Brugg, Turnhalle Hallwyler, 10 Uhr: Zehn Kinder, barfuss und in Turnbekleidung, sitzen auf einer grossen Matte, lauschen gespannt den Ausführungen von Karatelehrer Peter Schwob. «Ihr werdet heute boxen, hauen und gingge», klärt er die Kinderschar auf. «Aber – man darf einander nicht tüpfe, sonst tuts weh.» Zur Unterstützung hat er drei junge Karatekas dabei: Diego und Lynn vom Nati-Nachwuchskader sowie Tara.

Peter Schwob, Karateka seit 40 Jahren, schildert den Ferienpasskindern, wie erfolgreich Diego, Lynn und Tara sind. Ein Knabe zweifelt ob seiner Aussage. «Sind die wirklich so gut? Die haben ja gar keinen schwarzen Gurt». Schwob klärt ihn auf, dass es diesen Gurt nur für Erwachsene gibt.

Dann gehts weiter, zum Warm-up. Die Schar spurtet vom einen Ende der Halle zum anderen. «Ganz schön anstrengend», meint der kleine Zweifler von vorhin. Danach kommen die Basis-Karate-Techniken zum Zug. Schlag und Abwehr werden geübt. Später kommen Stellungen dazu und Schläge auf das Kissen. Auch die Partnerabwehr wird geprobt.

In der zweiten Stunde folgen die Beintechniken, bevor die gepolsterten Handschuhe zum Einsatz kommen. Alles auf spielerische und doch fundierte Weise. «Mir gefällts sehr gut, ich möchte auch nach diesem Kurs ins Karate gehen», sagt der 8-jährige Valentin. Gefallen tuts ebenfalls der gleichaltrigen Emma, die jedoch noch nicht weiss, ob Karate was für sie wäre.

Ein Schulhaus weiter sind derweil zehn Kinder dabei, aus kleinen Glasstücken Kunstwerke zu erschaffen. Unter der Leitung von Raymond Chevalley lernen sie, wie man die scharfen Glasstücke anfasst, nach eigenem Gutdünken auf dem Glasträger platziert und später noch verleimt. Sarah, 11 Jahre, ist bereits ein alter Hase im Glasfusing. «Durch meinen älteren Bruder bin ich auf den Geschmack gekommen», sagt sie. Seither verpasst sie keinen Ferienpass, an dem diese Technik angeboten wird.

Francesca und Tabea sind zum ersten Mal dabei, machen für ihre Erstkommunion ein Glaskreuz. Beiden gefällts sehr gut. Auch der fünfjährige Pirmin hat Spass. Er macht für seine Gotte eine Butterplatte. Nach dem Kurs werden die Kunstwerke in einem 800 Grad heissen Ofen für 16 bis 18 Stunden gebrannt. Dann können die Kinder ihre Kreationen abholen.

308 Kinder haben sich für den 35. Ferienpass angemeldet, an dem sie 72 Kurse besuchen können. Renner sind der Schoggi-Event in Buchs, das Pizza-Backen oder die Kurse mit Tieren. Auch Töpfern, Lego-Roboter bauen, Besuch im PSI oder Klatschschalter löten kommen sehr gut an.