Brugg
Benno Meier: «Man darf sich überraschen lassen!»

Benno Meier will Präsident des Gewerbevereins Zentrum Brugg werden und sich für den Wirtschaftsstandort einsetzen

Michael Hunziker
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Benno Meier ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma BM Consulting GmbH. Emanuel Freudiger

Benno Meier ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma BM Consulting GmbH. Emanuel Freudiger

Erst vor ein paar Tagen hat Benno Meier neue, helle Büroräumlichkeiten am Stahlrain in Brugg bezogen. Der frühere Standort seiner Firma BM Consulting GmbH war nur eine Haustüre entfernt. Bei der Begrüssung entschuldigt sich der designierte Präsident von Zentrum Brugg. Er sei zurzeit nicht ganz fit. Trotz dem einen oder anderen kräftigen Hustenanfall: Aufgestellt und offen, direkt und ausführlich gibt er Auskunft zu seiner Person und zum 50-Jahr-Jubiläum des Gewerbevereins.

Benno Meier, Sie werden voraussichtlich als Präsident des Gewerbevereins Zentrum Brugg gewählt. Wie aufgeregt sind Sie, kurz vor der Generalversammlung vom nächsten Mittwoch?

Benno Meier: Meine Nervosität hält sich in Grenzen. Ich übe das Amt des Präsidenten seit anderthalb Jahren ad interim aus und habe bereits die letztjährige Generalversammlung geleitet. In diesem Sinne betrete ich nicht allzu viel Neuland, habe aber grossen Respekt vor diesem Amt.

Worin liegt der Reiz, diese Funktion definitiv zu übernehmen?

Nach dem plötzlichen Tod des früheren Präsidenten Daniel Weber war es für mich als damaliger Vizepräsident eine Selbstverständlichkeit, dass ich einspringe. In der Zwischenzeit konnte ich viel Erfahrung sammeln. Der gut funktionierende Vorstand und die vielen positiven Rückmeldungen haben mich nach intensiven Gesprächen dazu bewogen, mich der Wahl zu stellen und diese Verantwortung zu übernehmen.

Der Zeitaufwand ist aber gross, oder?

Das hängt natürlich vom persönlichen Engagement ab. Wenn ich etwas mache, dann möchte ich es richtig machen. Insofern bin ich in diesem Amt gefordert.

Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Das Zentrum Brugg soll sich aktiv für die Förderung des Wirtschaftsstandorts Brugg einsetzen und die Interessen der Mitglieder gegenüber den politischen Behörden vertreten. Dazu braucht es eine optimale Vernetzung. Wichtig ist mir auch der persönliche Nutzen für unsere Mitglieder.

An welchen Nutzen denken Sie genau?

Wir können eine Plattform bieten, können vernetzen, Dialoge in Gang bringen sowie Kontakte, Traditionen und Innovationen pflegen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Am meisten profitieren diejenigen Mitglieder, die sich aktiv am Vereinsleben beteiligen.

Ihrer Meinung nach müsste jeder Unternehmer Zentrum-Brugg-Mitglied sein?

Ja. Für mich als Unternehmer ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ein Gewerbeverein unterstützt werden sollte. Mit der geballten Kraft unserer beinahe 200 Mitglieder können wir mehr erreichen als ein Einzelkämpfer. Alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die noch nicht Mitglied sind, sollten sich deshalb schon morgen beim Zentrum Brugg anmelden – es lohnt sich (lacht).

Es wird ein Zuwachs angestrebt?

Genau, Potenzial ist vorhanden. Und die Tendenz ist übrigens steigend.

Gibt es Bereiche, in denen Handlungsbedarf angezeigt ist?

Mit meinem Amtsantritt soll zwar nicht alles auf den Kopf gestellt werden, aber selbstverständlich macht sich der Vorstand laufend Gedanken darüber, was optimiert werden kann. Die kritischen Punkte werden zur Sprache gebracht.

Konkret?

Aus Sicht des Gewerbes wird die Positionierung von Brugg als attraktiver Wirtschaftsstandort eine Herausforderung sein. Die gute Verkehrslage, der Campus, der Technopark Aargau und die High Tech AG bieten eine gute Basis. Nun sind aber die politischen Behörden gefragt, denn die Baulandreserven sind aufgebraucht und ein professionelles Standortmarketing sollte aufgebaut werden. Es braucht klare Strategien und Leitplanken, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll. Mit dem Projekt «Raum Brugg Windisch» haben Brugg und Windisch zusammen die ersten Schritte eingeleitet. Es freut mich, dass das Zentrum Brugg in der Echogruppe die Interessen seiner Mitglieder vertreten darf.

Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert gut?

Unternehmer fordern rasche Entscheide. Die politischen Prozesse dauern aber häufig länger. Hier
bewegen wir uns in einem Spannungsfeld. Gefragt sind gegenseitiges Verständnis und eine wirtschaftsfreundliche Haltung, die von den Behörden und der Verwaltung gelebt wird.

Zum Jubiläum des Zentrum Brugg: Welche Bedeutung hat der 50. Geburtstag für den Gewerbeverein?

Wenn sich eine Vereinigung seit einem halben Jahrhundert für die Interessen der Brugger Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Brugg einsetzt, dann hat das sicher eine grosse Bedeutung. Man darf nicht vergessen, dass der gesamte Vorstand ehrenamtlich tätig ist und viel Freizeit investiert.

Wie ist das Jubiläumsjahr angelaufen?

Begonnen haben wir erfolgreich mit dem traditionellen, rekordverdächtig gut besuchten Fondue-Neujahrsapéro. An diesem Anlass haben wir unser neues Logo und unsere Weingläser präsentiert.

Der Elan ist zu spüren . . .

Die Stimmung ist in der Tat gut. Der Vorstand sprüht vor Ideen. Leider kann nicht alles realisiert werden (lacht).

Welches werden die Höhepunkte im Jubiläumsjahr sein?

Wir haben Aktivitäten geplant, die sich über das ganze Jahr verteilen. Erwähnenswert sind sicher der Weinbrunnen als Treffpunkt der Unternehmerinnen und Unternehmer am Brugger Stadtfest, die Zentrumsparty, die unsere offizielle Geburtstagsfeier sein wird, unsere Präsenz an der Eröffnung des Campussaals sowie – zum Abschluss – der Weihnachtsmarkt.

Sie wollen vor allem mit Anlässen auf sich aufmerksam machen?

Ein Hauptziel im Jubiläumsjahr ist mehr Präsenz in den Medien. Man soll vom Zentrum Brugg hören und wir wollen unseren Bekanntheitsgrad weiter erhöhen. Man darf sich überraschen lassen!

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