Brugg

Besser als im Budget vorgesehen, aber schlechter als im Vorjahr

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Die Rechnung der Einwohnergemeinde Brugg schliesst um 2,81 Mio. Franken besser ab als prognostiziert. Aber in den nächsten Jahren wird das Investitionsbedürfnis hoch sein. Davon ist der Brugger Vizeammann überzeugt.

«Der Rechnungsabschluss 2012 ist gut herausgekommen, die Massnahmen des Stadtrats tragen Früchte», sagt der Brugger Vizeammann Martin Wehrli. Aber: «In den nächsten Jahren wird das Investitionsbedürfnis hoch sein. Diese Entwicklung muss im Auge behalten werden, denn es soll ein gesundes Verhältnis zu den Einnahmen bestehen. Das Ziel muss eine schwarze Null sein.»

Am Mittwoch hat Wehrli zusammen mit Stefan Huber, Leiter Finanzen, die Zahlen an einer Pressekonferenz präsentiert.

Der Reihe nach: Die Rechnung 2012 der Einwohnergemeinde Brugg schliesst mit einem negativen Betriebsergebnis von 6,899 Mio. Franken ab – besser als im Budget (7,389 Mio. Franken) vorgesehen, aber schlechter als im Jahr 2011 (3,889 Mio. Franken). Beigetragen zum Ergebnis hat der Fiskalertrag von 29,088 Mio. Franken, der sich auf dem Vorjahresniveau bewegt und höher ist als im Budget (27,985 Mio. Franken) angenommen.

0,7 Mio. operativer Verlust

Da das Ergebnis aus der Finanzierung (6,181 Mio. Franken) unter anderem dank höheren Beteiligungserträgen und einem freundlichen Kapitalmarktumfeld deutlich besser als budgetiert ausfällt, resultiert ein operativer Verlust von noch 718 881 Franken. Im Budget war die Rede von einem Minus von 3,527 Mio. Franken.

Vizeammann Wehrli macht klar, dass sich durch die Umstellung auf das Harmonisierte Rechnungsmodell HRM 2 – Brugg zählt zu den Pilotgemeinden – im Rechnungsjahr 2012 einige Änderungen ergeben haben, die zu markanten Abweichungen gegenüber Budget und Vorjahresrechnung geführt haben.

So sind die Abschreibungsdauern verkürzt worden, was zu einem wesentlich höheren Abschreibungsbedarf führt. Auch können die Pilotgemeinden nicht mehr frei über die Aufwertungsreserven verfügen. In den nächsten Jahren muss Brugg jährlich pauschal 5,5 Mio. Franken vom zweckgebundenen ins frei verfügbare Eigenkapital umschichten.

Mit dieser Massnahme soll der höhere Abschreibungsbedarf gedämpft werden. Aufgrund dieser Neuregelung über die Reservenverwendung weist die Stadt Brugg einen Überschuss von 4,768 Mio. Franken aus.

Steuerertrag stagniert

Beim Steuerertrag der natürlichen Personen (22,728 Mio. Franken) ist eine Stagnation festzustellen. Zugelegt haben dagegen die Aktiensteuern (4,178 Mio. Franken). Übrigens: Die Steuerausstände sind in Brugg in den letzten Jahren stetig zurückgegangen und liegen derzeit mit 14 Prozent unter dem Kantonsmittel (16,3 Prozent).

Diese Entwicklung sei ein Zeichen dafür, dass auf der Stadtverwaltung zuverlässig und gut gearbeitet werde, sagt Wehrli. «Der Dank geht auch an die Bevölkerung, die pünktlich zahlt.»

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 4,4 Mio. Franken (2011: 8,7 Mio. Franken). Grössere Posten waren der Ersatz der Autodrehleiter der Feuerwehr, der Pausenplatz Museumsstrasse, das Busterminal Süd, die Sanierung des Amtshauses oder die Beteiligung an der Spitex.

Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt rund 5,1 Mio. Franken und ist damit höher als 2011 (3,7 Mio. Franken). Per Ende Jahr beträgt das Eigenkapital – das um 3 Mio. Franken abnimmt – 265,99 Mio. Franken.

Der Anteil des zweckgebundenen Eigenkapitals beläuft sich auf rund 180 Mio. Franken und resultiert grösstenteils aus der Aufwertung des Verwaltungsvermögens als Folge der Umstellung auf HRM 2.

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