Hüben und drüben schliessen die Rechnungen der Aargauer Gemeinden mit Gewinnen ab. Die Stadt Brugg allerdings fährt – nach Jahren – einen Verlust ein.

Das operative Ergebnis beläuft sich auf gegen minus 3,7 Mio. Franken – und weicht somit beträchtlich vom Budget ab. Dieses rechnete mit einem Plus von 480'000 Franken. Aber: Das Gesamtergebnis der Einwohnergemeinde ist mit rund 1,7 Mio. Franken trotzdem positiv. Zurückzuführen sei dieser Umstand auf die Entnahme aus der sogenannten Wertschwankungsreserve, mit der Kursschwankungen bei Finanzanlagen aufgefangen werden können, erklärten Leo Geissmann, Vizeammann und Finanzminister, sowie Stefan Huber, Leiter der Abteilung Finanzen, am Montag bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses vor den Medien.

Der Reihe nach: In Brugg können die Steuererträge die betrieblichen Aufwendungen nicht decken. Bei der Rechnung der Einwohnergemeinde besteht also eine Abhängigkeit von den Finanzerträgen: Zinsen, Liegenschaftserträge oder Beteiligungserträge. Im vergangenen, weniger guten Börsenjahr blieb dieser Finanzertrag nun mit knapp 900'000 Franken klar unter den Erwartungen (Budget 5,4 Mio. Franken). Als Ursache bezeichneten Geissmann und Huber die Wertberichtigungen bei den Finanzanlagen, sprich die Kursverluste. Immerhin: Abgeschwächt worden sei dieser Effekt durch Bewertungskorrekturen bei den Liegenschaften des Finanzvermögens, die überprüft und um netto rund 617'000 Franken aufgewertet wurden.

Strassenprojekte verschoben

Die Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde – ohne Spezialfinanzierung – schliesst mit einem negativen Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit von –4,6 Mio. Franken ab, ist damit um rund 404'000 Franken besser als erwartet. Zu grossen Abweichungen im Vergleich zum Budget kam es vor allem im Bereich Bildung mit Mehraufwendungen von rund 900'000 Franken, zurückzuführen auf die ausserordentliche Abschreibung für das Schulraumprovisorium Stapfer. Im Bereich Gesundheit – konkret bei der Pflegefinanzierung – sowie im Bereich Volkswirtschaft kam es zu Veränderungen, weil einmalige Anpassungen vorgenommen wurden in der Jahresbuchung. Mit der neuen Praxis werden die Aufwände und Erträge nun im tatsächlichen Rechnungsjahr aufgeführt.

Erfreulich war auf der anderen Seite der Mehrertrag aus dem Steuerabschluss. Deutlich übertroffen worden sind gegenüber den Prognosen die Erträge sowohl bei den natürlichen Personen als auch bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen. Sowieso, zeigten Geissmann und Huber auf, bewegt sich der Steuerertrag seit fünf Jahren stets in einem ähnlichen Bereich.

Die Nettoinvestitionen waren rund 2,3 Mio. Franken tiefer als erwartet, was hauptsächlich auf Kostenverschiebungen im Bereich der Kantonsstrassen zurückzuführen war. Nicht getätigte Ausgaben fallen erst in diesem Jahr an. Überdies leisteten Bund und Kanton nicht budgetierte Subventionszahlungen an die Projekte Sanierung Freibad und Schulhaus Stapfer. Vereinnahmt werden konnten ebenfalls Rückzahlungen von Aktivdarlehen.

Weniger Erlöse aus Holzverkauf

Der Betrieb Abwasserbeseitigung schliesst mit einem operativen Verlust von knapp 118'000 Franken ab, der Betrieb Abfallwirtschaft mit einem operativen Gewinn von rund 56'000 Franken.

Die Rechnung der Ortsbürgergemeinde – ohne Waldwirtschaft – schliesst mit einem Gewinn von rund 576'000 Franken ab (Budget –155'200 Franken). Beigetragen zum besseren Ergebnis haben Bewertungskorrekturen bei den Liegenschaften des Finanzvermögens sowie ein Buchgewinn aus einem Grundstückverkauf. Bei der Waldwirtschaft resultiert lediglich ein kleiner Gewinn von 2000 Franken (Budget 60'700 Franken). Als Gründe nannten Geissmann und Huber unter anderem die tieferen Erlöse aus Holz- und Holzfabrikatenverkäufen sowie die gesunkenen Einnahmen aus erbrachten Dienstleistungen.