Brugg
Bei der Brugger Badibeiz ist der Wurm drin

Bademeister Max Landös hat in 23 Dienstjahren 9 Pächter kommen und gehen sehen. Mike Rautenberg wirft den Bettel als Nächster hin.

Marc Reinhard
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Genügt möglicherweise ein Fast-Food-Stand? In ihrer jetzigen Form hat die Beiz zu wenig Gäste. BY

Genügt möglicherweise ein Fast-Food-Stand? In ihrer jetzigen Form hat die Beiz zu wenig Gäste. BY

Warum bewirbt man sich als Pächter für eine Badibeiz, von der Insider offen sagen, da sei der «Wurm drin»? «Das war Bauchgefühl. Ich mochte den Ort von Beginn weg, und ich hatte eine Idee», erzählt Mike Rautenberg. Der gelernte Koch und Metzger hatte die Brugger Badi-Beiz vor einem Jahr übernommen und wollte die Besucher mit «Schwappas, Schweizer Tappas, eine Erfindung von mir», anlocken.

Das Bauchgefühl hat ihn betrogen, er bricht die Übung jetzt ab. «Ich habe mir ein Jahr Zeit gegeben. Wenn die Gäste ausbleiben und es im Portemonnaie nicht stimmt, dann muss man eben aufhören.» Rautenberg arbeitet inzwischen im Aussendienst. Momentan ist er daran, das selbst eingebrachte Inventar zu veräussern. Enttäuscht sagt er: «Ich hatte mich bei verschiedenen Leuten nach den Erfolgsaussichten erkundigt. Es gab kaum schlechtes Feedback.

Aber gerade diejenigen Leute, die positiv sprachen, sind hier selten bis gar nie als Gäste aufgetaucht.» Dazu zählt der Ex-Pächter auch die Stadtbehörden, von denen er sich persönlich mehr Besuche erhofft hätte. Er betont aber: «Ich will ansonsten niemandem Vorwürfe machen. Der Pachtzins ist human und der Kontakt zur Stadt verlief immer positiv.»

Ebenfalls «nur» ein Jahr lang, direkt vor Rautenberg, hatte eine Mitarbeiterin der Badi das Restaurant geführt. «Ich hätte ihm ein paar Zahlen liefern können, wenn er mich gefragt hätte», sagt sie achselzuckend.

Mit einer Ausnahme sei kein Pächter lange hier gewesen, bestätigt Badmeister Max Landös. Ausser an sonnig-warmen Sommertagen kämen viel zu wenige Gäste in die Badibeiz. Er sähe einen direkten Zugang der Hallenbad-Gäste zum Restaurant als mögliche Abhilfe.

Neue Wege beschreiten?

Bis vor Kurzem schien als Nachfolger Köbi Artho Wunschkandidat der Behörden (die Stadt verpachtet die Beiz) zu sein. Dieser hat nach «mündlicher Zusage» Einladungen zur Wiedereröffnung aufgehängt. Nun hat er eine Absage erhalten. Bei der Stadt war die zuständige Instanz bisher nicht zu erreichen. Ob man an der Kandidatensuche festhält oder jetzt möglicherweise neue Wege beschreitet, wird sich zeigen.