Brugg

Bei Regen wird der Neumarktplatz zur Rutschbahn – nun meldet sich die Stadt zu Wort

Der Brugger Neumarktplatz wird bei schlechter Witterung schnell rutschig.

Der Brugger Neumarktplatz wird bei schlechter Witterung schnell rutschig.

Fallen Regen und Blätter, wird das Zentrum in Brugg schnell sehr rutschig. Für Kinder mag das lustig sein, aber es ist auch gefährlich. Nun nehmen Stadt und Seniorenrat Stellung.

Letzte Woche erinnerte er kurz an ein Eisfeld. Eine Horde Kinder schlitterte vergnügt über den nassen Neumarktplatz in Brugg. Was für die einen eine «glatte Sache» ist, ist für die anderen, insbesondere für Menschen mit Gehbehinderung, kein Spass. Die Stadt Brugg weiss von der Glätte des roten Steinbodens. Stadtschreiber Matthias Guggisberg erklärt: «Die Rutschgefahr tritt sporadisch an einzelnen Stellen auf. Sie bildet sich aufgrund des Honigtaus, der von den Linden stammt.» Die Stadtverwaltung habe aber dieses Jahr keine Beschwerden dazu erhalten.

Laut dem Delegierten des Schweizerischen Seniorenrats, Peter Haudenschild, hat es nur daher kaum offizielle Beschwerden gegeben, weil die Betroffenen resigniert haben und nicht, weil es keine Probleme gab. «Gerade die ‹Alten› finden sich mit solchen Stolperfallen ab und erleben sie gar als ‹normal›.» Der Brugger FDP-­Einwohnerrat sagt, er werde immer wieder von Leuten jeden Alters auf die Rutsch- und Stolpergefahr auf dem Neumarkplatz hingewiesen. «Natürlich handelt es sich insbesondere um Seniorinnen und Senioren, die dort schon mal gestürzt sind, sich Knochen gebrochen haben und nun jahrelang an den Folgen leiden.»

Er selbst sei als Hochschulsporttrainer schon wegen loser oder herausragender Steine auf dem Neumarktplatz gestrauchelt. Gemäss Haudenschild bezeichnet auch Procap, der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderung in der Schweiz, die Natur- und Kunststeinpflästerung sowie die Verbundsteine im ganzen Brugger Zentrum als «ungeeignet» bis «bedingt ungeeignet» für die sichere Begehung.

Laut Seniorenrat sollte der Platz saniert werden

Ein ähnliches Bild zeichnet die Untersuchung des Seniorenrats Brugg. 2019 befragte dieser seine Mitglieder zu den Schwachstellen der Brugger Fusswege im Hinblick auf Sicherheit und Begehbarkeit. Aus den rund zwanzig Rückmeldungen kristallisierten sich elf problematische Orte in Brugg heraus – darunter auch der Neumarktplatz. Das Urteil: «Dutzende lose Steine und sehr rutschiger Belag bei Nässe (wird im Herbst durch Laub noch verschlimmert). Dauerhaft sanieren.» Der Präsident des Brugger Seniorenrats, Roland Leupi, ergänzt: «Die Rutschgefahr ist vor allem gegeben, wenn frisch Laub, Schnee oder Regen gefallen ist.»

Für Neugestaltung ist Bodenbelag noch nicht klar

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, setzt die Stadt Brugg laut Stadtschreiber Matthias Guggisberg auf den Werkdienst. «Er ist täglich vor Ort und kann die Situation laufend einschätzen. Nach Bedarf werden betroffene Stellen gereinigt.» Seniorenratspräsident Roland Leupi findet, dass der Werkdienst der Stadt hier einen sehr guten Job leiste und versuche, die Lage auf dem Platz zu entschärfen. «Aber es gibt sicher Situationen, wo das nicht vollständig gelingt.» Neben der Reinigung der Oberflächen nutzt die Stadt Brugg auch Hinweistafeln, die auf die Rutschgefahr aufmerksam machen sollen. Gemäss Stadtschreiber Matthias Guggisberg können diese je nach Bedarf oder saisonal, besonders in den aktuellen Herbst- und Wintermonaten, zum Einsatz kommen.

Bei der Neugestaltung des Neumarkt- und Bahnhofplatzes soll die Rutschgefahr nun ein wichtiges Thema sein. Laut Guggisberg sind die Planungsarbeiten aber noch nicht soweit fortgeschritten, um das zukünftige Material des neuen Bodens zu nennen. Erste Überlegungen würden zu einem festen Belag tendieren, der unterhaltsfreundlicher ist. «Der bestehende Klinkerbelag weist aufgrund des Alters Unebenheiten auf, die jedes Jahr ausgebessert werden müssen.» Deshalb ginge es nicht nur um die Rutschgefahr, sondern ebenso um den zukünftigen Unterhalt der Flächen.

Inwiefern dort auch die Hinweise des Seniorenrats Brugg einfliessen werden, ist unklar. Auf die im Juni 2020 bei der Stadt eingereichte Umfrage gab es gemäss Ratspräsident Ronald Leupi bisher noch keine Reaktionen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1