Schinznach-Bad

Besucherin will Transparenz: «Was ist denn das für eine grüne Brühe?»

Die aarReha Schinznach hat anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums zum Tag der offenen Tür geladen. Auf einem Rundgang mit 15 Stationen gab es für die Gäste einige Überraschungen und einen unerwartet feinen Gemüse- und Frucht-Cocktail.

Frühmorgens lag noch dicker Nebel über der Region Brugg, der sich just zur Eröffnung des Tags der offenen Tür in der aarReha Schinznach zu lichten begann. «Was ist denn das für eine grüne Brühe?», fragte eine Besucherin unverhohlen. «Probieren Sie erst. Wenn es Ihnen nicht schmeckt, was bisher noch nicht vorkam, können Sie den Inhalt in die Spüle giessen», sagt Brigitte Gloor, Leiterin Osteoporosezentrum schmunzelnd. Die Besucherin nippt zaghaft am Becher, nimmt dann einen kräftigen Schluck und meint zufrieden: «Es sieht schlimmer aus als es schmeckt. Es schmeckt sogar ganz gut.» Umso erstaunter ist sie, als sie erfährt, was es in dieser «Kalzium-Bombe» alles drin hat. «Spinat, Peterli, Salat, Ingwer, Trauben und Ananas», erklärt Gloor. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen keine oder nur wenige Milchprodukte konsumieren, sei dieser Smoothy ein idealer Lieferant von Kalzium. Er helfe vorbeugend bei Osteoporose.

Besser als das Pulver zu Hause

Wer zudem Symptome von Rheuma oder Gicht vermeiden möchte, dem sei geraten, Thermalwasser zu trinken. Am Stand von Raphael Stutz und Josef Ledergerber, beide Mitarbeiter vom technischen Dienst, hat man Gelegenheit dazu. Ein 77-jähriger Patient verzieht keine Miene, schluckt das Schwefelwasser tapfer. «So schlimm ist das nicht», meint er und fügt an: «Das weisse Pülverchen, dass ich jeweils am Mittag nehmen muss, ist mir viel unsympathischer.» Sagts und lässt sich einen Becher Most, gefolgt von einem Becherchen Appenzeller reichen, um den Schwefelgeschmack herunterzuspülen. «Meinen Namen erwähnen Sie besser nicht, sonst denkt das Personal noch, ich hätte die Schwefelbar geplündert», meint er lachend. Die beiden Mitarbeitenden Stutz und Ledergerber sind mit ihren Kollegen übrigens dafür besorgt, dass das Thermalwasser im 90 000 Literbecken immer den pH-Wert hat, den es aufweisen muss. Dasselbe gilt für das Schwefelwasser, das man trinkt.

Nicht minder wichtig in einer Rehaklinik sind die Therapien, die es auf dem Rundgang zu entdecken gibt. Unter anderem können die Besucher im Fitnessraum ihre Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit an entsprechenden Geräten und unter kundiger Anleitung ausprobieren. Erst wenn man einmal auf einem instabilen Grund steht, kann man nachfühlen, wie wichtig der Gleichgewichtssinn ist. Im Arztsekretariat darf man sich im Abtippen von Arztberichten ab Diktaphon versuchen und bei der klinischen Psychologie erste Tipps holen. Das Interesse am Rundgang ist gross, wo man auch nachfragte. Zudem stehen für die Besucher Kurzreferate und ein Wettbewerb auf dem Programm und die Kinder werden durch Clowns wunderbar bei Laune gehalten. Auf alle Hungrigen wartet eine feine Paella.

Einsprache gegen Ausbaupläne

Die Bettenbelegung in der aarReha betrug letztes Jahr 96 Prozent. «Diese Auslastung ist einerseits erfreulich, andererseits bedeutet sie, dass wir jede Woche einige Patienten nicht aufnehmen können», sagt Direktor Beat Schläfli. Abhilfe soll das im März eingereichte Baugesuch zur Aufstockung der bestehenden Gebäude (Erweiterung um 25 Betten) schaffen. «Dem Baugesuch konnte bisher nicht entsprochen werden, da eine Einsprache von der Bad Schinznach AG hängig ist», sagt Schläfli. Die zu erstellenden Parkplätze sind der Stein des Anstosses. Nun prüft ein externer Gutachter die Situation eingehend. Möglicher Baustart, sofern die Einsprache vom Tisch ist, ist im Frühling 2016.

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