Jetzt gilt es ernst für Tempo 30 auf den Gemeindestrassen in Brugg: Für die Umsetzung steht ein Kredit von 272 000 Franken zur Diskussion übermorgen Freitagabend im Einwohnerrat.

Eine Mehrheit der FDP-Fraktion lehnt die Vorlage ab. Zwar wird anerkannt, «dass Tempo 30 einen Sicherheitsgewinn sowie eine Lärmreduktion bringen kann». Statt der praktisch flächendeckenden Umsetzung auf fast allen Gemeindestrassen würde die FDP-Fraktion aber eine Beschränkung auf vereinzelte Bereiche vorziehen. «Es stellt sich auch die Frage, ob all die geplanten Signalisierungen und die damit verbundenen Kosten nötig sind, wenn in der Praxis in vielen Quartierstrassen ohnehin nicht mit 50 km/h gefahren werden kann», so die FDP. «Das Geld sollte besser dort investiert werden, wo echte Gefahrenzonen bestehen.»

Es ist Wunsch der Bevölkerung

Anderer Ansicht ist die SP-Fraktion. Sie unterstützt die Vorlage einstimmig – würde sich einzig eine schnellere Umsetzung wünschen. «Es freut uns, dass man diesen Schritt gehen will», stellt die SP fest und betont, dass sie bei weiteren verkehrspolitischen Entscheidungen wie beim kantonalen Projekt «Oase» – Ostaargauer Strassenentwicklung – nur eine umwelt- und bevölkerungsverträgliche Variante akzeptieren wird.

Für die GLP ist klar, dass die Einführung von Tempo 30 dem Mehrheitswunsch der Bevölkerung entspricht. «Die Vorteile sind offensichtlich: besserer Schutz von Gesundheit und Umwelt ohne grosse Einschränkung der Mobilität.» Anders ausgedrückt: Die GLP sagt Ja zu den Tempo-30-Zonen. Im Einzelnen gibt es aus Sicht der Fraktion allerdings Optimierungsbedarf. «So ist die Parkstrasse unverständlicherweise bei Tempo 30 ausgeklammert. Die Parkstrasse ist nicht nur Schulweg für die Oberstufe, sondern auch Wanderweg.»

Ebenfalls erwartet die GLP eine Kontrolle der Umsetzung in einer Art, «die verlässliche Grundlagen für eventuell nötige weitergehende bauliche Massnahmen beispielsweise vor Schulen und Kindergärten ergeben». Bis zu welchem Zeitpunkt Bilanz gezogen werden soll, sei ebenfalls zu kommunizieren.

Schnelle Hilfe ist gewährleistet

Den Krediten für ein neues Atemschutzfahrzeug und ein neues Tanklöschfahrzeug sowie für die Reaktivierung des Feuerwehrlokals in Umiken stimmt die FDP zu. «Das geplante Vorgehen erscheint uns zweckmässig, um trotz der zunehmenden Verkehrsprobleme die Einsatznorm der Feuerwehr im gesamten betreuten Gebiet einhalten zu können und somit eine gute Sicherheitsabdeckung für alle Einwohner zu bieten», hält die Fraktion fest. Auch die SP heisst die Kredite gut, versteht «die Notwendigkeit dieser Massnahmen, damit auch in Zukunft eine schnelle Hilfe gewährleistet ist». Aber: «Da die Fusion mit Schinznach-Bad diese Kosten mitverursacht, müssen die Fusionskosten noch transparent ersichtlich sein.» Für die GLP steht ebenfalls fest: «Die Feuerwehr braucht möglichst optimale Bedingungen, um ihrer Kernaufgabe, dem Schutz von Leben, von Sachwerten und der Umwelt im Ereignisfall nachkommen zu können. Dazu braucht sie einsatzbereite Fahrzeuge und Gerätschaften mit hoher Leistungsfähigkeit.»

Die Motion von Miro Barp (SVP) betreffend Kunstrasen im Stadion Au lehnt die FDP in der vorliegenden Form ab. Die Fraktion sei nicht prinzipiell gegen einen Kunstrasen, «erachtet die Motion in der aktuellen Form aber als zu einschränkend, weil sie keinen Spielraum für Varianten zulässt». Die SP ihrerseits hat ökologische und ökonomische Aspekte genau analysiert. «Der Nutzen aber auch die Aufwendungen für die Brugger Bevölkerung gilt es umsichtig abzuwägen», führt die Fraktion aus. Die SP attestiert dem FC Brugg, «dass er gute und wichtige Sport- und Jugendarbeit leistet. Ob diese Arbeit von einem teuren Kunstrasen abhängen soll, ist man sich noch nicht einig.»

Einwohnerrat Freitag, 7. September, 19.30 Uhr, Rathaussaal.