Lupfig
Baubeginn verzögert sich: Green.ch sucht Mieter für den Innovation Tower

Der Baubeginn des gegen 20 Millionen Franken teuren Gebäudes hängt von der Nachfrage nach Büroräumlichkeiten ab. Für fünf der sechs Etagen müssen Mieter gefunden werden. Ursprünglich war der Bezug im 2014 vorgesehen, nun steht Frühling 2015 im Fokus.

Michael Hunziker
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Der Innovation Tower

Der Innovation Tower

zvg

Der IT-Dienstleister Green.ch investiert massiv in den Standort Lupfig. Für über 30 Millionen Franken wird derzeit die Fläche des Rechenzentrums verdoppelt (die az berichtete). Daneben vorgesehen ist – für gegen 20 Millionen Franken – ein neues, sechsstöckiges Bürogebäude mit dem Namen «Innovation Tower».

Rund 100 000 Kunden

Die Green-Gruppe besteht aus den beiden Unternehmen Green.ch und Green Datacenter AG. Green.ch bedient Privat- und Unternehmenskunden mit Internetanbindungen, Cloud-Services, Multimediadiensten und Datensicherungslösungen. Die Green Datacenter AG bietet Rechenzentrumsdienstleistungen für mittlere und grosse Unternehmen in der Schweiz und in der ganzen Welt. Insgesamt betreut das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 100 000 Kunden. Green.ch und Green Datacenter AG gehören zur Altice Gruppe. (az)

Franz Grüter, CEO von Green.ch, betont, dass die beiden Projekte unabhängig voneinander geplant und realisiert würden. Der Fokus liege momentan auf dem Ausbau des Rechenzentrums, der Innovation Tower sei eher ein Nebenschauplatz. Trotzdem: Mit dem Bau des Bürogebäudes sei es ihm ernst, die Marketing-Aktivitäten seien deshalb verstärkt worden.

Keine Prognose zum Start

Ursprünglich war der Bezug des Innovation Tower im Jahr 2014 vorgesehen, mittlerweile ist die Rede von Frühling 2015. Wann genau der Bau tatsächlich beginnt, kann der CEO nicht sagen. Auch eine Prognose will er – noch – nicht abgeben.

Entscheidend seien die kommerziellen Überlegungen, sagt Grüter. Will heissen: Auf dem Immobilienmarkt für Büroräume bestehen laut dem CEO Überkapazitäten. Im Grossraum Zürich stünden viele tausend Quadratmeter Flächen leer. Anders gesagt: Auch wenn die zentrale, hervorragend erschlossene und wirtschaftsfreundliche Lage des Gebäudes in Lupfig – mitten im Dreieck Zürich-Bern-Basel – attraktiv sei, müssten zuerst Mieter gefunden werden.

Was eben nicht ganz einfach sei. Aber: «Sobald fünf Stockwerke vermietet sind, beginnen wir mit dem Bau», versichert Grüter. Die Green-Gruppe selber werde übrigens drei Stockwerke belegen. Anfragen für die Flächen seien eingetroffen, trotzdem: «Wir befinden uns in einer komfortablen Lage, denn wir sind nicht unter Zeitdruck.»

Geeignet für IT-Branche

Franz Grüter: «Die positive Entwicklung wird anhalten»

Franz Grüter, CEO des IT-Dienstleisters Green.ch, hat kein Grund zur Klage. Er freut sich über das starke Wachstum seines Unternehmens. Das im März 2011 eröffnete Rechenzentrum in Lupfig erfreue sich grosser Nachfrage. Weil der Technologiekonzern ABB einen Grossteil seiner IT-Infrastruktur nach Lupfig verlegen wird, ist der Ausbau an die Hand genommen worden - zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Eröffnet werden soll der neue Trakt im Oktober dieses Jahres. Die Arbeiten schreiten laut Grüter planmässig und zügig voran.

Das Vertrauen der vielen Unternehmen sei eine grosse Verpflichtung, auch in Zukunft Höchstleistungen zu erbringen, sagt der CEO. Nicht ohne Stolz kann er anfügen, dass die Green-Gruppe bereits einige Firmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen in den Aargau geholt habe. Noch vor ein paar Jahren habe Green.ch eine Pionierrolle inne gehabt. Heute geniesse der Standort Lupfig mit dem modernen Rechenzentrum einen hohen Stellenwert - mit einem Bekanntheitsgrad weit über die Landesgrenzen hinaus. Gerade rund um die Affäre des US-Geheimdiensts NSA sei das Bewusstsein im Bereich «Datensicherheit» noch einmal geschärft worden - was Green.ch entgegen komme. Für die Zukunft ist Grüter deshalb sehr zuversichtlich: «In der Schweiz wird die positive Entwicklung anhalten», ist er überzeugt. (mhu)

Für den Innovation Tower wurde kürzlich ein überarbeitetes Baugesuch eingereicht. Grüter rechnet damit, dass die Baubewilligung bis in etwa zwei Monaten vorliegt. Für den Bau müsse dann mit mindestens zwölf Monaten gerechnet werden.

Die Fassade des geplanten Gebäudes wird sich in Stahl und Glas präsentieren. Die Bruttogeschossfläche beträgt 5524 Quadratmeter. Auf jeder Etage lassen sich Einzelbüros, Grossraumbüros oder Mischformen realisieren. Besonders Wert gelegt wird auf die Betriebssicherheit – die Erdbebensicherheit in der höchsten Bauwerksklasse sowie eine zuverlässige Kommunikations- und Strominfrastruktur.

Speziell geeignet sind die Räumlichkeiten gemäss Grüter für Firmen, die in der IT-Branche tätig sind, für kleinere und grosse Unternehmen aus dem In- und Ausland.