Bözberg
Bei der Linner Linde ist der Umbau der Bushaltestelle geplant

Um die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes zu erfüllen, sind auch in Gallenkirch Anpassungen nötig.

Claudia Meier
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Die Haltestelle ist geplant, wo das weisse Auto steht.

Die Haltestelle ist geplant, wo das weisse Auto steht.

jam (23.11. 2016

Die Platzverhältnisse auf dem Parkplatz neben der Linner Linde sind eng. Den Raum müssen sich Autofahrer und der öffentliche Verkehr teilen. Doch oft kann der Buschauffeur nicht auf Anhieb wenden, weil irgendein Auto im Weg steht. Und Rollstuhlfahrer oder Fahrgäste mit Kinderwagen sind beim Ein- oder Aussteigen auf Unterstützung angewiesen. Beim Bushäuschen gibt es weder Trottoir noch Rampe, was den Zugang zum Bus erleichtern würde.

Das soll sich nun ändern. Noch bis zum 16. Februar liegen die Unterlagen zum Umbau der beiden Bushaltestellen Linn und Gallenkirch nach dem Behindertengleichstellungsgesetz öffentlich auf der Gemeindeverwaltung Bözberg auf. Die Dokumentation gibt es elektronisch auf der Website des Kantons unter «Auflage Strassenprojekte».

Zur Erinnerung: Bis 2024 müssen theoretisch alle Bushaltestellen in der Schweiz behindertengerecht umgebaut sein. Der Kanton Aargau ist davon aber noch weit entfernt. Wie das SRF-«Regionaljournal Aargau-Solothurn» am 18. Januar berichtet hat, werden von den rund 1300 Bushaltestellen im Aargau in den kommenden Jahren nur etwa 250 umgebaut.

Neue Haltestelle kommt hinter die Autos zu liegen

Als behindertenkonform – nach dem 2004 in Kraft getretenen Gesetz – gilt eine Bushaltestelle mit einer Haltekantenhöhe von mindestens 22 cm bei der zweiten Türe, was den selbstständigen Einstieg ermöglicht. Um das auf der Länge von 9,6 m zu erreichen, wird die Haltestelle Linn von der Kurve auf die Rückseite der geparkten Autos verschoben und so angepasst, dass der Bus sie direkt nach der Wendung anfahren kann. Die Linner Linde wird vom vorliegenden Vorhaben nicht tangiert. Als Abgrenzung zur Strasse und deren Entwässerung ist laut den Unterlagen lediglich ein Wasserstein ergänzend vorgesehen.

Die Baumassnahmen sind im Mai 2020 mit der kantonalen Abteilung Raumentwicklung abgestimmt worden. Das naheliegende Buswartehäuschen bleibt bestehen. Eine Beleuchtung ist nicht vorgesehen. Für den Voranschlag wurden Baukosten in der Höhe von 122000 Franken ermittelt, heisst es im technischen Bericht des Kantons. Bei der Realisierung des Vorhabens sind zwei Parzellen betroffen.

Die Wendeschlaufe in Gallenkirch wird erweitert

Im Bözberger Ortsteil Gallenkirch hält der Bus für den Ein- und Ausstieg beim Bushäuschen und wartet in der Wendeschlaufe auf die Weiterfahrt. Damit die Schlaufe künftig auch für den Gelenkbus taugt, wird sie erweitert und weist neu auf einer Länge von 19 m eine Haltekante mit 22 cm Höhe auf. Betroffen vom Vorhaben sind vier Parzellen. Die Kosten dürfen sich auf total 134000 Franken belaufen.