Schinznach

Bauland wird keines mehr eingezont

Heute Landwirtschaftszone: Damit es bei Bauvorhaben künftig nicht mehr zu Problemen kommt, entsteht rund um das Schloss Kasteln eine Spezialzone. (Archiv)

Heute Landwirtschaftszone: Damit es bei Bauvorhaben künftig nicht mehr zu Problemen kommt, entsteht rund um das Schloss Kasteln eine Spezialzone. (Archiv)

Die Themen bei der Revision der Nutzungsplanung sind unter anderem Wachstum und Verdichtung.

Das Ziel ist klar: Schinznach bleibt eine ländlich geprägte, attraktive Gemeinde in einer intakten Umgebung mit soliden Rahmenbedingungen für das Gewerbe. Die Ortsbilder und die besonderen Gebäude werden genauso geschützt wie der Rebbau und die Landwirtschaft. Stattfinden sollen ein kontrolliertes Wachstum sowie eine sorgsame Verdichtung.

Mit der Revision der Nutzungsplanung werden die aktuellen Bedürfnisse für die Entwicklung der Gemeinde abgeklärt und formuliert, sagt Gemeindeammann Urs Leuthard. Und: «Die Bereiche Siedlung und Verkehr werden aufeinander abgestimmt.» Die Entwürfe mit Erläuterungen sowie der Vorprüfungsbericht liegen bis 15. November auf der Gemeindekanzlei auf.

Keine Planungssicherheit mehr

Der Hintergrund: Die beiden früheren Gemeinden Schinznach-Dorf und Oberflachs packten die Revision ihrer Nutzungsplanungen zuerst getrennt an. Im Hinblick auf die Fusion zur Gemeinde Schinznach per 1. Januar dieses Jahres fiel der Entscheid für ein gemeinsames Projekt. «In den beiden Ortsteilen Oberflachs und Schinznach-Dorf bestanden separate Planungen mit teils unterschiedlichen Auslegungen», erklärt Gemeindeammann Leuthard. «Der Planungshorizont von üblicherweise rund 15 Jahren war erreicht.» Mit dem neuen Baugesetz sei zudem die Planungssicherheit nicht mehr vollends gegeben gewesen.

In der Gemeinde Schinznach sind insgesamt über 12 Hektaren unüberbaute Fläche in den Wohnzonen vorhanden, 3,8 Hektaren in der Industrie- und Gewerbezone sowie 0,7 Hektaren in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. «Damit verfügt die Gemeinde – gemessen am erwarteten Bevölkerungswachstum – über genügend Flächenreserven», ist im Planungsbericht festgehalten. Anders gesagt: «Einzonungen sind damit nicht vorzusehen, ausser es finden flächengleiche Abtausche statt.» Untersuchungen hätten gezeigt, dass auch in einem ländlichen Umfeld, wie es in Schinznach-Dorf und Oberflachs anzutreffen ist, eine Verdichtung möglich sei – ohne dass Neueinzonungen nötig seien und ohne Verlust von Lebens- und Wohnqualität, so der Planungsbericht weiter. Auf Auszonungen, mit Ausnahme der Fläche der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage (ARA), wird bewusst verzichtet.

Die Änderung des Raumplanungsgesetzes mit einem Moratorium für Neueinzonungen sowie der Beschluss über das Wachstum in den Städten und Agglomerationen bezeichnet Leuthard denn auch als Knackpunkte bei der Revision der Nutzungsplanung.

Land für ortsansässigen Betrieb

Rund um das Schloss Kasteln, das sich heute in der Landwirtschaftszone befindet, entsteht eine Spezialzone. Damit sollen Probleme bei Bauvorhaben im Umfeld des Schlosses, wie sie in der Vergangenheit immer wieder auftauchten, reduziert werden. Auch der Aarhof liegt neu in einer Speziallandwirtschaftszone. Auf diese Weise kann laut Planungsbericht abschliessend geregelt werden, welche Nutzungen im Zusammenhang mit der Pferdehaltung erlaubt sind. Für die Firma Zulauf AG wird eine Fläche von 1,4 Hektaren im Gebiet Aesch der Baumschulanlagezone zugeteilt. Am Westrand von Oberflachs, angrenzend an die bestehende Gewerbezone, wird ein Gebiet im Umfang von 18 Aren neu der Gewerbezone zugewiesen. Diese Einzonung ist notwendig, um für den ortsansässigen Betrieb Gebrüder Käser Tiefbau die zukünftige Entwicklung zu sichern.

Entlang des Talbachs sind auf grossen Strecken eine Grünzone beziehungsweise eine Uferschutzzone vorgesehen. Diese übernehmen gleichzeitig eine Pufferfunktion im Hochwasserfall. «Der Hochwasserschutz ist ein wichtiges Thema der Raumplanung und ist im Rahmen einer Nutzungsplanungsrevision flächendeckend zu analysieren», wird im Planungsbericht ausgeführt. Gemäss Gefahrenkarte gibt es im Ortsteil Schinznach-Dorf keine Gebiete mit erheblicher Gefährdung. Innerhalb des Baugebietes existieren Gebiete mit mittlerer Gefährdung. Im Ortsteil Oberflachs gibt es laut Gefahrenkarte geringe Flächen mit einer mittleren Gefährdung. Ausserhalb der Bauzonen wird ein Freihaltegebiet Hochwasser ausgeschieden. Dieses kann bei Hochwasser überschwemmt werden.

Verläuft alles reibungslos, steht die revidierte Nutzungsplanung an der Gemeindeversammlung im nächsten Jahr zur Diskussion. An einer Informationsveranstaltung ist das Vorhaben bereits vorgestellt worden. Die Teilnehmer hätten sich interessiert gezeigt am Thema verdichtetes Bauen und hätten sich erkundigt, weshalb keine Neueinzonungen mehr möglich sind, sagt Gemeindeammann Leuthard. «Es wurden vor allem Einzelfragen der Grundstückbesitzer genauer erörtert.»

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