«Heute Ruhetag» steht auf der Tafel vor dem Restaurant Schifflände im Ortsteil Stilli der Gemeinde Villigen. Die Ruhe könnte durchaus noch einige Tage andauern. Robert Finsterwald, «Schifflände»-Wirt in fünfter Generation, hat sich aus gesundheitlichen Gründen zum Verkauf des Restaurants entscheiden müssen. Inzwischen ist die Liegenschaft durch die Riviera Stilli AG erworben worden, die sich für die touristische Weiterentwicklung der Aarelandschaft bei Stilli einsetzt.

Der Name ist auch Programm

«Die Idee für den Erwerb und den Weiterbetrieb der ‹Schifflände› ist aus dem Zukunftslabor Villigen hervorgegangen», erklärt Theres Oesch, die Präsidentin des Verwaltungsrates der Riviera Stilli AG.

In diesem Zukunftslabor waren Entwicklungspotenziale für die Gemeinde Villigen untersucht und aufgezeigt worden. Im Schlussbericht war dabei auch eine Vision «Riviera Stilli» dargestellt worden, ein Konzept für eine sanfte touristische Entwicklung. Wohl das spektakulärste Element dürfte dabei die Idee einer Promenade auf einem schwimmenden Steg sein. Vorgeschlagen wurden zudem auch ein Flussbad, Bootsplätze oder auch die Umnutzung des einstigen Gemeindehauses von Stilli – des früheren Gasthofes zum Bären – zu einem Hotel Bären.

«Visionäres Projekt»

«Das Restaurant Schifflände mit dem markanten Pavillon, direkt am Fluss, bildet ein wesentliches Element dieses visionären Projekts», erklärt Theres Oesch, die seinerzeit im Thinktank Zukunftslabor Villigen mitgearbeitet hatte. «Wäre die Liegenschaft, wie zuerst vorgesehen, an einen Immobilienentwickler gegangen, wäre der für das Projekt ‹Riviera Stilli› erforderliche Zugang zum Fluss kaum mehr gewährleistet gewesen. Auch ein öffentliches Restaurant hätte wohl kaum mehr Platz gefunden.»

Mit dem Kauf der Liegenschaft bestehe nun die Chance, dass die vom Zukunftslabor aufgelisteten Gedanken zur «Riviera Stilli» ohne Investitionsdruck geprüft werden könnten, erklärt Theres Oesch. «Es ist natürlich eine grosse Herausforderung, Ideen wie den schwimmenden Steg, Flusszugänge, ein neues Restaurant Schifflände oder gar das Hotel Bären zu realisieren. Vielleicht wird auch lediglich eine abgespeckte Version umgesetzt werden können.» Der Verwaltungsrat der Riviera Stilli AG will aber, zusammen mit den Behörden, mit der Bevölkerung, mit Tourismusorganisationen und mit anderen Spezialisten, alle Varianten auf Realisierungsmöglichkeiten hin prüfen.

«Wir haben noch kein definitives Konzept», sagt Theres Oesch. «Der Kauf der Liegenschaft musste relativ schnell erfolgen. Wir sind an der Ausarbeitung eines Konzepts. Wir stehen aber nicht unter Zeitdruck. Wir gehen von einer Planungsphase von drei Jahren aus.»

Wiederöffnung möglichst bald

Das Restaurant Schifflände – das betriebsbereit ist – soll aber möglichst schnell wieder eröffnet werden, betont Theres Oesch. «Sobald wir jemanden gefunden haben, der die ‹Schifflände› betreibt, wird sie wieder geöffnet. Im schlimmsten Fall dauert das drei Jahre. Das hoffen wir natürlich nicht. Vor allem im Hinblick auf das Sommergeschäft in der Gartenwirtschaft. Wir hoffen schon, bis zum Frühjahr jemanden zu finden. Wir sind bereit, einem Pächter bis Ende Februar den Mietzins zu erlassen. Wir haben Interessenten. Aber noch ist nichts definitiv.»