Windisch hat eine neue Fasnachtsgruppe: die Süessbachdömpfler. «Die Feuertaufe für den neuen Wagen aber war in Steinhausen im Kanton Zug am Freitagabend», sagt Gründungsmitglied Patrick Hüsler. Die Verbindungen in die Innerschweiz sind im neuen Verein stark, weil Präsident Rolf Rossi von dort stammt und rund die Hälfte der aktuell zehn Mitglieder auch. Kommendes Wochenende werden sie den Wagen mit dem Traktor nach Cham ZG schleppen, um auch dort Fasnacht zu feiern und darin den Narren ein Katerfrühstück zu servieren.

Anfang März aber ist die Fasnacht im Raum Brugg/Windisch für die Süessbachdömpfler fest gebucht – sowohl das Wagendorf in Windisch wie auch der Umzug in Brugg am 10. März. Ebenso sollen noch mehr Mitglieder aus Brugg/Windisch dazustossen. «Wir verstehen uns als Windischer Verein und wollen dort noch stärker verwurzelt sein», sagt Patrick Hüsler.

Im Dorf gibt es schon drei Wagenbaugruppen. Aber sich einen von denen anzuschliessen, kam für Hüsler und Rossi nicht infrage. Sie wollten lieber etwas eigenes, eher einen losen Zusammenschluss. Warum es gerade in Windisch so viele Fasnachtsgruppen gibt, erklärt Hüsler so: «Es gibt zwei mit je rund 40 Mitgliedern sehr starke Guggen. Von denen sind, nachdem sie nicht mehr Musik machten, viele in den Wagenbau gegangen.»

Im Rekordtempo gegründet

Die Süessbachdömpfler sind im Mai 2018 in Rekordtempo zum Leben erweckt worden: «Samstag Idee, Sonntag Vereinsgründung, Montag Wagen im Internet gefunden und gleich gekauft. Vater Daniel Hüsler: «Für 600 Franken, ein echtes Schnäppchen.» Der frühere Militäranhänger war in gutem Zustand, dennoch musste am Unterboden so manches stabilisiert werden. Während unten Metall vorherrscht, besteht der Aufbau aus Holz. «Das hat auch damit zu tun, dass ich Schreiner bin», sagt Rossi.

Im Frühjahr 2018 begannen die Arbeiten und sie dauerten bis kurz vor Beginn der Ulaladoga-Party vom Samstagabend in Windisch. Auf rund 1000 Einsatzstunden schätzt Patrick Hüsler den Arbeitsaufwand. Dabei stand lange nicht fest, welches Sujet der Wagen einmal tragen soll. Mehrere Ideen standen im Raum: Universum, Dschungel, Wilder Westen.

Wagen diente als Raucherbar

Doch es war gerade die Zeit, als die Batavia-Piraten-Bahn im deutschen Europa-Park abbrannte. Und weil es den meisten im Verein ein Begriff war und es alle liebten, war man sich bald einig: Der Wagen soll Batavia heissen. So kamen die Wagenbauer auf die Idee, den schon verbauten Paletten-Holzbalken mit einem Brenner eine verkohlte Optik zu verpassen. Wobei die Fassade zweigeteilt ist: Die eine Hälfte verkohlt, die andere mit fernöstlichen Piratenmotiven verziert, die eigens ein befreundeter Graffiti-Künstler aufsprühte.

Am Wochenende, an der Ulaladoga-Party der Guggenmusik Trombongos, diente der Wagen als Raucher-Bar. Nur: Gerne hätten die Süessbachdömpfler, dass man ihn seitlich öffnen kann, um bei Umzügen das Publikum mit Süssem zu beschenken. Sie denken schon über einen entsprechenden Umbau nach. Aber bei den kommenden Umzügen werden sie noch neben dem Wagen herlaufen – auch aus Sicherheitsgründen.