht mehr an seine Frau, die ihm extra zum Geburtstag eine Linzertorte gebacken hat. Frau Bach ist traurig darüber und die Pflegefachfrau gefordert.

Rund um diese Situation wird das Publikum zum Mitdiskutieren und Mitgestalten eingeladen. Die vielen Wortmeldungen zeigen, dass Demenz uns nahegeht. Auf der Bühne beobachtet Herr Bach bis zum Schluss Meisen vor dem Fenster und betont: «Ich esse keine Vögel». Als die Pflegefachfrau erklärt, dass auf dem Menüplan «Fleischvögel» stehen, lacht der ganze Saal. Herr Bach macht das nichts aus. Er ist in seiner Welt.