Effingen
Bald ist die Einsturzgefahr gebannt: Die Bruderhöhle wird saniert

Diese Woche sanieren die Spezialisten die Bruderhöhle mitten im Wald oberhalb Effingen. Die Naturattraktion wird gesichert, damit in Zukunft kein Steinschlag mehr zu befürchten ist.

Michael Hunziker
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Der Bereich in der Mitte – der Vorbau, der die beiden Höhleneingänge trennt – wird von aussen verdübelt
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Gut gesichert arbeiten die Spezialisten an der steilen Böschung
Bruderhöhle Effingen
Die Felspartien werden mit einer Drahtnetzabdeckung gesichert
Polier Christian Wassermann an der Arbeit
Das Dröhnen des Bohrers ist ohrenbetäubend

Der Bereich in der Mitte – der Vorbau, der die beiden Höhleneingänge trennt – wird von aussen verdübelt

Michael Hunziker

Der Boden ist schlammig und rutschig, eine steife Brise weht durch den Wald oberhalb Effingen. Das Dröhnen des Bohrers ist ohrenbetäubend. An der steilen Böschung sind – gut gesichert mit Seilen – die Spezialisten mit schwerem Gerät am Werk: Sie sanieren die Bruderhöhle im Gebiet «Wideregg». Rund 15 Jahre lang durfte das einst beliebte Ausflugsziel wegen Steinschlags nicht mehr betreten werden. Jetzt wird der öffentliche Zugang wieder hergestellt.

Verantwortlich für die Tätigkeiten zeichnet die Firma Gasser Felstechnik AG aus Lungern im Kanton Obwalden. Mit Felsnägeln sowie einer Drahtnetzabdeckung werden die Felspartien gesichert. Der Bereich in der Mitte – der Vorbau, der die beiden Höhleneingänge trennt – wird von aussen verdübelt. Diese Massnahme wird im Kernbohrverfahren ausgeführt, damit es nicht zu Erschütterungen kommt.

Es braucht Fingerspitzengefühl

Die Verhältnisse seien eng, die Arbeit streng, sagt Polier Christian Wassermann in einer Verschnaufpause mit einem Schmunzeln. Aber die Sanierung komme planmässig voran. Gefragt seien Fingerspitzengefühl und Vorsicht, fährt der Polier fort und verweist auf die mürben Felsen. Es dürfe zu keinen Beschädigungen kommen, damit sich das Erscheinungsbild der Höhle nicht verändere.

Ziel der Massnahmen ist es, die Einsturzgefahr zu bannen. Künftig soll die Bruderhöhle wieder gefahrlos betreten werden und – wie früher – zu einem Ausflugsziel für die Familien werden, sagt Werner Schaffner von der Natur- und Umweltkommission Effingen. Der Erhalt liegt ihm am Herzen. Er erinnert sich an viele gesellige Anlässe. Als Jugendliche hätten sie an den Sonntagen regelmässig den Weg zu dieser Naturattraktion unter die Füsse genommen. Den Neuzuzügern aber sei sie oft nur noch vom Namen her bekannt. Die Sanierung sei zwar seit längerem ein Thema gewesen, aber: «Reden und handeln sind zweierlei», stellt Schaffner fest. Er war es, der für die Rettung eine private Spendenaktion lancierte. Zig Stunden hat er aufgewendet. Wenn er sich etwas vornehme, dann versuche er auch, es durchzuziehen, sagt er trocken.

Ende Woche will die Felssicherungsfirma die Sanierung abschliessen. Die Bruderhöhle wird in der Folge mit einem Tisch und zwei Bänken aus Eichenholz versehen. Auf dem Plätzchen davor wird eine Feuerschale mit Grillrost eingerichtet, oberhalb ein kleines Holzlager. «Das gibt eine schöne Grillstelle», ist Schaffner überzeugt.

Es gibt auch eine neue Treppe

Voraussichtlich Ende Mai wird der Zivilschutz die Treppe beim oberen Eingang erneuern und ein neues Geländer montieren. Klappt alles reibungslos, kann im Sommer ein kleines Einweihungsfest für die Bevölkerung stattfinden. Die Organisation dieses Anlasses überlasse er dann aber gerne Anderen, sagt Schaffner mit einem Lachen. Die Bruderhöhle, die gut 2 bis 3 Mio. Jahre alt sein könnte, dürfte dann auch den kommenden Generationen offen stehen.

Rückblick: Der Zutritt zur Bruderhöhle musste auf Anweisung der kantonalen Stellen verboten werden, weil sich Felsen gelöst hatten. 2015 genehmigten die Ortsbürger den Gesamtkredit von 55 000 Franken für die Sanierung. Die Einwohnergemeinde entschied, sich an den Kosten mit einem Beitrag von maximal 25 000 Franken zu beteiligen. Bei der Spendenaktion kamen zudem mehrere tausend Franken zusammen.

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