Brugg/Windisch
Bei ebenbürtigen Gladiatoren darf das Publikum den Sieger küren

Erstmals gab es beim Römertag auch im Amphitheater Windisch eine Attraktion. Die Gladiatorenkämpfe dort begeisterten.

Hans Christof Wagner
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Bevor die Kämpfe starten, bereiten sich die Gladiatoren vor, links Astyanax (Chihab Kraien)
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Mit Dreizack und Netz wartet Icarus auf seinen Einsatz
Bevor die Kämpfe starten, bereiten sich die Gladiatoren vor
Bevor die Kämpfe starteten, gab es eine religiöse Zeremonie
Angeführt von einem Fanfarenbläser zogen die Gladiatoren ein
Möglichst authentisch soll es bei den Gladiatorenkämpfen im 21. Jahrhundert zugehen, auch bei den Helmen
Möglichst authentisch soll es bei den Gladiatorenkämpfen im 21. Jahrhundert zugehen, auch bei den Helmen (2)
Unter dem Gladiatorenhelm ist die Sicht nicht die beste
Römertag 2017 in Windsich
Mit oder ohne Beinschienen und mit grossem oder kleinem Schild - bei den Gladiatoren gibt es viele Unterschiede
Auch die Gladiatoren suchten in der Arena Windisch gerne ein schattiges Plätzchen auf
Debatte mit einem römischen Offizier am Rande des Römertages
Auch rund ums Vindonissa Museum gab es beim Römertag viel Römisches zu sehen
Auch eine römische Frisur muss gut sitzen
Heiss - eine Feuerschale illuminiert das Amphitheater Windisch
An Ständen gab es beim 16.Römertag in Brugg auch Einführungen ins antike Handwerk

Bevor die Kämpfe starten, bereiten sich die Gladiatoren vor, links Astyanax (Chihab Kraien)

Hans Christof Wagner

Africanus gegen Crixus, Murmillo gegen Thraex, Wendigkeit gegen Panzerung – so heisst am Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr die erste Paarung. Einige Minuten dauern die Kämpfe schon, immer wieder einmal muss der Summarudis, der Schiedsrichter, eingreifen. Aber beide Kämpfer sind sich ebenbürtig.

Für solche Fälle hat sich der Veranstalter, der Editor, einen ganz demokratischen Trick ausgedacht: Soll doch das Publikum entscheiden. Und das applaudiert länger und lautstarker für Africanus. Also geht der als Sieger hervor, nimmt den Palmzweig entgegen und läuft eine Ehrenrunde durch die Arena, die im Falle von Windisch keine richtig ist, weil der Sand fehlt.

Africanus heisst im wirklichen Leben Youl Samare und ist Stuntman von Beruf. «Das Einfache und Ursprüngliche dieses Kampfstils aus der Antike fasziniert mich einfach», sagt das Mitglied der Gladiatorenschule Amor Mortis aus Deutschland, die heute mit ihren Mitkämpfern von der Gruppe Familia Gladiatoria Carnuntina aus Österreich zu Gast ist. Diese treten sonst in der Römerstadt Carnuntum in der Nähe von Wien auf.

Erster Auslandsauftritt

Aus Wien kommt auch Chihab Kraien (Kampfname Astyanax), der sich auch sonst für historische Schwert- und Kampfkunst interessiert und für den der Auftritt im Amphitheater Windisch der erste Auslandsauftritt ist. Seine antike Identität ist die eines Karthagers, der mit 17 Jahren freiwillig Gladiator wurde. Später wird er gegen Taranis kämpfen, einen gallischen Kriegsgefangenen. Und auch hier entscheidet wieder das Publikum über Sieg oder Niederlage. Und es ist Astyanax hold.

Auch die Götter sind dieser Premiere beim 16. Römertag mehr als gewogen, lassen sie doch die Temperaturen hochsommerlich ansteigen. So wird am Nachmittag der Festumzug der 14 Gladiatoren vom Vindonissa Museum zum Kampfplatz in Windisch eine schweisstreibende Angelegenheit. Doch der guten Stimmung im Publikum, wo so manche gebieterisch den Daumen nach unten oder oben strecken und sich bei Brot und Spielen wie Ceasar fühlen, kann die Hitze nichts anhaben.

Guter Dinge ist auch Pirmin Koch von der Gesellschaft Pro Vindonissa, weil das antike Spektakel in Windisch so gut ankommt und das klassische Angebot beim Römertag rund ums Vindonissa Museum Brugg so ideal ergänzt. Und das am Originalschauplatz, wo es in der Antike wohl auch Gladiatorenkämpfe gegeben hat – obwohl das nicht wirklich überliefert ist.

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