Mülligen

Besoffen und nonstop unterwegs: So fahren Chauffeure durch den Aargau

Lastwagenchauffeur nach 28-Stunden-Fahrt aus dem Verkehr gezogen. (Symbolbild)

Lastwagenchauffeur nach 28-Stunden-Fahrt aus dem Verkehr gezogen. (Symbolbild)

Ein 52-jähriger Engländer donnert mit seinem Brummi besoffen über die Autobahn und ein 56-jähriger Deutscher fährt ohne Unterbruch seit 28 Stunden durch Europa. Beiden wurde der Führerschein sofort abgenommen.

Die Kantonspolizei Aargau führte am Mittwochmorgen auf der A1 bei Müllingen eine Kontrolle des Schwerverkehrs durch. Insgesamt wurden 30 Lastwagen und 13 Lieferwagen samt Lenker eingehend überprüft.

Besoffen auf der A1

Die wohl gravierendsten Verfehlungen stellten die Polizisten bei je einem Lastwagenchauffeur aus England und Deutschland fest. So ergab der Atemlufttest beim 52-jährigen Engländer einen Alkoholwert von rund einem Promille. Zudem stiessen die Polizisten auf zahlreiche Unregelmässigkeiten bei der Arbeits- und Ruhezeitkontrolle.

Der Lenker musste eine Blutprobe abgeben, worauf ihm die Polizisten den heimatlichen Führerausweis aberkannten. Sein schweres, im Ausland immatrikuliertes Sattelmotorfahrzeug musste stehen bleiben.

1100 Kilometer ohne Pause

Ebenfalls aus dem Verkehr gezogen wurde der 56-jährige Deutsche, der mit einem schweren Sattelschlepper aus Deutschland unterwegs war. Bei ihm fanden die Polizisten heraus, dass er seit 28 Stunden durchgehend gefahren war und dabei 1100 Kilometer ohne Pause zurückgelegt hatte.

Bei der Auswertung des Fahrtschreibers kamen weitere krasse Widerhandlungen gegen die Arbeits- und Ruhezeitverordnung zu Tage - darunter eine Lenkzeit von 30 Stunden von anfangs Februar.

Der Lenker wurde wegen Fahrens in übermüdetem Zustand verzeigt. Sein deutscher Führerausweis wurde ihm aberkannt, sein Sattelmotorfahrzeug stillgelegt.

Stillgelegt wurde auch ein leichter Anhängerzug aus der Schweiz, bei dem der Anhänger eine ungenügende Bremswirkung aufwies. Der Lenker wurde wegen der fehlenden Betriebssicherheit verzeigt. Weitere Anzeigen resultierten aus Übergewicht, ungenügender Ladungssicherung und verschiedener Widerhandlungen gegen die Arbeits- und
Ruhezeitverordnung. (sda/dno)

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