Windisch

Bei der Huber AG übernimmt die vierte Generation

Kurt Huber (l.) ist froh, dass Sohn Christoph neu der Chef ist.

Kurt Huber (65) übergibt die Geschäftsführung an Sohn Christoph.

Künftig will Kurt Huber montags nicht mehr arbeiten. Der Inhaber der Huber AG Windisch, der am nächsten Montag seinen 65. Geburtstag feiert, hat gestern Abend die Geschäftsführung seinem 30-jährigen Sohn Christoph anlässlich einer Feier in einem engen Kreis aus dem geschäftlichen Umfeld in der Trotte in Villigen übergeben.

«Ich bin froh, dass heute Geschäftsübergabe ist und ich nicht meinen letzten Arbeitstag habe», betont Kurt Huber, als sich die AZ kurz vor der Feier am Firmensitz im Dägerli in Windisch mit ihm trifft. «Ich freue mich, dass wir diese Nachfolgelösung gefunden haben. Wichtig ist, dass Christoph und andere Mitarbeiter in mir einen Ansprechpartner haben.»

Kurt Huber bleibt Verwaltungsratspräsident und reduziert sein Pensum allmählich. Er nimmt sich den Montag frei, damit er mit seiner Ehefrau Susanne nun öfters für ein verlängertes Wochenende verreisen und sich wieder mehr Zeit zum Segeln nehmen kann.

Das Unternehmen mit total 37 Mitarbeitern ist auf die Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe sowie den Anlagen- und Apparatebau spezialisiert – von der Beratung, über das Engineering, die Konstruktion bis zur Fabrikation und zur Montage inklusive Unterhalt.

Rund 80 Prozent des Umsatzes generiert die Firma in der Schweiz. Zu den Kunden zählen Kehrrichtverbrennungsanlagen sowie ABB, Siemens, Chemie- und Pharmafirmen.

Vor 95 Jahre eröffnete der Grossvater eine Schlosserei

Die Firmengeschichte geht zurück ins Jahr 1924. Damals eröffnete Kurt Hubers Grossvater Hermann eine Schlosserei am Kirchrain in Windisch. Das Tätigkeitsgebiet wurde 1948 mit Sanitär- und Heizungsinstallationen erweitert.

Fünf Jahre später begann die Firma mit der Fabrikation, der Montage und dem Verkauf von technischen Artikeln aus Kunststoff. Kurt Hubers Vater Peter spezialisierte sich ab 1957 auf sanitäre Installationen und Onkel Ernst auf den Kunststoff-Apparatebau.

Die erste Werkhalle entstand 1963 im Dägerli, sieben Jahre später folgte die Erweiterung. Kurt Hubers älterer Bruder Peter stieg 1977 ins väterliche Unternehmen ein; Kurt vier Jahre später.
Als die Huber AG Windisch die Aktivitäten im Haushaltinstallationsbereich 1987 einstellte, wurden alle Mitarbeiter im Apparate- und Anlagenbau weiterbeschäftigt.

Kurt Huber hatte zuvor an der ETH Maschineningenieur, Verfahrenstechnik und Betriebswissenschaften studiert. Als der zweifache Familienvater 55 Jahre alt war, schied Bruder Peter aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma aus. Kurt übernahm das gesamte Aktienkapital, baute die Halle im Dägerli aus und gleiste die Nachfolge auf.

Sohn Christoph fühlte sich frei bei der Berufswahl. Er entschied sich für eine Lehre als Polymechaniker und bildete sich danach an der Fachhochschule zum Maschinenbauingenieur weiter. Vor drei Jahren trat er als künftiger Nachfolger ins Familienunternehmen ein.

Wertschätzung und Transparenz sind wichtig

Dass die Huber AG Windisch einige Mitarbeiter mit 25 bis über 40 Dienstjahren hat, ist wohl kein Zufall. «Wir bemühen uns, anständig mit unseren Mitarbeitern umzugehen, und haben noch nie jemand wegen des Alters entlassen», sagt Kurt Huber.

Christoph ergänzt: «Die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter ist unverzichtbar.» Der neue Geschäftsführer will dazu beitragen, dass die Angestellten bleiben und gerne zur Arbeit kommen. «Das macht vieles einfacher.»

Das Unternehmen, das dem europäischen Konkurrenzdruck ausgeliefert ist, punktet mit Qualität – bei den Produkten, den Terminen und bei Dienstleistungen. Dazu gehören Fairness und Transparenz.

«Viele Kunden schätzen es, dass sie bei uns seit Jahren die gleichen Ansprechpartner haben», sagt Kurt Huber. Bei Christoph läufts rund: Vor acht Wochen wurde Sohn Livio geboren, Mitte August schloss er das Studium MAS im Wirtschaftsingenieurwesen ab und seit heute ist er Chef. «Ein bisschen nervös bin ich schon», räumt der 30-Jährige ein.

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