Villigen
Bevölkerung darf schauen, wo Atommüll lagern könnte

Der Bund zeigt der Bevölkerung morgen Samstag in Villigen erstmals das Areal, wo das geologische Tiefenlager hinkommen könnte. Fachleute werden auf Augenhöhe mit den Besuchern sprechen.

Claudia Meier
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Noch wird der Atommüll im Zwilag in Würenlingen gelagert.

Noch wird der Atommüll im Zwilag in Würenlingen gelagert.

Archiv/EFU

«Unser Informationsanlass am Samstag ist ein Angebot für die Bevölkerung in der Standortregion Jura Ost», sagt Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation beim Bundesamt für Energie (BFE). Erstmals lädt das BFE vor Ort nach Villigen ein (siehe separater Text), wo – sollte das geologische Tiefenlager für Atommüll im Bözberg gebaut werden – die Oberflächenanlage «JO-3+» als Eingangspforte stehen könnte (die az berichtete). «Wir wollen laufend, zeitnah und transparent kommunizieren», so Zünd weiter.

Treffpunkt Tiefenlage

Morgen Samstag, 19. Oktober, lädt das Bundesamt für Energie (BFE) die Bevölkerung zwischen 10 und 14 Uhr zu einem Informationsanlass in die Trotte nach Villigen ein.

Das BFE hält um 10.30 und 12.45 Uhr einen Vortrag zum Thema «Das Auswahlverfahren für geologische Tiefenlager». Die Nagra referiert um 12 und 13.30 Uhr über «Betriebsabläufe und Auslegung der Oberflächenanlage».

Der Vortrag vom Ensi über «Sicherheitstechnische Aspekte bei einer Oberflächenanlage» findet nur einmal statt - nämlich um 11.15 Uhr. Für die Besichtigung des Areals fährt jeweils um 10.45, 11.45 und 12.45 Uhr ein Shuttlebus ab Trotte. Weiter gibt es verschiedene Info-Tische und Verpflegung. (CM)

Die Besucher sollen Gelegenheit haben, auf Augenhöhe mit den Fachleuten zu sprechen. Das gelte insbesondere, so Zünd, für Frauen und Junge, die sich oft nicht getrauten, im Plenum Fragen zu stellen. Sie stellt fest: «Leider haben wir auch fast keine Jungen in der Regionalkonferenz.»

«Für die Bevölkerung»

Zwei Vertreter der Regionalkonferenz Jura Ost werden in der Trotte präsent sein, sagt Co-Präsident Ueli Müller. «Es ist wichtig, dass wir etwas für die Bevölkerung machen», so Müller. «Auch Leute, die zurückhaltend sind, sollen die Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.»

Ebenfalls zur Teilnahme eingeladen hat das BFE die Umweltorganisationen. «Wir erwarten, dass der Anlass am Samstag eine Propaganda-Veranstaltung des BFE sein wird», sagt Elisabeth Burgener, Co-Präsidentin des Vereins «Kein Atommüll im Bözberg» (Kaib). Der Verein will mit zwei Personen vor Ort «gut sichtbar» auf seine Anliegen aufmerksam machen. Am gleichen Tag betreibt Kaib auf dem Neumarktplatz in Brugg eine Standaktion. «Wir wollen bei der Bevölkerung den Puls spüren», so Burgener.