Brugg

Bea-Verlag punktet während Corona mit Webshop: «Wir haben unseren Betrieb auf den Kopf gestellt»

Stifte, Sticker, Perlen: Ein typisches Bea-Paket dieser Tage.

Stifte, Sticker, Perlen: Ein typisches Bea-Paket dieser Tage.

Die Brugger Traditionsfirma blickt dank Online-Handel und Familienorientierung «rosig» in die Zukunft.

Osterzeit ist Bea-Zeit: Für den Bea-Verlag zählt Ostern, nebst Weihnachten und den Sommerferien, zu den Hauptsaisons. Sehnlichst erwarten Kunden jeweils den Osterkatalog der Bea. Die Coronapandemie stellt aber auch das Brugger Traditionsunternehmen vor Hindernisse. Nach dem bundesrätlich angeordneten Lockdown ist der Laden im Wildischachen seit dem 17.März geschlossen. Auf Grund dessen setzt die Firma in der aktuellen Saison komplett auf ihren Onlineshop.

Erst Ende 2019 wurde dieser erneuert und auf den modernsten Stand gebracht. «Wir haben schon vor der Krise erkannt, wohin der Weg führt», sagt Oliver Markaj, Mediensprecher der Bea+Poly-Verlags AG. «Bereits vor Corona boten wir unser gesamtes Sortiment auch im Onlineshop an.» Markaj bedauert zwar, dass der Laden, auf den das Unternehmen sehr stolz sei, derzeit geschlossen ist, freut sich aber über den gleichsam grossen Zuwachs im Online-­Handel. Zahlen dazu will er jedoch keine bekannt geben. Die Ladenmitarbeiter, die von der Zwangsschliessung des Verkaufsladens direkt betroffen sind, können intern weiterbeschäftigt werden, etwa in der Logistik oder im Kundendienst.

Die Lage um das Coronavirus nimmt das Unternehmen sehr ernst: «Wir haben unseren Betrieb auf den Kopf gestellt», sagt Markaj. Desinfektionsmittel steht überall bereit, Handtücher wurden durch Einwegpapier ersetzt. Zudem wurden im Betrieb Abstandsmarkierungen am Boden angebracht sowie Homeoffice-Möglichkeiten eingerichtet. Pausen und Mittagszeiten werden aufgeteilt.

Familien mit Kindern bestellen mehr als sonst

Homeoffice und Schulschliessungen führen derzeit zu einer starken Nachfrage. «Vor allem Bastelutensilien wie Farben, Pinsel, Papier, Sticker, Stifte und Perlen sind durch die Heimbetreuung der Kinder momentan sehr gefragt. Auch Gesellschaftsspiele und Spielsachen für den Garten», sagt Markaj. Zu Lieferengpässen komme es dank grossen Lagerreserven bislang nur in Einzelfällen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Familien und Institutionen, sprich Schulen und Kindergärten. Letztere sind derzeit und bis auf weiteres geschlossen und bestellen entsprechend wenig: «Die Bestelleinbussen der Institutionen sind schon sehr extrem. Prozentual haben wir das jedoch noch nicht analysiert», sagt Markaj. «Was aber auffällt, ist, dass – wenn noch Bestellungen von Schulen eingehen – diese eine Lieferung an die Privatadresse der Lehrperson wünschen.» Für eine Zeit nach der Pandemie hofft er auf einen Bestellboom von Schulen und Kindergärten. Das Kerngeschäft der Firma sind jedoch Familien.

So blickt Markaj für das Unternehmen positiv in die Zukunft: «Wir sind familienorientiert und sehen der Zukunft daher rosig entgegen.» Eine Chance sieht er darin, dass Bea mit seinen Bea-Punkten durch die Krise vor allem bei jüngeren Familien bekannter werden könnte. «Die ‹Millennials› sind eine neue Generation von Familie und auf diese bauen wir.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1